„Irgendwann“

Thomas Kleinstück am 17. März 2017 um 21:14

Wie sie Atmen und sich regen, noch vom Winter ganz erfroren,

fliehn erregt aus dunklen Erkern, wach geküsst und neugeboren.

 

Jagen emsig sportlich Ziele, denn die Maienzeit naht bald

und beklagen was verrostet, aufgeweckt ist jung und alt.

 

Schweben sehnsüchtig gen Himmel, blinzeln aufgeregt ins Licht,

sind vor Kälte noch benommen, ganz verschwomm noch ihre Sicht.

 

Zarte Wolken ziehen droben, müde Kissen warm und weich,

tragen fort das Eis des Winters, Sonne tränkt das Erdenreich.

 

Weckt und kitzelt sanft die Blüten, stupst so manche Knospe an,

tief im Herzen regt sich Sehnsucht, ein Geschenk für Jedermann.

 

Lauschen voller gier den Noten, dieser ersten Leichtigkeit,

Vogelsingen und Liebesschwüre sind der Klang der Frühlingszeit.

 

Dennoch ist`s frisch, mild trügt der Schein, fern sind die warmen Tage,

noch kann es heut und morgen schneien, doch Frühling wird`s… ohne Frage!

 

Ach, wie lieb ich diese Zeit! Blühend, frisch und unverbraucht

und sie bettet ruhig die Sehnsucht, irgendwann, verlieb ich mich auch.

 

Thomas Kleinstück, 16.03.2017

Disneys – Die Schöne und das Biest

Thomas Kleinstück am 17. März 2017 um 18:40

Ach ja! Tale as old as Time….

Ich weis noch wie ich vor fünfundzwanzig Jahren zu Weihnachten das Buch „Die Schöne und das Biest“ unter dem Weihnachtsbaum fand. Und wie ich mich Hals über Kopf in die Geschichte um die schöne Belle und das verzauberte Schloss verliebte.

OK, ich als hoffnungsloser Disneyfanatiker bin von nahezu allem aus dem Kinderträume-wahr-werden lassenden Hause verzaubert. Aber von allen mehr oder weniger klassischen Klassikern, welche die Trickfilmschmiede hervorgebracht hat, ist die Schöne und das Biest mein absoluter All-Time-Favourite!

Um so freudig erregter war ich natürlich, als erste Gerüchte einer Realverfilmung aufkamen und um so hippeliger war ich, als der Film gestern in die deutschen Kinos Einzug hielt. Schon seit einer Woche trug ich mein Ticket mit mir herum. Und gestern durfte der kleine Junge unter dem Weihnachtsbaum endlich auspacken!

Da ich den Trickfilm und das Musical schon kannte und liebte, konnte es der Film im Grunde genommen gar nicht versauen. Und so kam ich, der süchtig nach der Musik und all den skurrilen Charakteren ist, zu hundert Prozent auf meine Kosten. Disney tat das, was es am besten konnte. Es verzauberte mit viel Liebe und Magie.

Zur Story brauch ich wohl nicht viel erzählen. Denn die Liebesgeschichte um die schöne Belle und den verwunschenen Prinz dürfte mittlerweile jedem bekannt sein. Ich selber bin mit der Erwartung ins Kino gegangen die Musicalfassung des Disneyklassikers auf der großen Leinwand zu sehen und so in etwa, solltet ihr es euch dann auch vorstellen.

Musikalisch dürft ihr euch auf die altbekannten Lieblingslieder und ein paar völlig neu komponierte Stücke freuen. Wobei die Texte teilweise eins zu eins übernommen wurden, was zum mitsingen animiert. Jedoch wurden sie musikalisch neu arrangiert und langatmiger interpretiert, was nicht schlecht ist, aber ungewohnt, wenn man das Disneyoriginal so sehr verinnerlicht hat wie ich.

Und wo wir schon einmal beim Original sind, dürfte das der größte Unterschied zum Zeichentrickfilm sein. Der Film hängt sich mehr an die eigentliche Erzählung von die Schöne und das Biest. Die es ja nicht erst seit 1991 gibt. So wird kurz das Leben im Schloss, bevor der Fluch ausgesprochen wurde, thematisiert und auch die Rose im Garten des Schlosses, für welche die Schöne erst in Gefangenschaft geriet, wurde in der Geschichte zurecht verflochten. Ähnlich wie es schon bei Cinderella gemacht wurde, hat Disney die Geschichte um ein paar Sidesteps bereichert, um ein emotionaleres Geflecht um die Charaktere zu knüpfen und ihre Werdegänge und Hintergründe nachvolziehbarer zu gestalten. Was auch sehr gut gelungen ist! So wirkt Gaston ein bisschen fieser und Maurice weniger zerstreut und verwirrt als er im Zeichetrickfilm dargestellt wurde.

Den größten Aha-Effekt löste jedoch bei mir das Biest aus. Als die ersten Bilder veröffentlicht wurden, wie denn das Biest im Film aussehen würde, reagierten die meisten Fans skeptisch… auch ich. Aber die Darstellung und Animation im Film ist schlicht sensationell! Das richtige Verhältnis aus biestig und liebenswert und einer Mimik und Gestik dass man es einfach lieben muss!

Was Animationen und Spezialeffekts angeht zieht die Schöne und das Biest, mit seinen liebevoll gestalteten und dank moderner Computertechnik ins Leben gerufenen Charakteren, alle Register. Wobei die schauspielerische Leistung der Protagonisten aus Fleisch und Blut immer etwas fad… irgendwie gestellt daher kommt. Hier erinnert das ganze dann schon sehr an ein Bühnenstück, als weniger an einen Kinofilm. Ich bin aber auch fest davon überzeugt, dass der Film als Originalfassung, sprich in Englisch, sein volles emotionales und künstlerisches Potenzial auf die Leinwand zaubert. Die Synchronisation ist stellenweise gewöhnungsbedürftig und durch die vielen showstehlenden Computereffekte wirken die menschlichen Protagonisten hin und wieder etwas deplatziert. Ein Defizit welches sie in der englischen Fassung durch ihre gesanglichen Leistungen bequem wett machen können. Wer also der englischen Sprache mächtig ist, dem sei die Originalfassung ans Herz gelegt.

An dieser Stelle sei noch gesagt: dass es rein optisch gesehen keine bessere Besetzung als Emma Watson für die Rolle der Belle gegeben hätte…!

Im Fazit bleibt über die Schöne und das Biest 2017 zu sagen, was ich oben schon erwähnte. Disney hat das Musical mit viel Liebe und Tricktechnick auf die große Leinwand gebracht. Fans des beliebten Disneyklassikers werden es genauso lieben, wie all jene unter uns die Märchen über alles lieben und Pippi in den Augen und Gänsehautmomente gehören auch bei diesem abendfüllenden Disneyfilm zur Grundsubstanz!

Ach ja… Märchen schreibt die Zeit – Doch dieses Märchen ist zeitlos;)

 

Komplett anders und doch der Selbe! 4

Thomas Kleinstück am 21. August 2016 um 20:09

Es kam die Zeit der Schneebälle, die Küken, die Kirschen und schließlich wieder die Kastanien und so verstrichen die immer gleichen Jahre ohne dass sich irgendetwas grundlegendes änderte.

Immer öfter sah man das junge Pärchen, auch als solches, in den Straßen der Stadt umherwandeln und Laura? Ihre Liebesgeschichte war nach wie vor eine unebene Straße, gepflastert mit Steinen aus Leidenschaft und Verdruss.

Ihre größte Hingabe galt noch immer dem Café und seit neuestem ihrer schwarzen Bullidame Freddie, die sich zwischenzeitlich ein Platz auf Lauras Couch und in ihrem Herzen erobert hat.

Ihr war es auch zu verdanken, dass Laura sich an jenem warmen Mainachmittag die kleine Bank, unter dem großen Baum mit den blauen Blüten, ersuchte, um während der täglichen Gassirunde eine kleine Pause einzulegen und das schöne Wetter ein paar Momente lang genoss.
Völlig gedankenverloren beobachtete sie das hypnotisierende Fallen der blauen Blütenblätter und bemerkte nicht, wie neben ihr ein Radfahrer, auf dem sandigen Weg, rutschend zum stehen kam.

„Eine Waldmeisterbrause und ein doppelter Espresso bitte!“, drang es kräftig und irgendwie vertraut an Lauras Ohr.

Etwas erschrocken blickte sie nach oben und hielt sich die Hand vor das Gesicht, um die dunkle Gestalt zu erkennen, welche sich provokant zwischen Laura und die Sonne schob.
„Oh mein Gott, es lebt noch!“, scherzte sie überrumpelt,“… na Kleiner, alles fitt!?“

Es war nun mal ihre Mundart, doch noch während sie es aussprach bereute sie die Wortwahl bereits.

Die folgenden drei Minuten fühlten sich für beide wie eine Ewigkeit an. Vielmehr Zeit hatte Marco nicht, denn er war auf dem Weg jemanden abzuholen.

Lydia erwähnte er mit keinem Wort, aber allein schon die Tatsache, dass er noch hier in Dresden wohnte, gab genug Recht zur Annahme, dass es sich bei diesem Jemand wohl um Lydia handeln musste und er seinen vorehelichen, selbstauferlegten Pflichten nachging.

