Was nützt die Liebe in Gedanken?

Zwei Menschen stehen sich Nackt gegenüber und um sie herum existiert nichts. Entglitten von Raum und Zeit, alles um sich herum vergessend… nur zwei Menschen. Mit allen Fehlern und allen Macken bloßgestellt und verletzlich dem anderen… von Angesicht zu Angesicht. Keiner hat das Anrecht auf Kritik zu seinem Gegenüber und die Blicke sind ohne Tadel… bereit sich fallen zu lassen… bereit zu akzeptieren… sich und den anderen… bereit sich zu halten und zu stützen, wenn einer der beiden fällt. Grenzen sollen überschritten werden und Dinge sollen getan werden… Dinge die diesen Luftleeren Raum der sie umgibt mit Farbe und frischer Luft erfüllt… zu einem Platz zum Leben machen… zu einem Platz zum wohlfühlen. Ein Platz der ständig spannend und neu erscheint und dennoch Beständigkeit und ein zu hause bietet. Doch ohne ein Wort und ohne ein dazu tun wird es keiner der beiden erfahren… wie es sein könnte und sollte… Was nützt die Liebe in Gedanken?

Was nützt uns der Schein, der durch allerhand Einflüsse geprägt wird und geformt wird? Wir haben Vorstellungen und Fantasien und fühlen uns oft mehr als bereit diese in die Tat umzusetzen. Wir wollen es mit jeder Faser unseres Körpers und doch sind wir gehemmt. Sollte man nicht Grenzen überschreiten können? Sollte man nicht über Schatten springen können ohne die Gewissheit in sich zu tragen dass man dahinter in einen Abgrund stürzt? Wortlos aufeinander zugehen und tun was uns gefällt, was uns Spass macht und was das Gegenüber glücklich macht, ohne sich selber dabei zu belügen und ohne sich dabei in Schamesröte zu kleiden? Es könnte so einfach sein, wenn wir uns selber nur ab und zu ein wenig mehr Mut zusprechen würden… den Kopf ausschalten und das Herz sprechen ließen. Zweifel und Schamgefühle sind fehl am Platz, wo nur zwei nackte zerbrechliche Wesen existieren und sich aufeinander angewiesen fühlen und es auch sein wollen. Es ist schwer immer das richtige zu tun, im richtigen Moment und mit genau der richtigen Dosierung. Wir wollen und verlangen so viel und doch sind wir so unfähig… unfähig zu versprechen… unfähig zu geben… unfähig ein Gefühl zu vermitteln, welches dem anderen sagt: Tu es einfach!

Es gehören immer zwei dazu und doch ist man gedanklich stets alleine und auf sich gestellt. Man selbst sollte man sein und sich selbst sollte man akzeptieren… erst dann sind wir bereit uns zu öffnen, alle Zweifel, Ängste, Charkterschwächen und Hemmungen von uns zu streifen und noch nackter… noch verletzlicher und noch zerbrechlicher zu präsentieren, als wir es ohnehin schon sind. Das würde uns stark machen. Aufhören sich mit dem Gegenüber zu messen und unser eigenes Sein auf gleiche Ebene stellen. Aufhören sich ins rechte Licht zu rücken und gegebenenfalls sich einmal mehr herunterbeugen oder hinhocken um dem Gegenüber in die Augen schauen zu können. Leichte Worte würden zu mutigen und starken Sätzen werden. Einfache Gesten würden zu mutigen und starken Taten werden. Doch woher sollen wir wissen wie weit wir gehen können, wenn wir die Hinweise nicht verstehen… nicht deuten können? Wäre es nicht ein Talent wenn wir wiedergeben könnten was wir wollen ohne dabei die ganze Wahrheit offen kund zu geben und ohne dabei direkt darauf hinzuweisen? Wäre es nicht ein Talent wenn wir die kleinen Anzeichen deuten könnten und daraus resultierend immer das richtige tun würden? Wären wir nicht Götter in den Augen des anderen wenn wir mit dieser Gabe gesegnet wären? Wollen wir denn Götter sein?

Zweisamkeit verlangt eine Menge und gibt so vieles. In der Fantasie sieht vieles anders aus, als es uns die Realität offenbart. Doch es ist nicht unmöglich die Flügel der Gedanken auch tatsächlich zum fliegen zu bringen, auch wenn diese sich manchmal blind auf die Reise begeben. Auch wenn das Vorhaben fehlschlagen sollte so bleibt doch immernoch der Versuch und der gute Wille daran es richtig zu machen. Ist es nicht so? Und wenn man sich anstrengt und es immer mal wieder versucht, so würde sich irgendwo auch ein kleiner Erfolg einschleichen… doch ausruhen dürfen wir uns nie. Darüber zu sprechen ist leicht und darüber zu schreiben ist fast noch einfacher… Taten sprechen lassen ist eine Hürde und diese zu übergehen und zu meistern wäre der Erfolg. Doch was nützt die Liebe in Gedanken?

http://www.youtube.com/watch?v=38qWOvTdE6Q

3 Kommentare zu “Was nützt die Liebe in Gedanken?”

  1. summertimeDD

    es grenzt ja schon fast an ein WUNDER, einen meiner ausgesuchten Lieblingsfilme so hier wieder zu finden, der schauer über meinen rücken ist schon gerade wieder unterwegs. aber: was nützt die liebe in gedanken, wenn man sie im realen LEBEN nicht in die öffentlichkeit trägt.
    es macht mir ANGST und MUT zugleich, und doch bin ich unfähig, mehr als ein bestimmtes kommunikationslevel zu überschreiten, um die wahren GEDANKEN preis zu geben. doch, scheint es auch noch unmöglich jetzt, die HOFFNUNG wird nicht aufgegeben, den schatten doch noch hinter sich zu lassen und das HERZ zu offenbaren.

  2. mucho maas

    was nützt die liebe in gedanken,
    wenn sie doch bloß ein schatten ist.
    der immer bleibt im kopf versteckt,
    und ewig wird vom licht vermisst

    was nützt ein düster-dunkles dasein,
    wenn liebe wird nie preisgegeben.
    ein unnütz schweigen führt zu nichts
    und raubt dir nur die lust am leben

    doch zweifel plagen oft den denker,
    der oft nicht ein noch aus mehr weiß.
    er fürcht die antwort auf den satze
    der klingt im kopfe laut und leis.

    ein schwierig ding das ist die liebe,
    sie kommt und geht und macht oft krank.
    doch wenn wir könn’ den mut nicht fassen
    und die gefühle aus uns lassen,

    bleibt nur die liebe
    in gedanken.

  3. Thomas Kleinstück

    Dies ist ein wunderschönes Gedicht. Von wem stammt es?

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