Gibt es da etwas von Ratiopharm?!

Ich hätte die Frage auch mit einem souveränen ja oder nein beantworten können und es wäre alles in Ordnung gewesen.

Doch statt dessen wich ich seinen Blicken aus, tat es mit einem Kopfschütteln ab und kehrte ihm mit einem flüchtigen „Mach`s gut“ den Rücken.

Wohl möglich war die Ähnlichkeit mit Dorothy gar nicht mal soweit hergeholt. Denn irgendwie tänzelte ich auch nur meiner Wege entlang, in den roten Schuhen, die nichts anderes signalisierten als Angriffslust und nimm mich jetzt ich bin noch warm, dabei ständig Gefahr laufend, dass mich irgend etwas unvorhergesehenes aus der Bahn wirft.

Denn wirklich in Ordnung, war im Grunde genommen gar nichts.

Vielleicht war es auch weniger das, was er mich fragte, als vielmehr die Art wie er es rüber brachte. Es war nicht in diesen milden, enthusiastischen Optimismus gehüllt, den man benutzte wenn man jemanden etwas von herzen wünschte, ihn aber nicht auf die Füße treten wollte oder gar verletzen.

Bei ihm klang das Wort Valentinsdate wie der Kamm einer Welle, welche er durch einen Ozean aus Gespött und Utopie direkt auf mich zu jagte, um mich darunter zu begraben. Genauso gut hätte er mich fragen können ob ich schon ein Mittel gegen Aids entdeckt habe. Eine begrüßenswerte Vorstellung, aber innerlich rechnet man gar nicht erst mit einem ja als Antwort.

Als wollte er sagen: Hatte ich auch neulich, aber ich habe es wegbekommen! oder: Da gibt es bestimmt etwas von Ratiopharm!

Die Mütze tief ins Gesicht gezogen und die Hände vor Kälte schützend in die Hosentaschen gesteckt, schlich ich mit vorangegangenen Worten im Kopf nach hause und wusste, während sich der Winter mit neuem Schneefall und schneidenden Winden ein weiteres Stelldichein gab, würde ich mich an diesem Abend, wie schon viele Abende zuvor, mit einem Glas Rotwein, einer weiteren Folge meiner Lieblingsserie und ausschließlich mir selbst verabredet sehen.

Daheim angekommen nahm ich zum einen hin dass er recht behielt und zum anderen von meinem Rotwein einen kräftigen Schluck, stellte das Glas auf den Fenstersims und drehte mit Daumen und Zeigefinger den Fuß des Glases hin und her, während ich kühl hinaus in die Kälte starrte und mir unweigerlich die Frage stellte, ob man mir das Singledasein ansehen konnte, so wie man einen Schnupfen an einer geröteten Nase erkennt?

Ist das Single sein etwas so mitleiderregendes, dass einem keine gute Zeit sondern gute Besserung gewünscht werden sollte? Und wird man derartig sonderbar wenn die Besserung nicht eintritt, dass Menschen dir mit Verschlossenheit und Misstrauen begegnen, da sie anderen Falls befürchten sich an zu stecken?

Benötigt das alleine leben tatsächlich ein Antibiotikum?

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