Leute zieht euch warm an, Tief Daisy greift den Darm an!

Seit Tagen wird von nichts anderem Berichtet. Wir erwarten nämlich Besuch, oder nein, der Besuch ist schon da. Wie ein absoluter Superstar überschwemmt sie die hiesige Medienlandschaft und ist in aller Munde. Ihr gehört die komplette Aufmerksamkeit und sie wird empfangen als wäre der Leibhaftige persönlich unterwegs. Nur von dieser Besucherin wird erwartet dass sie so schnell wie möglich wieder verschwindet und um Einlass wird sie sicher niemand bitten, den verschafft sie sich selbst.  Aber warum? Unsere liebe Daisy ist doch mal ein Besucher wie er im Bilderbuche steht. Sie kündigt sich vorher an, sie kommt nicht in einer Zeit, in der man absolut nicht mit ihr zu rechnen hat und darüber hinaus bringt sie Geschenke mit und davon nicht zu knapp. Allerhand fantastische Sachen hat sie im Gepäck. Zum Beispiel Schnee… genug das es für alle reicht… Blitzeis… sie beschenkt sogar unsere Umwelt… Kälte… sie bringt unseren Kreislauf mal richtig in Schwung…  und ein starkes, steifes Lüftchen… welcher Gast macht sich schon die Mühe, dort wo er einkehrt, auch gleich mal richtig durch zu fegen und zu lüften? Was regt ihr euch also auf? Denn wo schlecht gelüftet wird, da schimmelt es!

Natürlich sind das für den verwöhnten Mitteleuropäer nicht grade die passenden Geschenke und werden wohl liebendgerne abgelehnt oder gar umgetauscht, aber ein guter Gastgeber empfängt seinen Gast und bittet ihn zu bleiben und einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich auch nicht ins Maul. Das Beste an Tief Daisy ist ihre Popularität. Die Medien überschlagen sich nahezu um von ihr berichten zu können und sie lenkt so herrlich von all den anderen Problemen ab und bringt so wunderbare Nebenwirkungen mit. Da wird dann aufgerufen Hamsterkäufe zu tätigen. Getreu nach dem Motto, wir rufen ab jetzt jede Woche einen kleinen Weltuntergang aus und die Konjunktur ist gerettet. Als nächstes wird darum gebeten unnütze Wege zu vermeiden und das Auto stehen zu lassen. Mein Tipp: Lasst das Auto stehen, aber geht dennoch raus, denn das soll recht wirksam gegen Zellulitis sein… Bewegung an der frischen Luft… wir erinnern uns? Aber mal ehrlich ist das was da draußen vor sich geht denn wirklich ein Problem? Ich meine Schnee im Winter ist nun wahrlich nicht sehr originell.

Da wird ein Mann in seiner völlig verschneiten Einfahrt stehend interviewed und hat fast eine Träne im Auge als er berichtet, dass es das schlimmste ist was er je erlebt hat. Mein Gott! Vor ein paar tausend Jahren hätten die Menschen im Schnee gestanden und ihren Verstand eingeschalten. Sie hätten die Vorräte die sie im Laufe des Jahres gesammelt und erlegt haben im Schnee eingebuttelt und es damit haltbar gemacht, ihm damit etwas gutes abgewonnen. Sie hatten schließlich nicht die Möglichkeit von morgens um sechs bis abends um zehn in den nächsten Supermarkt zu rennen um am Sonntag noch mal in den Lidl am Neustädter Bahnhof zu ochsen, weil sie die Butter vergessen haben. Sie haben sich nicht in ihre vier Wände eingeschlossen und mit ihrem Verstand Ping Pong gespielt, in der Hoffnung das irgendwann mal ein brauchbarer Gedanke wieder zurückkommt. Damals hätten zu allem Überfluss noch ein paar hungrige Wölfe die Eisblumen von den Fensterscheiben geleckt, weil sie drinnen den großen braten wittern… den Braten in Form von Menschen die vor Verzweiflung unfähig zur Wehr sind und damit ein gefundenes Fressen darstellen.

Dann gibt es da ja noch das sonst so milde Irland… irgendwo unter der weißen Pracht verborgen liegt es still und schlummert dem Frühling entgegen. Nun ja, da bleibt mir nur noch abschließend zu sagen: Haben die Menschen denn erst vorsichtig angefragt, als sie irgendwann mit ihrem „klugen“ und „vortschrittlichen“ tun über die Natur hereinbrachen?

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