Komplett anders und doch der Selbe! 3

Lydia servierte heiß! Ohne etwas anbrennen zu lassen!

Und zweifelsohne verstand sie es nicht nur die Fürsorge zu geben, die so ein mutterloser Wildfang dringend brauchte, ohne sich je wirklich danach zu verzehren… Nein, wer Lydia etwas besser kannte wusste genau, dass sie genügend Feuer besaß, um den Stier in die Arena ihres Schlafzimmers zu locken und dort packte sie ihn, genau wie er es brauchte, ordentlich bei den Hörnern und in Marcos Fall eben bei den Eiern. Und nach eben jenem Szenario, verzehrte er sich ganz bewusst!
Doch wo Rauch ist, da ist auch Feuer und so verdichteten sich nicht nur die Gerüchte um eine angebliche Liaison zwischen Marco und Lydia, man sah sie auch immer häufiger in unmissverständlicher, trauter Zweisamkeit.
Spazierend im Park. Turtelnd im Kino. Zukunftspläne schmiedend in schwedischen und heimischen Einrichtungshäusern. Und nicht zu vergessen die unzähligen Male, als er Lydia zur Arbeit begleitete und jede Faser ihrer Körper noch nach dem gemeinsamen Liebesnest roch.

Ja man konnte meinen ihnen glühten noch die Lenden, aber wenn man einen von beiden darauf ansprach so war es stets: “Rein platonischer Natur!“

Laura nutzte die Entwicklung der Beiden um sich vor Marcos Augen immer mehr rar zu machen. Denn nach wie vor flirtete und schäkerte er in ihre Richtung, um seine draufgängerische Fassade aufrecht zu erhalten. Doch in Lauras Augen war es einfach nur noch lächerlich. Erst recht, als die Zeit der Ausstellung sich dem Ende neigte und er nach Erfüllen seiner Mission ohne Umwege nach Dresden zurückkehrte, um… und jetzt wird’s spannend… Sesshaft zu werden.
Denn immer noch schrieb er ihr und unermüdlich brachte er seinen nimmersatten Trieb auf ihren völlig appetitlosen Schirm.

Laura fand keinen Reim darauf, warum er das machte, also statuierte sie ein Exempel und löschte die Nummer von Marco, damit sie seinen doppeldeutigen und unzufriedenen Nachrichten und Bildern ein für alle mal entging.

Konnte er nicht einfach zugeben, dass all das was er immer offerierte, nur die perfekte Inszenierung eines unperfekten Lebens war?
Das schönreden einer Realität, die er sich tief im Herzen immer anders vorgestellt und ausgemalt hatte?Wäre es nicht auch ein Akt purer Männlichkeit gewesen zu seinen wahren Gefühlen zu stehen und jenes Glück, welches er wohl mit Lydia gefunden hat, auch mit anderen zu teilen?
Doch auch Lydia schwieg sich aus und verbarg, was unlängst als offenes Geheimnis ihren Dunstkreis erfüllte.
Denn neben Marco trat auch ein neuer Job in ihr Leben und so sah sie keine Notwendigkeit zu ihren Gefühlen Stellung zu nehmen.

Und mit jenem Wandel entschwand auch langsam der Sommer aus der Stadt und ein paar Wochen später schon, ging jeder seiner selbsterwählten Wege und so langsam wurde es Herbst…

…. Fortsetzung folgt…

Einen Kommentar schreiben: