Parlez vous francais??

Wie ich ja bereits erwähnt habe ist meine erste Französischstunde bereits geschehen und ich habe sie mehr oder minder erfolgreich hinter mich gebracht. Mehr schlecht als recht aber das ist denke ich normal. Neue Leute, neues Umfeld… alles irgendwie neu, aber aufregend. In der tat ist es nämlich so, dass wenn man das Institut Francais betritt man sich nicht mehr in Dresden befindet sondern direkt in little Frankreich oder besser gesagt pettit france. Man steigt verstohlen die Treppen hinauf und ist gespannt wer und was einen wohl erwarten würde. Fremdartige Satzgefüge und Wortfetzen erfüllten die Luft und man betrat eine neue Welt. Menschen aller Altersklassen schleichen zwischen den Regalen der hauseigenen Bibliothek herum und jedem mit dem man Blickkontakt erhascht wirft man ein selbstbewusstes „Bonjour“ oder „Bonsoir“ entgegen, denn jeder könnte ein Franzose sein und bis auf zwei, drei Lehrnwütige wie mir ist es auch so.

Das hat natürlich den Vorteil dass man sehr nahe dran ist am Land und seiner Sprache und man gezwungen ist sich mit Händen und Füßen durch zu boxen… es versetzte mich direkt in meine Zeit in Frankreich zurück. Das Teilnehmen am Kurs selbst bietet einem die Möglichkeit die örtliche Bibliothek und Mediathek zu nutzen und damit seinen Alltag ausreichend französisch zu gestalten und so wollte ich es auch gerne Handhaben. Ich beschloss mir ein Buch aus zu leihen, natürlich in französischer Sprache, denn andere findet man dort auch garnicht. Da ich einen Tag zuvor etwas verpeilt unterwegs war und mich im Datum geirrt habe sorgte ich natürlich für aufsehen und etwas gelächter… macht aber nichts denn ich lachte mit… was soll`s. Dabei begegnete ich einer jungen Frau, einer Französin, mit herrlich schwarzem Pagenschnitt und einem Dauerlächeln auf den Lippen, wie man es selten erlebt. Wir beendeten das kleine Missverständnis und verabschiedeten uns, auf das wir uns am nächsten Tage wiedersehen würden und so kam es auch. Ich sprach sie an in der Hoffnung mir ein Buch leihen zu können, da ich es aus eigener Kraft nicht schaffte, oder besser gesagt nicht finden konnte. Es musste natürlich eines sein, welches ich ausreichend kennen würde um es in französischer Sprache auch zu verstehen und so viel meine Wahl auf… wie sollte es anders sein, Der kleine Prinz. Nun gut, sie erzählte mir das die Bibliothek vor kurzem umgeräumt wurde und daher das Buch auf die Schnelle nicht auffindbar sei, aber sie erkundigte sich ob ich das nächste mal wiederkommen würde und versprach mir das Buch bis dahin rauszusuchen. Desweiteren fragte sie mich, ob es mein erster Tag sei und ich nickte freundlich und teilte ihr mit dass ich etwas nervös sei. Sie versicherte mir dass ich das nicht sein müsste und fragte mich, ob sie mich mit runter begleiten solle, doch ich meinte dass ich das schon schaffen würde und so war die erste Hürde genommen.

Der Kurs an sich war nach einigen Anlaufschwierigkeiten von Seiten der Lehrerin recht schnell über die Runde gebracht. Es machte Spaß, wir lachten viel und zu meinem Erstaunen waren wir nur zu dritt… fantastische Vorraussetzungen… wenn ihr mich fragt. Man wurde wirklich gefordert und man musste sich durchfuchsen, denn wenn man eine Frage hatte und etwas nicht verstand so wurde alles fein säuberlich auf französisch erklärt und somit konnte es vorkommen dass mehr Fragen entstanden und wenig geklährt war. Denn einen französischen Satz oder nur ein Wort mit anderen französischen Sätzen oder Wörtern zu erläutern kann einen leeren Raum mit noch mehr Leere füllen, aber man fühlte sich gefordert und irgendwie in die Schulzeit zurückversetzt. Mein Cappi gab mir dazu das passende Schuljungen Aussehen und Hausaufgaben haben wir auch bekommen… was für ein Spaß! Zwischendurch kam die symphatische Pagenschnittfranzösin die Treppe runter gesaust und bedachte mich mit einem Winken und einem Lächeln und ich erwiederte es zu ihrer Freude. Ich freue mich schon auf das nächste mal und ich freue mich schon auf das Buch. Das Lehrbuch zum Kurs habe ich mir besorgt und so kann ich genüsslich meine Hausaufgaben machen, mir dabei gedanken verloren die Haare zwirbeln und am Stift kauen, genau wie früher… bevor ich raus gehe werde ich natürlich einen Blick in den Spiegel werfen um sicher zu sein, dass der Stift nicht ausgelaufen ist und sich die Tinte nicht gleichmäßig wie Babybrei über meinen Latz und mein Gesicht verteilt hat, denn dann wäre es genau wie früher!

http://www.youtube.com/watch?v=240S04eCCC0

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