Was tut man nicht alles für die Liebste? Die Richtung, in die er unterwegs war, stimmte jedenfalls.

Auch sonst schien sein Leben sehr gradlinig zu verlaufen.

Er war zwar noch hin und wieder in der Welt unterwegs, jedoch nicht mehr so häufig und lange wie früher und auch sonst sind die abenteuerlichen Passagen seinem Smaltalk entwichen, so dass die Konversation nunmehr einem hausfraulichen Tratsch gleich kam… und dennoch wurde Laura das Gefühl nicht los, dass er sich mehr von dieser Begegnung erhoffte.

Der Indiana Jones in ihm war noch immer am Leben und rebellierte ein wenig gegen das Leben, welches er sich selber ausgesucht hat. Er liebte es sehr, doch die Freiheit vermisste er ein wenig.

Und als er Laura hier sitzen sah, frei alles zu tun wonach ihr beliebte, erinnerte er sich an die salzige Luft, an die schroffen Berge, an die Fremden Länder, die vielen Frauen, an ein Leben dass jeden Tag anders und neu daher kam.

Doch Laura ließ ihn abblitzen und war froh, als er sich auf machte weiter seiner Wege zu fahren, jedoch nicht ohne zu erwähnen, wie schön es war sie wiedermal gesehen zu haben und nicht ohne die Drohung los zu lassen: Er würde sich melden.

Vielleicht wäre ihr Leben etwas anders verlaufen, wäre sie vor fünf Jahren offensiver gewesen, denn anscheinend war Marco weniger fahrig, als er sich selbst immer darstellte.
Doch selbst jetzt, nach fünf Jahren, versuchte er wieder bei Laura dort zu landen, wo er bei Lydia längst schon heimisch war und vielleicht war es auch der erneute plumpe Versuch aus ihr das heraus zu kratzen, was Lydia ihm von Anfang an bot… eine Herberge.

Ein Ort zum zurückziehen. Ein zu Hause in einer Stadt, in der er nie eine Heimat sah oder etwas behagliches vermutet hätte.

Sie wurmte es ein wenig, dass die Begegnung sie so in Wallung brachte und so zündete sie sich nervös eine Zigarette an, während sie die nostalgischen, fast schon wehmütigen Gedanken über sich hereinbrechen ließ. Denn neben alle dem, was er damals bei seiner Ankunft in dieser Stadt auch verlor, bekam er etwas, was ihr noch immer verwehrt blieb… eine kleine Familie und ein wohlwollendes Herz.
Der Schrille Ton ihres Telefons riss sie jäh aus ihren einsamen Gedanken und ihr kam in den Sinn, dass er im Gegensatz zu ihr, die Telefonnummer in all den Jahren nie aus seinem Handy gelöscht hat. Und sie sollte Recht behalten.
„Hey Kleines! War schön dich mal wiedergesehen zu haben. Vielleicht hast bei Gelegenheit mal Lust auf eine Brause, oder einen Wein, oder…“
Ende des Textes und eine weitere aussagekräftige Bildmitteilung folgte prompt!
„Gruß Marco“
Nein, er war doch immernoch der Selbe und wie weit er tatsächlich gehen würde, das würde sie niemals zulassen zu erfahren.

>>ENDE<<

Thomas Kleinstück, 29.05.2015

Komplett anders und doch der Selbe! 3

Thomas Kleinstück am 11. August 2016 um 23:45

Lydia servierte heiß! Ohne etwas anbrennen zu lassen!

Und zweifelsohne verstand sie es nicht nur die Fürsorge zu geben, die so ein mutterloser Wildfang dringend brauchte, ohne sich je wirklich danach zu verzehren… Nein, wer Lydia etwas besser kannte wusste genau, dass sie genügend Feuer besaß, um den Stier in die Arena ihres Schlafzimmers zu locken und dort packte sie ihn, genau wie er es brauchte, ordentlich bei den Hörnern und in Marcos Fall eben bei den Eiern. Und nach eben jenem Szenario, verzehrte er sich ganz bewusst!
Doch wo Rauch ist, da ist auch Feuer und so verdichteten sich nicht nur die Gerüchte um eine angebliche Liaison zwischen Marco und Lydia, man sah sie auch immer häufiger in unmissverständlicher, trauter Zweisamkeit.
Spazierend im Park. Turtelnd im Kino. Zukunftspläne schmiedend in schwedischen und heimischen Einrichtungshäusern. Und nicht zu vergessen die unzähligen Male, als er Lydia zur Arbeit begleitete und jede Faser ihrer Körper noch nach dem gemeinsamen Liebesnest roch.

