Die letzte Zutat zur Vollendung unserer Charlotte Pompadour der Weihnachtsgefühle…

… denn natürlich redeten wir, mit leicht gelockerten Zungen und zart rosanen Wangen, welche uns die ein oder andere kleine Wahrheit abschmeichelten, über jene Filme und all das was uns in die erwünschte Stimmung versetzen sollte…

… und ich?… ich äußerte meine diesjährige Inkompetenz zu jenem besagten weihnachtlichen Gefühl.

Unserer Begleitung viel es offensichtlich nicht schwer, so sagte sie es selbst, die durch Gefühlsdusellein in irgendwelchen Kitschfilmen hervorgerufenen Tränen, bis über den Abspann hinaus zu erhalten und mit dem ausschalten der Home Cinema Anlage in ihr eigenes Desaster überzugehen und aus den salzigen Perlen, welche sie für die eben gesehenen theatralischen  Szenen vergoss, eine Kette zu fädeln, welche sich geschmeidig um ihren Hals legte und welche ihr ausgezeichnet stand…

… sie weinte für sich und ihre Vergangenheit… welche in fast greifbarer Ferne lag…

… ich für meinen Teil und ich sagte es offen… habe ebenso meine kleinen „Desaster“ und „Enden“ im Vergangenen Jahr erlebt… aber weinen?

Wie könnte ich eine Träne vergießen, wenn mir der Anblick eines jungen Pärchens am Schmuckstand… beide mit einem Funkeln in den Augen und einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen, weil sie wussten es würde ein perfektes Geschenk sein was die Verkäuferin mit tauben Fingerspitzen in ein Tütchen packte… und ihr kleiner Spross grade beherzt in einen rot glänzenden Apfel beißt?

… wie könnte ich weinen, wenn heitere Grüppchen unter schallendem Gelächter ihre Glühweintassen fest umklammern… und ihren Mündern Dunstwölkchen in den kalten Himmel entfliehen und Liebesschwüre in das Ohr des jeweiligen Partners oder der Partnerin?

… warum sollte ich traurig sein, wenn ein vorbeilaufender, attraktiver Mann mit  dreieckigem Bärtchen unter der sinnlichen, vollen Unterlippe… grau mehlierten Schläfen… verschmitzt lächelnd und eindringlich über seine Brille blickend… mich im vorbeigehen nervös macht und mit der nächsten verschwindenden Mondfinsternis meines Glühweinbecherbodens von den Tentakeln der Massen hinter mir gefangen und für immer… für mich… vom Erdboden verschluckt wird?

… was sollte in mir Trübsal schüren, wenn eine Frau mit wallendem, braunen Haar  an einem dieser verfilzten Hutstände verträumt ihren Kopf neigt und ihre vollen Wangen das vorfreudigste Schmunzeln offenbaren… während sie sich liebevoll über den Bauch streichelt und überlegt ob sie nun lieber die rosa gestreiften oder die blau gepunkteten Handschühchen wählt?… Denn jeder von uns wird gern überrascht.

Was sollte mich auf dem Striezelmarkt zum heulen bringen, wenn er doch solch eine Fülle von wunderbaren Eindrücken und Emotionen, von denen ein jeder so nahe am Leben gebaut waren, für mich bereit hielt?

Es lag mir fern… und ich rechtfertigte es in dem ich sagte… dass ich mich wohl damit abgefunden habe, dass es zu Ende geht noch bevor… es zu Ende war… so ist es.

Und nichts desto Trotz fand ich in all den lieblichen, warmen Beobachtungen und Worten an solch kaltem Abend, jene letzte Zutat, welche gut vermischt mit den anderen genannten Dingen, die perfekte Füllung für die Charlotte Pompadour erzeugten…

… ich entdeckte die vielen kleinen schwarzen Pünktchen… den milden Geschmacksgeber… die Bourbon Vanille in unserer Bayrisch Creme…

… die Sehnsucht…

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