Gegensätze am anderen Ufer

Im Laufe des Tages flanierten in der Altstadt Dresdens, am anderen Ufer, zwei frisch verliebte über den Neumarkt und trugen ihre Einkäufe gemeinsam heim.

Der Schnee zauberte rund um die Frauenkirche eine Märchenhafte Kulisse. Die Weißen Mützen auf den Sandsteintürmchen der Kirche, der Rauch, welcher geisterhaft aus den Essen empor steigt, das quirlige, bunte treiben in der Enge der Münzgasse. Alles wirkte wie das Innere einer kleinen Spieluhr, welche man öffnet und die Figuren auf dem Platz beginnen sich zum Tanz der Zuckerfee zu drehen, als würden sie zur Melodie tanzen.

Steve war ein extrovertierter, sportlicher Hüne und ein sehr engagierter, erfolgreicher Immobilienmakler, während Lars, mit seiner zurückhaltenden, ruhigen aber ebenso sportlichen Natur, ein gefragter Innenarchitekt war. Der eine verkaufte mit viel Geschick die kühlen Gemäuer und der andere brachte mit Schöngeist die Wärme hinein.

Die beiden ergänzten sich perfekt.

Lars wusch und zupfte den Feldsalat während Steve ihm kulinarische Unterhaltung bot, indem er Lars mit den Garnelenschwänzen fütterte, von welchen man in weiser Voraussicht ein paar mehr besorgt hatte, da sie ansonsten vermutlich nicht für den Salat gereicht hätten.

Wenn Steve eine türkise Vase kaufte, so besorgte Lars einen Strauß blass-rosa Nelken, welcher perfekt darin aussah.

Jede gemeinsam besuchte Party wurde zu einem berauschenden, lustigen, abgehobenen Ritt durch die Nacht und zusammen wurden sie der Ideen ihren Alltag kreativ zu dekorieren einfach nicht müde.

Und es galt allgemein die Regel, je mehr Leute daran beteiligt waren, um so flüssiger das Gelage und um so schmackhafter das Mal… sie waren der Inbegriff für Geselligkeit und für eine intakte Partnerschaft. Sie offerierten das geschmeidige, weiche Leben, so wie es jeder mochte!

Weniger weich, dafür jedoch um so fester, mochten es beide gern wenn es sich um ihre Eier drehte, allerdings nur, wenn das Gegenüber sich daran machte den perfekten Garzeitpunkt zu erreichen und genau hier lag ein Hund begraben, den beide aus Kompromissbereitschaft einfach unter der Erde ließen.

Die einzige Nebensache im Universum, welche durch ihre Liebe nicht zu einem Highlight avancierte war ausgerechnet der Sex… die schönste Nebensache der Welt.

In diesem Punkt nämlich schwammen beide an komplett unterschiedlichen Ufern… oder war es vielleicht doch zu sehr das Selbe?

 

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