… Rezept um den heiligen Geist der Weihnacht innewohnen zu lassen…

… es begab sich vor etwas mehr als einer Woche… zwei meiner Liebsten und ich beschlossen den Striezelmarkt aufzusuchen und uns im wildesten Schneegestöber dem fruchtig, würzigen Genuss von Glühwein hinzugeben…

… mit im Schlepptau und sehr zur Bereicherung des Abends, eine junge Frau mit Fleisch und Blut entsprungenem Anhängsel… zwei Menschen, welche mir bis Dato noch weitgehend unbekannt blieben… was ihren Hintergrund…  ihre Geschichte angeht…

… die Luft war geschwängert von klebrigen Düften… gebratene Äpfel… gebrannte Mandeln… geschmolzene Schokolade, welche sich edel um Weintrauben und Bananen hüllte… würzige Räucherkerzen vermischten sich mit der Süße von Punsch und der Herbe von warmen Apfelsaft mit Calvados… eine wuselige, kitschig bunte Spielzeugwelt, garniert mit Zuckerstangen, Nussknackern und allerhand Plunder der das vorweihnachtliche Herz höher schlagen lassen sollte… sollte…

… im Grunde genommen war alles vorhanden…

… Unmengen Schnee bedecken die Straßen und Dächer der Stadt… als würden wir auf dem Grund einer riesigen Rührschüssel wandeln, welche mit allerfeinster Rohmasse für Mürbeteigplätzchen gefüllt ist… ja, man müsse sich nur noch die Mühe machen und auf die Knie fallen um den halbfertigen Teig einmal ordentlich durch zu kneten und dann ab damit in den Backofen der Kinderherzen… welche wohl die einzigen sind, welche beim Anblick von Rodelbergen und Schneemännern höher schlagen…

… aus winzig kleinen Lautsprechern in den Baumkronen schallen „Oh du Fröhliche“ und „Heute Kinder…“ und geben den Takt an, welcher die in Plüsch und Pelz gekleideten Wellen der Bewegung durch die Gassen eines künstlich erschaffenen Winterdorfidylls treibt… vorbei an weit geöffneten, hell erleuchteten Fenstern… vorbei an matten und glänzenden Kugeln und Glocken, welche sich wie wahllos verteilte Farbkleckse in eine Reihe von Eiszapfen… herabhängend von Reisigzweigen und hin und wieder unterbrochen durch einen Mistelzweig, der zum stehenbleiben winkt und zum Kusse verführen soll… einreihten…

… und sollte man nicht den Weg in das grelle, verschneite Schlaraffenland der Innenstadt gefunden haben, so konnte man sich es immerhin noch zu hause mit ein paar leckeren Schokoladenspitzen oder der zartschmelzenden Gabe, welche sich hinter dem, des Tages entsprechenden, Kalenderfenster verbarg und einem… und das ist wichtig… weihnachtlichen Film gemütlich machen… oder einer DVD deren Handlung sich maßgeblich um jene herzerwärmende Zeit bewegt…

… nur wird man bei jenen Filmen meist um seine Tränen betrogen… denn weniger weint man um sich oder Menschen, welche einem nahe stehen oder standen, als vielmehr um die unheimlich sympathischen Protagonisten… welche für uns die tragischsten und umständlichsten Situationen durchleben und damit ihrem Ruf alle Ehre machen… nämlich dem eines Schauspielers…

… ihr sagt jetzt „Humbug!“?…

… aber nein! Ganz und gar nicht!… Denn genauso sehen sie doch aus… unsere Zutaten für eine Charlotte Pompadour, welcher der heilige Geist der Weihnacht innewohnt… doch irgendetwas fehlt noch immer… das was wir haben sind grade mal die feinen Bisquitröllchen… welche dem ganzen eine angemessene Optik verleihen… doch das was wir wollen ist der Kern… eine fluffige, auf der Zunge zergehende Bayrisch Creme…

… und auch deren wichtigste Zutat ließ nicht lang auf sich warten… sie lag auf der Hand, oder besser noch… auf der Zunge…

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