Wo die Raaben schliefen und die Hoffnung sich zeigte…

So trat ich den Weg nach hause an, leichter und heller im Gemüt und irgendwie beschwingt und beflügelt. In mir bebte es und ein wildes Wesen drängte danach frei gelassen zu werden. Keine Frage ich werde nach hause kommen und ich werde malen. Ich rante förmlich die Treppen zur Wohnung hinauf, durchquerte den Flur und verschwand schnell und ohne ein Wort in meinem Zimmer. Schnell legte ich ein paar wohltuende Klänge ein, rückte mir mein Stühlchen zurecht, griff beherzt nach einer Leinwand und öffnete mein Kästchen mit den Bleistiften. Schnell ließ ich die graue Spitze über die raue Oberfläche gleiten, hier und da verbesserte ich etwas, aber im großen und ganzen ergab es genau das, was ich mir vorstellte und die Zeichnung sollte auch nur als Anhaltspunkt dienen. Sie würde später eh nicht mehr zu sehen sein und stellte nur eine Art Richtlinie da, für die Führung des Pinsels. Die Wahl der Farben stand fest und so richtete ich mit schnellen Bewegungen den Hintergrund her und machte mich dann an den Mittelpunkt des Bildes. Ich war voller Freude und Eifer und die Zeit verging wie im Flug. Rasant und zielsicher führte ich die weiche Spitze des Pinsels über das Tuch, ich malte Konturen und ich setzte Schatten und eh ich mich versah, war es fertig und ich war glücklich und leer.

Schnell noch ein Signum gesetzt, damit es auch von mir ist… est voila… es ist schön, es ist sinnlich, es ist ästhetisch und es ist grün. Ja in der Tat, es ist durchgängig grün. Ein Mann sitzt nackt und leicht gekrümmt auf dem Boden, den Kopf zur Erde geneigt mit dem Rücken zu uns. Er ist bedrückt, er ist traurig, er schämt sich. Er ist schlank, schön, aber nicht ohne Markel. Er ließ sich fallen und er versucht sich zu stützen… ich bin sicher er wird wieder aufstehen. Ist grün nicht die Farbe der Hoffnung? So werde ich es nennen… “Verloren in Hoffnung”… so soll es heißen.

Es war noch genügend Zeit um einen Spatziergang in der Kälte zu machen, oh ja, das musste jetzt sein. Ich lief ohne Ziel und ich kam unter großen Bäumen entlang, Linden, ich meine mich zu erinnern, an diesem Ort schon einmal gewesen zu sein. Doch was war das? Die Kronen schienen dicht belaubt zu sein. Sie verdunkelten den Himmel, welcher ohnehin schon von der Nacht gezeichnet war. Der Blick auf den Mond wurde verdeckt. Etwas schlummerte dort oben. Ich blieb stehen und schaute mich um. Mein Blick floh von Ast zu Ast und auf den Boden und wieder die Bäume hinauf. Um mich herum tropfte es. Wie Blätter die zu Boden vielen und hier und da war ein einzelnes Ächtzen zu vernehmen. Schauer überkamen mich und ein muffiger Geruch lag in der Luft. Das Knacken der Zweige veriet mir das sich über mir etwas bewegte. Ich beschloss die Straßenseite zu wechseln, denn die Bäume dort waren kahl, so wie es sich für diese Jahreszeit gehörte. eiligen Schrittes überquerte ich das glatte Kopfsteinpflaster und erneut überkamen mich Schauer, als ich merkte das die Kronen der Bäume laut wurden, sie schrien und plärten und setzten sich mit mir in Bewegung. es waren Raaben, nicht einer, unzählige, tausende. Sie mochten sich von meiner Anwesenheit gestört fühlen, oh wenn sie nur wüsten wie ich mich durch ihre Anwesenheit gestört fühle. Sie folgten mir und unaufhörlich ließen sie Teile von Zweigen und Kot auf mich herabregnen. Ach wäre ich nur zu hause geblieben. Als mir die Flucht gelang und ich mich etwas ausruhen konnte, bemerkte ich das ich keine größeren Schäden davon getragen hatte, meiner Schlankheit sei an dieser Stelle gedankt und ich war froh, das die Raaben mich nicht weiter verfolgen wollte. Hatten sie vielleicht ein anderes Opfer gefunden? Wie dem auch sei, ich lief etwas beängstigt wieder zurück in die vier Wände und beschloss meinen nächsten abendlichen Spatziergang auf anderen Wegen zu gehen. Dort wo die Raaben schliefen mochte ich nicht sein und nicht mehr hin.

Daheim begutachtete ich noch etwas das Bild und ich beschloss es in den Blog zu setzen. Wenn alles klappt wird es bald folgen, vielleicht schon nach diesem Artikel. Ich habe alle kreativität, welche in mir pulsierte nach draußen gelassen und nun war ich ausgepumt und froh und konnte Gedankenfrei mich einem neuen Buch widmen, bevor ich mich der Nacht hingab. An jenem abend erreichte mich noch ein kleiner Engel, ein hoffnungsträger, der mir Freude machte. Er flüsterte mir einen gute Nacht Gruß ins Ohr und ich flüsterte ihm zurück. Es war eine Botschaft vom Chevalier, welche mich gut schlafen und tief einschlafen ließ. Ich wünschte jeden Tag eine zu bekommen und wäre es nur eine…

http://www.youtube.com/watch?v=9dAqdx4cOBU&feature=related

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