Ausbrechen…

Es ist ja nun schon doch ein paar Tage her, dass ich mich das letzte mal zu Wort gemeldet habe und daher nutze ich die ruhige Minute um die Handvoll Leser dieses Blogs mit neuem Stoff zu verköstigen. Auch wenn mein letzter Eintrag von einer leichten Prise Melancholie in die Schräglage gedrückt wurde so hat mich das Schicksal noch nicht dahin gerafft und mein Seelenleben hat keinen Schiffsbruch erlitten, denn Unkraut vergeht ja bekanntlich nicht und die paar Fragen welche ich in den Raum der Leere die uns umhüllt gestellt habe, bleiben weitestgehend unter Verschluss und vorübergehend unbeantwortet. Es scheinen gegenteilig sogar immer mehr zu werden, aber das macht die Gesamtsituation spannender und ich bin mit dieser keinesfalls unzufrieden. 

Ich habe bis hier her eine wundervolle Woche erlebt, in der ich meines erachtens nach mehr als nur aus mir herausgebrochen bin. Mit Stillstand und Ruhe hatte diese nur sehr wenig zu tun… eigentlich immer nur dann wenn ich grade am schlafen war… und da habe ich nicht viel mitbekommen… selbst die Träume blieben aus, ebenso wie die kleinen Tagträumereien welche meinen Alltag regelmäßig begleiten und die Ruhe, welche ich zum schreiben brauche hielt ebenso Abstand von mir. Es fing schon am Sonntag der letzten Woche an, wo ich einen wunderbaren Abendspatziergang im Pillnitzer Schlossgarten machte und zwar nicht alleine… man glaubt es kaum. Ein gelungener Abend, an einem wunderschönen fleckchen Erde, mit einer sympatischen Person… angeregte Gespräche und ich habe mir sogar vorsingen lassen. Das hat bis Dato noch niemand für mich getan. Schnell startete meine Woche und sie hat an Tempo noch nicht verloren. Neue Bekanntschaften pflasterten meinen Weg und Personen, welche schon längst in Vergessenheit geraten sind kamen zielstrebig auf mich zu. Darüber hinaus wurde mein Tagesbild von netten Gesprächen mit gegenwärtigen Leuten in meinem Leben ausreichend verziert und ein kleiner Plausch jagte den anderen und das Lächeln auf meinen Lippen versiegte nie und wurde nicht selten von schallenden Lachen abgelöst.

Ich war kurzentschlossen shoppen, nichts großes aber es war shopping. Ich war in der Stadt, ich war Eis essen, ich war an der Elbe, ich war Weinschorle trinken und Fassbrause, die meine Lippen und meine Zunge rot färbte. Ich lauschte klugen Worten, ich alberte rum, ich war essen, ich habe Fotos gemacht, ich bin nicht zum lesen gekommen, ich war joggen, ich war mit dem Bike unterwegs, ich ging meinem Französischunterricht nach… der von mal zu mal toller wird… , ich hatte stressige Vormittage auf Arbeit und zuweilen ging mir diese besonders gut von der Hand. Ich war die ganze Woche voll da und doch irgendwie abwesend denn mein innerstes meldete sich nach wie vor noch nicht zurück. Wahrscheinlich macht es grade Urlaub auf den Seyschellen, aber was soll ich sagen… ich genieße die Zeit. Wenn es zurück kommt hoffe ich das es mich mit Antworten überhäufen wird, denn wie soll ich wissen wo ich entlang soll wenn mein Bauch sich nicht meldet und mein Verstand zeitweise sogar die Mücke macht? Mein Horoskop sagt das ich mich bald in einer neuen Situation befinden werde und das ich mich innerlich schon einmal darauf einstellen sollte. Doch was macht mein innerstes? Es sitzt Cocktailschlürfend an der Strandbar eines vier Sterne Hotels und lässt sich von Salzarhytmen und Baströckchen in die Nacht entfüren, während ich versuche auf einer meterhohen Welle der Emotionen das Gleichgewicht nicht zu verlieren, wobei ich weis dass sie längst schon die Oberhand ergriffen hat und nur darauf wartet dass es mir das Surfbrett unter den Füßen wegzieht und mein zerbrechlicher Körper von der Brandung verschlungen wird.

Doch im Eifer des Gefechtes wird es schnell gehen und nicht sehr weh tun und bevor die Lautstärke um mich herum erlischt, werde ich schnell noch ein paar Atemzüge davon nehmen. Ich fühle mich gut und ich danke allen die bis jetzt an meiner Woche beteiligt waren und hoffentlich auch ein Bestandteil der nächsten sein werden.  Dankeschön!

7 Kommentare zu “Ausbrechen…”

  1. Danny

    Ist eine zu gewagte Diagnose? Du bist verliebt?
    Würde mich sehr für Dich freuen!

  2. spontiv

    Bitteschön!

    Und lass dein innerstes ruhig noch ein paar Wochen auf den Seychellen an der Strandbar sitzen…

    Obiger Diagnose schließe ich mich an. 🙂

  3. Heffa

    Ich fühle mich sauwohl, das ist alles… von verliebt sein ist keine Rede, obwohl… ich bin verliebt ins Leben!^^

  4. Danny

    Dann möge Dir diese Liebe lange erhalten bleiben.
    *drück-dich-ganz-fest*

  5. spontiv

    Schön zu hören! Weitermachen… ^^

  6. summertimeDD

    es ist schon verblüffend, einen menschen wieder zu treffen, den man verhalten und eher introvertiert in erinnerung hatte und der jetzt frohgemut und gutgelaunt im alltag unterwegs ist. mir macht das unheimlich spass und ich fühle mich ein wenig wie neben dieser situation als staunender betrachter und bin doch akteur zugleich. und da drängt sich der wunsch förmlich auf nach einer wiederholung, die schon sofort beginnen könnte.
    der sommer wird schön.

  7. Heffa

    Bleibt nur zu hoffen das dieses Stück kein Drama wird, aber davon gehen wir nicht aus, denn der Sommer wird schön… daran sollten wir glauben!

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