Dekadent und umgekehrt…

„Die Welt ist im Wandel. Ich spüre es im Wasser… Ich spüre es in der Erde… Ich rieche es in der Luft… “ Nein, nein, dies hier soll kein Abenteuerausflug in die Schlacht um Mittelerde werden und wer denkt ich lade zu einer Erholungsreise ins idyllische Auenland ein, der ist schief gewickelt und kann seinen Kurschatten auch gleich wieder dem Handgepäck entnehmen und doch, die Welt um uns erschließt sich immer wieder neu und immer wieder anders und man muss kein Gelehrter sein um die kleinen Details zu bemerken, denn auch wenn ihr es nicht wahrhaben wollt… ihr seid mitten drin, statt nur dabei! Die Fassade der Stadt befindet sich permanent in Erneuerung und das daraus resultierende Kunstwerk ist ein Hochgenuss für das Auge. Doch eine Fassade wird es bleiben… denn hinter den Kulissen spielen sich kleinbürgerliche Dramen ab die weitaus spannender sein können als der Herr der Ringe, intriganter als eiskalte Engel und oftmals auch lustiger als Ice Age 3. Wer als junger Mensch dem Landleben lebewohl sagt und die große Stadt beherzt und offen in die Arme nimmt, der sollte Dresden aus seinem Suchradius löschen, vielleicht sogar ganz das Land verlassen… aber diese These scheint mir zu gewaagt, sie stützt sich auf porösen Mauern, daher werde ich sie verwerfen und bitte jeden sie nicht zu Herzen zu nehmen… aber der erste Teil bekommt meine uneigeschränkte Unterstützung. Denn wo wir schon einmal bei porösen Dingen sind, lässt es sich nicht verleugnen dass das Seelenleben und die Herzen der Menschen mit diesem Adjektiv in einem Atemzug zu nennen sind und sich in dessen Begleitung auch noch, gelinde gesagt… Sauwohl fühlen!

Carrie Bradshaw ging einst nach New York um sich zu verlieben und wie ja die meisten von uns wissen, fand sie nach mehreren Anläufen das große Glück. New York ist groß, New York ist anonym, New York ist menschenüberlaufen und Weltoffen noch und nöcher! Eine Großraumsingelebörse mit einem Reportoire von pervers bis einfühlsam die Tag und Nacht geöffnet ist und scheinbar jedes zerbröckelte Herz wieder zu kitten vermag… ein Schlaraffenland für liebeshungrige und liebesbedürftige und nicht nur der Einwohnerzahl wegen das planke Gegenteil von Dresden. Na gut, pervers und einfühlsam hat Dresden auch zu bieten aber das war dann auch schon alles. Das klingt jetzt wohlmöglich alles etwas negativ eingestellt und verächtlich, es ist aber die Wahrheit. Wenn man auf offener Straße nicht erkannt werden möchte und manchmal monatelang im Treppenhaus oder im Lift niemandem begegnen möchte so sollte man als Wahlheimat nicht Dresden wählen und die Schwule Szene gänzlichst meiden denn früher oder später würde es wohl nach Arnsdorf führen und damit wäre man auch wieder auf dem Lande gelandet. Wir befänden uns also wieder am Anfang. Wollen wir das?

Meine Sinne sind nicht getrübt und alles was sich mir erschließt sind Beobachtungen die ständig einer Fehlinterpretation unterliegen können. Doch ich bin keineswegs auf der Wurstbrühe daher geschwommen… auch wenn die Elbe in diesen Tagen optisch dem ganzen sehr nahe kommt. Darüber hinaus beschränkt sich mein Auge im größten Teil auf den regenbogenfarbenen Teil der Stadt… garnicht auszudenken wie groß das Kino wäre wenn ich mit den Diskrepanzen der Heterowelt auch noch konfrontiert werden würde. Daher bleiben wir einmal im rosaroten Underground, der bunt und schillernd wirkt und dennoch Abründe zu bieten hat die dunkler als jede mondlose Nacht daherkommen und tiefer sind als der Marianengraben und die Wesen oft genauso farblos daherkommen wie die Kreaturen die jener zu bieten hat. Ja ganz recht…. am Arsch ist es finster! Die Menschen welche mich umgeben sind im Altersspektrum genauso vielfältig wie die noch vorhandene Artenenvielzahl in den tropischen Regenwaldgebieten um den Amazonas herum und ebenso breitgefächert türmen sich die kleinen aber feinen Problemchen die von Individuum zu Individuum so farbenfroh ausfallen können wie der Regenbogen nach einem heftigen, warmen Sommergewitter. Die einen geraten immer wieder an unentschlossene, die in einer überschwenglichen Art das Feuer des Verlangens schühren, aber innerlich noch immer mit ihrer sexuellen Orientierung hardern und kurz über lang den Schwanz einziehen. Zurück bleibt in dieser Situation nur ein kleines verkümmertes Herz, welches mit jedem Mal der Enttäuschung das Vertrauen und den Glauben an die wahre Liebe verliert und das diese von nur kurzen, flüchtigen aber dafür sehr intensiven Momenten beeinflusst werden kann ist schon lange kein Geheimniss mehr. Schwerenötern die dazu neigen Herzen zu brechen sei nur ein kleiner Tipp mit auf den Weg gegeben… entscheidet euch erst ob ihr lieber nen Dödel wedelt oder den Teddy bürstet! Das hilft Unannehmlichkeiten vorzubeugen und vorbeugen ist besser als auf die Schuhe zu kotzen. Wir sind schließlich alles nur Menschen und wir haben ein Herz und ja, man mag es kaum glauben ein Hirrn besitzen wir auch. Nur bewart uns dieses nicht zwangsläufig vor Gefühlsduseleien. Wiederum versuchen wir unsere Erwartungshaltungengen auf ein Minimum einzuschränken, auch wenn es schwer fällt. Wir arbeiten dran!

