Ein Hund namens Schicksal

Valentinstag ist für den Club der Liebenden und Sensiblen unter den Menschen gemacht.

Doch wie in jeder Herde gab es auch unter ihnen ein sogenanntes schwarzes Schaf. Man musste es nur finden und was wir schon in Kindertagen als schwarzer Peter verstanden zu spielen, ist uns im Erwachsenenalter durchaus noch ein Begriff, wenn auch anders formuliert.

In unserem Alter gibt es keinen schwarzen Peter mehr, statt dessen bekommt man die Arschkarte und ich wusste nicht ob ich mich als Verlierer oder Gewinner fühlen sollte, als ich eben diese unfreiwillig zog.

Es war schon früh am Abend, grade zu einer Zeit wo jeder von uns gedacht hätte den Tag gut überstanden zu haben und mit uns meine ich die Singles. Genau dass war wohl mein Fehler: Nachlässigkeit!

Denn eben jenes Gefühl, sich den Tag über vor Anfeindungen geschützt zu haben, machte meine Schutzschild-Aura zu einer pergamentartigen Hülle und mich selbst zu einem Opfer! Wohl hätte ich gut daran getan in seiner Gegenwart die meiste Vorsicht walten zu lassen, was ich aber nicht tat, da ich ihn am wenigsten kannte und daher nicht als Risikofaktor wahr nahm.

Er, der sich in reiner Unschuld gekleidet im Club der Liebenden tarnte und sich nun, in meiner Gegenwart, als schwarzes Schaf entpuppte und zu einem unsensiblen Trampel avancierte! Nur weil wir Single sind heißt das noch lange nicht, dass wir keine Gefühle haben.

Gut. Mag sein dass sie die meiste Zeit des Tages in irgendeiner Nachttischschublade verramscht sind, die noch nicht einmal unsere eigene sein muss, aber… wenn wir auch nicht wissen wo, in jedem Fall wissen wir dass sie irgendwo sind und… dass sie uns trotz, oder grade wegen ihrer Abwesenheit, in diesem Augenblick nicht betrügen!

Ich sollte voran bringen, dass man sich viel zu wenig kennt da man sich zu sporadisch begegnet und man sich nur einer Gemeinsamkeit bewusst ist: Wir kennen beide das Singleleben, doch er gab es auf. Ich würde sogar behaupten, dass ein Hund namens Schicksal ihn an diesem Tage absichtlich auf meinem Weg abseihte.

Er stand kaum eine Armlänge von mir entfernt, als er einen solchen Schuss los ließ, dass ich mich echt getroffen fühlte obwohl ich nie in eine Schlacht gezogen bin! Er fragte mich etwas, dass ich für jemanden der diesen Tag eigentlich herzte, ganz schön herzlos fand!

„Und? Hast du heute noch ein Valentinsdate?“… am liebsten hätte ich ihm sofort eine geklatscht.

Bin ich etwa Dorothy mit den roten Schuhen die nicht ungehindert dem gelben Weg folgen kann, um den Zauberer von Oz zu finden?

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