Ja man konnte meinen ihnen glühten noch die Lenden, aber wenn man einen von beiden darauf ansprach so war es stets: “Rein platonischer Natur!“

Laura nutzte die Entwicklung der Beiden um sich vor Marcos Augen immer mehr rar zu machen. Denn nach wie vor flirtete und schäkerte er in ihre Richtung, um seine draufgängerische Fassade aufrecht zu erhalten. Doch in Lauras Augen war es einfach nur noch lächerlich. Erst recht, als die Zeit der Ausstellung sich dem Ende neigte und er nach Erfüllen seiner Mission ohne Umwege nach Dresden zurückkehrte, um… und jetzt wird’s spannend… Sesshaft zu werden.
Denn immer noch schrieb er ihr und unermüdlich brachte er seinen nimmersatten Trieb auf ihren völlig appetitlosen Schirm.

Laura fand keinen Reim darauf, warum er das machte, also statuierte sie ein Exempel und löschte die Nummer von Marco, damit sie seinen doppeldeutigen und unzufriedenen Nachrichten und Bildern ein für alle mal entging.

Konnte er nicht einfach zugeben, dass all das was er immer offerierte, nur die perfekte Inszenierung eines unperfekten Lebens war?
Das schönreden einer Realität, die er sich tief im Herzen immer anders vorgestellt und ausgemalt hatte?Wäre es nicht auch ein Akt purer Männlichkeit gewesen zu seinen wahren Gefühlen zu stehen und jenes Glück, welches er wohl mit Lydia gefunden hat, auch mit anderen zu teilen?
Doch auch Lydia schwieg sich aus und verbarg, was unlängst als offenes Geheimnis ihren Dunstkreis erfüllte.
Denn neben Marco trat auch ein neuer Job in ihr Leben und so sah sie keine Notwendigkeit zu ihren Gefühlen Stellung zu nehmen.

Und mit jenem Wandel entschwand auch langsam der Sommer aus der Stadt und ein paar Wochen später schon, ging jeder seiner selbsterwählten Wege und so langsam wurde es Herbst…

…. Fortsetzung folgt…

Langsam wird es Herbst….

Thomas Kleinstück am 3. August 2016 um 22:01

Ich liebe diese Tage!

Die ersten grauen, schweren Wolken zwischen sommerlicher Leichtigkeit. Die Abende sind kühler und gelegentliche Schauer ziehen höhnisch übers Land, um Muskelshirts und Flipflops zu ärgern und zu vertreiben. Die Welt zeigt deutlich dass sie Veränderung lebt und gleitet Stück für Stück in den Herbst hinüber.

Und wir?

Gleiten Stück für Stück aus der Barfüßigkeit in die Socken zurück. Während wir auf der Speisekarte des Lebens wieder die Roulade mit Rotkohl und Kartoffeln wählen, an Stelle von Tomate mit Mozzarella und Basilikum.

Und auch unser emotionales Kostüm wechselt die Garderobe. Von „Nein man, ich will noch nicht gehn. Ich will noch ein bisschen tanzen!“, zu „Nein Mutti, ich will noch nicht zur Schule“ ist es in diesen Tagen nur ein winziger Schritt und auch wenn man es nicht wahr haben möchte, aber ich bin sicher, es betrifft uns alle.

Die lockeren Flirts und das austesten, was mit wem in welcher Intensität geht, werden langsam wieder eingemottet und wir verspüren zunehmend den Drang uns in ein Kostüm zu hüllen, welches länger bleibt, als nur für eine Nacht oder gar nur ein paar Minuten.

Sicherlich, viele von uns wollen das so und ich gebe zu, dass auch ich das Herz in den letzten Jahren über eine Autobahn getrieben habe, an Stelle es auf fruchtbaren, saftigen Wiesen sich frei entfalten zu lassen. Und sollte es sich doch einmal auf eine so hoffnungsvolle Lichtung verirrt haben, so tat ich alles daran, es wieder loszureißen.

Fastfood statt Hausmannskost hält in unsere Befindlichkeiten Einzug und verödet so langsam unser Empfinden. Richtig satt jedoch werden wir dabei nie. Doch so wie ein Big Mac vorgaukelt uns zufrieden zu machen, verarschen wir, mit der Schnelllebigkeit unserer Sexualität doch letztendlich nur uns selber.

Denn seien wir mal ehrlich. Wir können uns noch so beharrlich einreden, dass Beziehungskisten und dieses ganze emotionale Gedöns, von wegen Bindung und Rechenschaft ablegen wollen, nix für uns ist. Wenn der oder die Richtige vor uns steht, werden wir diese wilden Thesen alle über den Haufen werfen und wir werden bereit sein und wir werden wollen und wir werden uns dabei ertappen Rechenschaft abzulegen und wir werden es lieben, weil wir lieben!

Sonst könnten wir uns den ganzen Dating-Mist doch sparen. Ist es nicht so?