Wie war dein Tag?

David sitzt teilnahmslos auf dem Beifahrersitz des Autos. Seine Blicke enden im Nirgendwo und sein Kopf ist frei von Gedanken. Ein leichter Dreitagebart umrahmt seinen sinnlich geschwungenen Mund. Die Menschen am Stassenrand scheinen ihn fragend an zu sehen, als wollen sie wissen, was ihn bedrückt. Er wusste die Antwort. Irgendwann am Morgen stand er auf und liess die hälfte von sich einfach liegen. Er wusste er würde sie heute nicht brauchen. Er war sich sicher als er das Postit mit den Hieroglyphen las. Was da stand war natürlich in makellosem Deutsch geschrieben, aber von ebenso makelloser Sinnlosigkeit. Er macht sich daran die Fenster aufzureißen und den Geruch der Nacht zu vernichten. Dann setzte er sich eine Tasse Kaffee an. Er machte das wie ein Ritual. Die Tasse aus welcher er trank wurde mit Wasser gefüllt und mit genau der Menge wurde dann das Pulver der gemahlenen Bohnen überbrüht. So vermeidete er, das ein Rest übrig bleiben würde. Danach räumte er die Tische ab und entfernte Kaffeeränder und Wasserflecken von den Tischen. Er räumte die Küche auf und saugte einmal durch. Das tat er während er innerlich fluchte, manchmal auch laut vor sich her. Ihm war bewusst, das es gut möglich sein konnte das er es die Woche noch mehrmals so tun würde, was ihn noch mehr erregte. Er fragte sich warum er das tat, aber die Antwort wusste er schon lang nicht mehr. Er wischte und polierte weiter. So bald er sich umdrehte war ein neuer Fleck da, ein neuer Topf und überall lagen und hingen Tücher und Wäschestücke. Er hob etwas auf und räumte es fort und im nächsten Augenblick fiel wie aus dem nichts etwas neues herunter und tauchte die Räumlichkeiten in Chaos. David zerbrach innerlich und die Situation bereitete ihm Kopfschmerzen.

Selbst wenn Peter nicht da war, waren die Zimmer voll von Ihm und er stellte sich wie eine Säule aus Mamor in den Weg. Unbeweglich, massiv und versehen mit Gedankengut und einem Willen wie ein Geröllfeld. Labyrinthartig und erdrückend. Was er wollte konnte er sich nehmen, wenn er wollte. Dieser Macht war Peter sich bewusst und Kritik daran erdultete Er nicht. Genauso wenig wie Vorwürfe.

Seine Finger verkrampfen sich beim zugreifen des Lappens. Alles was ihm in die Hände kommt fühlt sich so überflüssig an und er hätte gut Lust dazu alles zu zerschmeißen. David würde am liebsten jeden einzelnen Gegenstand zum Fenster werfen und die zerberstenden Scheiben würden ein Spiegelbild seiner Seele sein. Schreien möchte er und Tränen schießen ihm in die Augen. Er möchte sich ins eigene Fleisch beißen, den Schmerz spüren. Er fühlt sich hilflos und verloren und er fühlt sich schuldig. Er tat nichts von alle dem. Er weinte nicht und er schrie nicht. Ein paar Stunden ließ er verstreichen denn er wusste das sein erhitztes Gemüht von selbst wieder abkühlen würde. Ein Tag wie dieser war schließlich kein Einzelfall und gehörte fast schon zum Alltag. Bald wird Peter nach hause kommen und die Wohnung, welche voll mit seinem Willen ist mit seiner physischen Anwesenheit zieren. Wie das Postit offenbarte standen ihm noch ein paar Erledigungen im Sinn und David sollte mitkommen. Peter erkundigte sich danach wie der Tag von David gewesen sei, aber David erwiederte nichts. Er lies die Frage im Raum verhallen da ihr uninteressierter Unterton kaum zu ignorieen war. Er stieg hinter Peter die Treppen zur Tiefgarage hinunter und öffnete die Beifahrertür des Autos. Er stieg wortlos ein und setzte sich wortlos hin, er schnallte sich an und sah einmal kurz zu Peter hinüber dann drehte er den Kopf in Richtung Fenster und sah für den Rest des Weges ausdruckslos zu eben diesem hinaus.

Er fühlte sich wie die Putze des Teufel und er war froh darüber, nicht mehr seine Hure zu sein.

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