Komplett anders und doch der Selbe!

Seit fünf Jahren kannte sie Marco nun schon. Hin und wieder sah sie ihn in der Stadt. Meist aber nur von weiten.

Ein Wortaustausch, oder gar Blickkontakt kam schon seit Jahren nicht mehr vor und das obwohl sie eine ganz eigene Faszination auf die Männerwelt ausübte. Daher rechnete sie grundsätzlich mit allem. Mit ihm jedoch, schon lang nicht mehr.

 Als er vor Jahren in die Stadt kam, arbeitete sie in einem Café am Altmarkt. Die Kunst war es, die ihn nach Dresden trieb und sein Sinn für die herrlichen Dinge in die Arme von so manch schöner Frau.
Marco war ein Abenteurer mit Leib und Seele. Er war überall zu Hause wo auch die Kunst zu Hause war und man sie zu schätzen wusste… auf allen Kontinenten der Welt. Und er besaß das Talent von seinen Reisen und Erlebnissen mit überzeugend großer Klappe zu berichten. Doch auch ohne ein Wort von sich zu geben, mimte er den Robinson sehr überzeugend, denn alles an ihm rief, Wild!
Seine natürlich gebräunte Haut. Seine sehnigen Oberarme. Die muskulösen Waden, die angespannt unter seinen zerschlissenen Bermudas hervorlukten.

Auf seinen Streifzügen rund um den Globus ließ er sich nicht lumpen und trieb genüsslich auf den mannshohen Wogen seiner Sexualität. Er war sich bewusst welchen Ruf man ihm andichtete und er bediente sich hinreichend jenem Klischee.

Getreu dem Motto „Spass macht, was gefällt“, avancierte er nie zum Vollmatrosen, hatte aber dennoch in jedem Hafen eine Nutte… und, ohne einen Hel daraus zu machen, stand er auch dazu.

Es war ein heißer, wolkenloser Septembertag, als Marco, auf der Suche nach einer Erfrischung, sich das erste mal in das kleine Café im Herzen der Stadt verirrte. Die Sonne flimmerte über den Sandsteinfassaden und alles Leben in der Stadt schien sich in Zeitlupe zu bewegen, wenn es nicht grade an einem der Brunnen, unter den Sonnenschirmen, oder einfach nur faul an der Elbe verweilte.
Hier Kleiner! So waren die Worte, mit welchen sie ihm schwungvoll seine grüne Fassbrause servierte.

Ein spitzes Lächeln zierte ihr freches Gesicht und ihre kurzen, schwarzen Haare unterstrichen ihr saloppes Auftreten. Laura war eine gute Mischung aus frech und unnahbar und ihre Trinkgelder waren der Beweis, dass dies ein erfolgversprechender und darüber hinaus sehr köstlicher Cocktail war.

Im kurzen Smalltalk offenbarte Marco ihr sein Leben und gab unmissverständlich zu verstehen, dass sein sprunghaftes Dasein die perfekte Plattform für unkomplizierte, leichte Affären bot.

Eine unkomplizierte Frau war sie durchaus, doch ein leichtes Mädchen auf gar keinen Fall!

Charme jedenfalls hatte er, das musste sie sich eingestehen und ein Augenschmaus war er außerdem, was auch der anderen Kellnerin im Revier nicht entging.
Wenn man Laura neben Lydia sah, so konnte man erahnen welche der beiden der Engel und welche der Teufel war.

Lydia war blond und mit einem sanft gerundeten Gesicht gesegnet, welches mit einem Hauch von Rouge an den Teint einer Porzellanpuppe erinnerte.

Sie war zu unscheinbar um eine Lara Croft zu sein und zu selbstbewusst für eine Bridget Jones. Doch mit ein paar Kilo weniger auf den fraulichen Hüften, war sie durchaus eine passable Marilyn.

-Fortsetzung folgt-

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