Wieder andere befinden sich in einer Fase des Umschwungs und begegnen uns als Lebenslustige, über den Dingen stehende Menschen. Zunehmend beginnen sie sich Gedanken um die gegenwärtigen Umstände zu machen und eh sie sich versehen stecken sie in über den Dingen stehenden Selbstzweifeln. Sie versuchen alles richtig zu machen und versuchen dieses und sich selbst durchzusetzen, aber dennoch begehen sie damit unentwegt Fehler und treten scheinbar in ein Fettnäppchen nach dem anderen. Wenn man fragt wie es läuft, so muss man mit einer positiven Antwort nicht rechnen und die Antworten auf all die Fragen, welche kommen könnten, gibt es schon lang nicht mehr. Es geht ihnen nicht besser oblgleich es ihnen doch vorher nicht schlecht ging. Ich glaube soetwas nennt man dekadent… etwas gutes dass sich zum schlechten wandelt. Sei es durch eigene Schuld oder von anderen beeinflusst, es ist nicht gut sich stehts in ein schlechtes Licht zu rücken, auch wenn man es damit schafft dem Gegenüber etwas positives über sich selbst herraus zu kitzeln… der Eindruck in diesem Falle ist das was zählt und glaubt mir… ich habe meine Erfahrungen damit gemacht. Dann gibt es noch jene, die den Glauben und das Vertrauen in andere komplett verloren haben und verzweifelt nach einem Halm in der Wüste suchen, an dem sie sich festklammern können. Hierbei sollte ich erwähnen, dass sie den Halt an sich selbst wohlmöglich auch schon verloren haben und den Eindruck vermitteln dass sie rein garnichts mehr zu verlieren haben. Damit stoßen sie auf  Skepsis und diese endet in Ablehnung. Man fragt sich ohne es laut zu äußern ob sie nicht ein klein wenig selber zu ihrem Dasein beigetragen haben und ob ein wenig Zurückhaltung nicht der bessere Weg sei? Das alles klingt, wie schon erwähnt, negativer als es eigentlich ist und ich werde mir in den nächsten Tagen die ein oder andere Thematik noch einmal gründlicher zu  Herzen nehmen um diese auch etwas näher aus meiner Perspektive zu erläutern. Dieser Eintrag soll lediglich einen kurzen Überblick darüber geben was mir in den letzten Wochen näher gegangen ist und wie sich das kleine Stück Dreseden und seine Welt drumherum entwickelt hat. Daher bitte ich darum nicht alles gleich auf die Goldwaage zu legen, sonst sollte sich Dresden schnellst möglich um die Sanierung seiner Brücken kümmern, denn diese werden noch gebraucht.

