Komplett anders und doch der Selbe! 2

Beide Frauen waren wunderschön und so unterschiedlich vom Typ, dass sie gleichermaßen einen gewissen Reiz auf Marco ausübten.

Seinen doppelten Espresso servierten sie jedenfalls tadellos und so war es ein erregender Hochgenuss für ihn herauszufinden, ob sie an anderer Stelle auch so serviceorientiert wären und vielleicht sogar den ein oder anderen Fetisch bedienten.
Der kleine große Abenteurer in ihm war jedenfalls geweckt und so bekamen im Abstand von zwei Tagen sowohl Laura, als auch Lydia, beide nichts ahnend voneinander, nebst einem prahlerischen Trinkgeld, etwas, in Marcos Augen noch viel wertvolleres zugesteckt… nämlich seine Nummer.
Ein Schwerenöter durch und durch!
Dass er jedoch keinen Hehl daraus machte, schob ihn in ein sympathisches Licht.
Doch nicht beide Mädels sprangen gleichermaßen darauf an.

Während Lydia ihn als die Cola in der Wüste sah und ein freies Herz für befreite Leidenschaft unter ihrem hervorstechend gepushten und von Rüschen gesäumten Dekolleté mit sich trug, gab es in Lauras Leben zwar keinen bestimmten Mann dem sie hätte eine Rechenschaft ablegen müssen, jedoch begegnete sie seinem fahrigen Lebensstil mit Skepsis, da sie immer wieder an Männer geraten ist, denen sie gerne eine Rechenschaft abgelegt hätte, sie es aber nie von ihr verlangt hätten, da sie Lauras lockere, unkomplizierte Art auf die ganze Beziehung zu ihr assoziierten.

So kam es dass Laura und Marco zwar ständig in Kontakt standen, sie ihn aber nie über die begrenzten Pixel ihres Handydisplays hinaus an ihn heranließ.
Warum auch?
In nahezu jedem zweiten Satz bekundete er seine Rastlosigkeit und dass er sich höchstens noch drei Wochen hier in Dresden sah. So lange wie sein Job hier eben noch dauerte.
Seine Aufgabe bestand darin, dafür Sorge zu tragen, dass Kunstgegenstände und Schätze aus aller Welt und aus allen Sammlungen, seien sie nun im privaten oder staatlichen Besitz, geschützt und unter den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen von A nach B gelangen konnten.

Wenn beispielsweise der Harsdorfer Pokal, einer Sonderausstellung wegen, den Weg aus dem Bayrischen Nationalmuseum München in die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden antreten soll, so holt man sich entweder die Gelben Seiten, oder jemanden der sich damit auskennt.

Sowie Marco.

Gegenwärtig, so konnte man sagen, war er sogar in himmlischer Mission unterwegs und handelte im Auftrag Gottes.
Es galt seine hingebungsvolle Obacht und Fürsorge der Madonna Di Foligno zu widmen,welche erstmals die heiligen Hallen der Vatikanischen Museen verlassen durfte, um im Rahmen einer einzigartigen Ausstellung, Seite an Seite mit der Sixtinischen Madonna, die ehrwürdigen Wände des Zwingers zu erleuchten und mit ihrem Glanz zu adeln.
Es war fast schon eine ulkige Laune des Schicksals, dass wenn die heiligen Relikte die Stadt wieder verlassen würden, sie von einem Satansbraten wie Marco begleitet werden sollten.
Denn was er auf die paar bunten Pixel von Lauras Handydisplay brachte, war alles andere als Christlich und eine klare Ansage in Wort und mit Vorliebe auch in Bild!
Doch Hunde die bellen beißen nicht und in Lauras Fall wäre es für Marco ein Granitfelsen gewesen. Zu verlieren hatte sie nichts und ein wenig musste sie sich eingestehen, dass die Verlockung doch schon groß war.

Eine flüchtige Affäre. Etwas wildes, aufregendes, verruchtes. Kurzweilig und zu tiefst belebend!

Aber nein, sie ließ die Finger von ihm und so bestellte er bei Laura vergebens, was er an anderer Stelle wesentlich leichter und schneller serviert bekam.

… Fortsetzung folgt…

Einen Kommentar schreiben: