Oh ich wäre ein Meister im Philosophieren…

… und ach, was wäre ich für ein Meister darin! Fortschreiten würde ich… jeden noch so kleinen Moment der Vergangenheit besuchen… ihnen die Hände schütteln und sie liebevoll umarmen und jedem würde ich ins Ohr flüstern… „Schön, dass es euch gab!“

Wieder und wieder würde ich am Tische der Vietnamesen sitzen und Tofu mit Mamptum essen… so nannten sie jene kalte Soße aus Krebsen, von der sie immer sagten… „wenn ich wüsste wie sie hergestellt wird, würde ich sie noch abscheulicher finden“… und immer wieder würde ich es bereitwillig herunterwürgen, denn wenn man schon einmal einen Platz am Tisch und etwas zu essen von ihnen angeboten bekam, so wäre es frevelhaft gewesen, jene Güte abzuweisen…

… immer fort wäre ich dazu bereit einen Spaziergang unter den Platanen zu tun… dort wo Nachts die Raben schlafen und am Morgen, wenn sie erwachen, zu tausend ein ohrenbetäubendes Geräusch verursachen… und mir die Gedichte aus dem weisen, alten Munde des A.L. anzuhören und jeder Zeit würde ich ihm meine Hilfe und Unterstützung bieten, wo immer es mir möglich ist… wo ich doch selbst in so vielen Dingen unbeholfen bin…

… Nacht für Nacht würden meine Augen sich genau zur dritten Stunde öffnen und mein Magen dem Genuss eines herrlich großen Stückes Schokoladenkuchen mit Birnen frönen, oder Streusel mit Joghurt und Kirschen… so wie ich es mir zur Sitte machte und es mich einer Zeremonie gleich ereilte… und ich habe es geliebt!

… da ich wusste noch drei weitere dunkle Stunden in das Märchen meiner Träume abtauchen zu können… hätte mich das Erwachen eine viertel Stunde vor Weckerklingeln ereilt, so wäre ich sicher alles andere als erfreut darüber gewesen…

… und fortwährend würde ich im Zuge eines ermüdenden Videoabends… ich war schon kurz vor dem Einschlummern… gefragt werden… „Wann ich denn endlich…“, der beteiligten Person, „… in den Schritt gehen würde?“, und ich würde ohne zu zögern immer erwidern, „… ob es frech wäre wenn ich jetzt nach hause gehe?“…

… trotz allem, es war ein schöner Film, doch doch…

… und wieder und wieder wäre ich wohl dazu gewillt den gemütlichen Abend bei illustren Gesprächen und leckerem Wein im Kreise meiner liebsten zu verlassen… um mich klammheimlich einem Mann in die Arme zu legen, welcher das Feuer der Leidenschaft in mir schürte, doch meine Sehnsüchte über kurz oder lang nicht stillen konnte, ja… es sogar vermochte in aller Kürze, jene von ihm selbst entfachte Glut, zum erlöschen zu bringen… ohne Zischen… ohne Qualm… ohne dabei einen verkokelten Schandfleck auf dem Boden der Tatsachen meiner selbst zu hinterlassen…

… und sicherlich… ich würde mich zu jeder Zeit wieder über meinen Schatten springen sehen und zu später Stunde… alleine… in lauer Sommernacht durch die Finsternis des Waldes wagen… verängstigt um mich schauend… die trockenen Wege entlanghetzend… Brombeersträucher die meine nackten Beine reißen… jedes Geräusch wahrnehmend und als furchteinflößend empfindend… und doch verzaubert von der Vielzahl von Glühwürmchen, welche die schattigen Wege und Lichtungen säumen, nur… um mit anzusehen wie eines von ihnen sinnlos sein kleines, helles Leben lassen muss… nur um mich dumm und fehl am Platz zu fühlen…

… und immer wieder würde ich mich selber dazu zwingen keine Träne zu vergießen für grade mal fünf Monate, die all jene Dinge benötigten um zu gedeihen… eine Ewigkeit in so kurzer Zeit und für immer ein Stück meines Lebens…

… und so würde es sein, denn ich weiß dass es funktioniert…

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