Ich nutze diesen Blog um mir das ein oder andere von der Seele zu reden und damit den Kopf frei zu bekommen und auch wenn es hier um das Wesentliche drumherum ging so lasst euch gesagt sein ich bin involviert und begebe mich grade auf sehr dünnes Eis. Ich stelle aber fest das es mir sehr gut geht nach wie vor und ich immer noch das Positive in allem sehe, auch wenn ich in den letzten paar Monaten hier und da enttäuscht wurde, wenn Menschen in meinem Beisein und dem Beisein von meinen Freunden sich das recht raus nehmen über diese zu lästern so berührt mich das schon… ich bin nicht dumm. Darüber hinaus wurde mir in den letzten Wochen mindestens zweimal das Wort Schwuchtel hinterher gerufen,  man hat mich mit dem Anhang „Du geile Sau“ nach meiner Telefonnummer gefragt und mich im nächsten Moment als kleines Abenteuer abgestemmpelt. Kleine Jungen erzählen lautstark ihren Müttern, was ich doch für dünne Waden hätte und ich ziehe trotzdem noch kurze Hosen an und trage den Kopf oben. Was ich damit abschließend für diesen sehr kritischen Beitrag sagen möchte ist folgendes. Wir haben alle unsere kleinen und großen Laster zu tragen, wir sollten aber nach möglichkeit versuchen erst einmal selber damit klar zu kommen und die größe des Übergepäcks ein wenig abzubauen, zumindest um die sinnlosen Dinge erleichtern, bevor wir vertrauensvoll anderen unser Herz ausschütten und damit gegebenenfalls den Krämpel wieder anhäufen und zu neuen Dimensionen beflügeln. Manchmal ist abwerfen die bessere Lösung anstatt das Bündel auf dem Rücken immer fester zu schnüren. Denn so fest wir es an uns pressen, sollte uns doch bewusst sein, das es uns garantiert niemand wegnehmen wird!

Verzeihung an alle die sich auf den Schlipps getreten fühlen, es war keine Absicht…

7 Kommentare zu “Dekadent und umgekehrt…”

  1. summertimeDD

    also ich muss schon sagen, dass ich mich betroffen fühle und auch mit abstand betrachtet, tut mir dieser text sehr weh.
    aber vielleicht ist ja genau die geschilderte befindlichkeit dresdens die ursache für den status, an dem wir alle angekommen sind.
    schade und gut für einen klaren blick zugleich!

  2. Prinz Eric

    Schlipps besser verknoten, denn nach dem Hinweis immer noch draufzutapsen , naja, ig wees ni …

    50/50
    finde ich hier Worte, die mein denken wiederspiegeln und zugleich meine Einstellung treffen …

    50/50
    finde ich hier Worte, die ich so nicht gewählt hätte, dazu habe ich dennoch eine andere Meinung…

    50/50
    melden sich die Richtigen und zugleich genau die Falschen

    50/50
    ist meiner Auffassung auch das Dresden, wie es beschrieben wurde: Ja oder Nein, Rechts oder Links, Schwarz oder Weiß …

    Konsequenz strebt nach vorn, alles andere wirft zurück, dass zu verstehen dauert lang oder kurz, 50/50 halt 😉 <- Der Smiley sei mir gegönnt.

    Ich bin auf die näheren Betrachtungswinkel sehr gespannt …

  3. spontiv

    1. Das Eis kann nicht zu dünn sein wenn es dir dabei gut geht.
    2. Ich trage keinen Schlips.
    3. Ich hab Appetit auf Pizza. Wann?

  4. i know

    „Sag mir wo du stehst“ … ein Lied das sich hier manch einer anhören sollte!

  5. Heffa

    Zu Summertime: Dieser Text soll keineswegs erschütternd wirken und sicherlich ist der Nachdruck zu den Zeilen unverkennbar. Als ich ihn schrieb war ich auf Bass und dementsprechend direkt sind die Worte ausgefallen. Ich möchte nicht für einen klareren Blikwinkel sorgen, denn das ist nicht meine Aufgabe und liegt jenseits meiner Fähigkeit. Aber ich möchte gerne das du dich erinnerst, was einmal gut war und nach wie vor Bestand hat.

    Zu Prinz Eric: Zu fünfzig Prozent sind deine Beobachtungen noch ein Stück anders als die Meinen und sicherlich ebenso verwirrend. Doch in dieser Materie stecke ich nicht drin, daher maße ich mir dazu kein Urteil an. Der Smiley sei dir aber gegönnt.

    Zu Spontiv: Zu 1. Wie wahr!
    Zu 2. In der Tat, du trägst keinen Schlips.
    Zu 3. Ich denke nächste Woche wäre ne Pizza ganz toll!

    Zu I Know: Ein Unbekannter, der etwas zu dem Geschriebenen sagen kann? Das klingt interessant und verwirrt mich über die Maßen.

  6. Hans-Georg

    Wer sich auf den Schlips getreten fühlt hat sicher dazu beigetragen, dass du die Dinge so beleuchtet hast, wie sie aus deiner Sicht sind.

  7. summertimeDD

    es fällt schwer schwer, in erinnerungen zu schwelgen, wenn die realität eien andere sprache spricht. mir ist nicht klar, was eigentlich passiert ist, aber es scheint schon so, das ich es niemanden mehr recht machen kann. und langsam frage ich mich, ob ich das überhaupt muss. ich habe derzeit keine zeit, pizzen zu essen und daher seh ich gerade keine möglichkeit, in einem klärenden gespräch die eine oder andere problematik zu diskutieren. aber ich bin jederzeit auch anrufbar und der letzte, mit dem man nicht reden kann.

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