Von Wladimir Putin und einem Bolero in der Semperoper

Man wird das Gefühl nicht los das die großen Medien, welche zur Information und zur Volksbelustigung und Unterhaltung erschaffen worden sind, ihr Programm mit Absicht um einige Stufen an Niveau herunterschrauben. So wurden bereits zum dritten mal ein Haufen B-Promis ins Outback geschickt um sich fernab jeglicher Zivilisation, im tiefsten Dschungel gegen Schlangen, Spinchen, Speisen von jenseits der Gürtellinie und hysterischen Blondinen und Transen mit zehntausend Euro teuren Plastiktitten  zu beweisen, um aus diesem Pool der Abstrusitäten als Dschungelkönig hervorzugehen und einen Trohn zu besteigen, der mehr als fragwürdig ist. Des weiteren hat sich Deutschland zum siebten mal auf die Suche nach seinem neuen Superstar begeben, ohne sich die Frage zu stellen ob wir den überhaupt brauchen und ob dieser in naher Zukunft überhaupt tragbar ist. Wenn mich nicht alles täuscht wird Heidi Klum sich demnächst daran machen ein neues Supermodel zu gebähren und die einemilionste Staffel von Big Brother ist bereits im vollen Gange. Damit wäre der lustige, kulturelle Reigen der Volksverdümmung mal wieder auf einem neuen Höhepunkt und ich stelle mir die Frage ob man diese Abstrakte Programmgestaltung als eine Art Propaganda bezeichnen könnte um von den eigendlichen Problemen abzulenken und die Menschen damit auf andere Gedanken zu bringen?

Zur allgemeinen Belustigung des Volkes tragen aber auch seriöse Personen bei und treffen in aller Öffentlichkeit Entscheidungen welche jede Erklährung vermissen lassen. So stand vor neun Tagen der vierte Dresdner Semperoperball auf der Tagesordnung und mit ihm hochkarätiger Besuch in der Stadt und fragwürdige Äußerungen eines Minister Präsidenten. So ließ Tillich in seiner Rede verlauten, das die Stadt Dresden sich über eine weitere Großzügigkeit und kulturelle Spende in Form von Kunstgegenständen aus den russischen Reihen sehr freuen würde und sich geehrt fühlen würde. Hätte er doch lieber um eine Spende in Form von Gasvorräten bitten sollen, dann hätte der sächsische Dankesorden, welcher er im Anschluss seiner Rede dem russischen Präsidenten Wladimir Putin überreichte wenigstens einen Sinn gehabt. Als kleine Gedankenstütze, Putin war das kleine, unscheinbare Persönchen mit dem Nachdruck in der Stimme, welcher fast besseres Deutsch beherschte als unser Minister Präsident und dessen Gesicht sich irgendwann einmal dazu entschieden hat einzuschlafen und einfach nicht mehr aufzuwachen. Nichts desto Trotz, ohne diesen Mann würde der Goldene Reiter nicht so wunderbar golden glänzen nach seiner Restaurierung und, und das ist das überhaupt wichtigste, dieser Mann stellt eine weitere schwergewichtige Karte im Gefüge der Welt dar und ist nicht zu unterschätzen und mit Vorsicht zu genießen!

Dennoch war der eigendliche Akt des Balls ein großer Erfolg und ein spektakuläres Ereignis. Der Abend stand unter dem Motto “Spanien” und lud dazu ein, ein ausgelassenes Volksfest auf dem Platz vor der Oper zu feiern. Menschen kamen zusammen und lachten zusammen, verkleideten sich und tanzten zusammen bis in die Nacht. Durch den Abend führte ein kunterbuntes Programm, welches mit allerlei musikalischen Leckerbissen geschmückt wurde und mit dem Auftritt der Debütanten verfeinert wurde, welche dann den vergnüglichen Teil für die Gäste in der Oper eröffneten und restlos jeden zum Tanzen animierten. Mein persönlicher Höhepunkt, fand gleich am Anfang der Übertragung statt. Der Bolero. Ein spanischer Paartanz, der so voller Leidenschaft und Feuer steckt, das die Temperaturen um den Nullpunkt schnell vergessen waren und im Herzen eine temperamentvolle Glut entzündet wurde. Man sagt der Liebesakt zu diesen Rythmen wäre eine völlig neue und leidenschaftliche Erfahrung, da die Schnelligkeit und zunehmende Kraft des Bolero die Körper in eine Extase der Superlative treiben würden. Man spühre die Würze und die Flamme Spaniens!

http://de.youtube.com/watch?v=3-4J5j74VPw&feature=related

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