Von einer langen Woche…
“Wisst ihr worauf ich mich freue? Mir Morgen keinen Wecker stellen zu müssen und mich einfach von der Sonne wecken zu lassen!” so verabschiedete ich gestern meine Kollegen und ihre Reaktion darauf klang wie folgt:” Morgen soll es regnen!” Nach dreizehn Tagen Dauerbeschuss mit Arbeit, habe ich mich tatsächlich darauf gefreut aber meine geschätzten Kollegen haben recht behalten, obwohl nicht ganz, es regnet nicht, aber die Sonne zeigt sich ebenso wenig, um genau zu sein kann man es auch als “Nichts” betiteln was sich vor meinem Fenster erstreckt aber “Nichts” ist besser wie “Garnichts” und da ich heute eh ein wenig verpeilt rumlaufe ist es auch nicht weiter schlimm. Meine Konzentration hat die letzten Tage erheblich nachgelassen. Nicht auf Arbeit, dort war ich voll da aber im privaten Bereich muss ich mich für mein Durchhängen entschuldigen und für das königliche Frühstück welches meine Mutter gestern Morgen für mich zubereitete bedanken! Da in unserer Familie sowohl am Donnerstag und auch am Freitag jeweils ein Geburtstag anstand, habe ich beschlossen die Nacht zum Samstag im Elternhaus zu verbringen und von dort aus den Weg zur Arbeit anzutreten.
So verbrachte ich die zwei Stunden welche mir am Donnerstag und am Freitag zwischen dem Feierabend und den Feierlichkeiten verblieben mit dem zusammentragen von Geschenken. Eine aussichtslose Situation welche Jahr für Jahr aufs neue antsteht und welche ich recht gut gemeistert habe. Zumindest bin ich recht zufrieden mit der Wahl der Geschenke und die beschenkten haben sich gefreut und mich nicht aus ihren Kontaktlisten gestrichen und wiedereinmal habe ich mir bewiesen, dass die kurzentschlossenen Entscheidungen manchmal sogar die Besten sein können. Da ich finde, dass ein Geschenk ohne Blumen oder Pflanze etwas plump daher kommt habe ich mir in diesem Bereich natürlich auch noch einen Kopf machen müssen. Wiederum vertrete ich die Ansicht, Blumen für die Vase zu verschenken ist reine Geldverschwendung. Sieht zwar nett aus, bringt aber nichts, weder den Blumen noch dem Beschenkten. So bin ich in den Blumenladen um die Ecke geflitzt und wurde, unerwarteter Weise, fündig. Am Donnerstag durfte es ein kleiner Topf mit weißen Krokussen sein. Da ich mich am Freitag vor selbigem Problem befand wollte ich ursprünglich einen anderen Laden aufsuchen, denn die Verkäuferin und ihr fragwürdiger Handlanger machten mich mit ihrer Art und Weise nervös. Leider ist es so, dass sich am Freitag Nachmittag ein Weg von zehn Minuten Fahrt zu einer Dauer von dreißig bis fünfundvierzig Minuten erstrecken kann, also beschloss ich abermals den Floristikshop um die Ecke aufzusuchen um Zeit zu sparen und diesesmal durften es Narzissen sein, hübsch arrangiert im Töpfchen. Diese Art des Blumengeschenkes hat den Vorteil, das man den Inhalt mit samt der Erde einfach in den Garten schmeisen kann und sich im nächsten Frühjahr wieder darüber freuen kann. Und den Tof kann man andersartig verwenden, für andere Pflänzchen oder als Müslischüssel. So betrat ich wiederwillig den Laden um meine Geschenkideen zu bezahlen und stand erneut vor der Verkäuferin und ihrem Handlanger, die mich unmissverständlich fragend anguckten da sie mich vom Vortag wiedererkanten. In ihren Blicken war eindeutig die Frage present:”Was willst du schon wieder hier?” am liebsten hätte ich ihnen erzählt das ich mir jeden Abend einen leckeren Salat daraus mache aber damit hätte ich den beiden bestätigt was sie wohl ohnehin schon vermutet haben. Wie dem auch sei, ich werde versuchen den Laden zu meiden. Ätsch!
Da ich die letzten Abende ohne Lektüre ins Bett gegangen bin, es fehlte mir nicht an einem Buch sondern an Konzentration und Durchhaltevermögen die Augen offen zu halten, haben meine Träume den Teil des Geschichten erzählens übernommen und das taten sie auf so sureale Art und Weise, das ich froh war wieder wach zu werden obwohl ich immer gerne noch ein Stündchen länger im Bett verbracht hätte. Vielleicht sind die Personen ausschlaggebend, welche meinen Alltag diese Woche mehr oder weniger unfreiwillig geschmückt haben. Damit meine ich das sie es ungefragt taten und ich auch sehr gut ohne diese Leute zurecht gekommen wäre. Da wäre zum einen der Kahnfahrer aus dem Spreewald, welcher ein angenehmer, ruhiger Gesell ist, der aber ein wenig zuviel seiner zweideutigen Bemerkungen zum besten gibt und sich offenkundig über den Erhalt meiner Telefonnummer freuen würde. Was will er denn damit? Da geht eh immer nur so ein Spinner ran. Darüberhinaus würde mich interessieren was seine Frau und sein Sohn dazu sagen würden, ganz zu schweigen von seinem Hund!? Das wäre die fragwürdige Bekanntschaft Nummer eins. Dann wäre noch der Robbenmensch. Ein junger Mann dessen Lachen an die Laute eines Seehundes erinnern und daher nenne ich ihn so. Eine zweifellos göttliche Gabe, denn es animiert zum mitlachen. Doch er ist mir suspekt aus folgenden Gründen. Er redet zu leise und zudem undeutlich und meist wirr. Hören tut er schlecht. Kommentiert unpassend seine Umgebung und seine Mitmenschen. Er ist intollerrant gegenüber gewissen Musikgeschmäckern (das sei mal so dahingestellt, aber er kann die Kommentare lassen) und er ist intollerant gegenüber jeglichen “Abnormalitäten” welche das Leben und seine Menschen hier und da bereithalten. Dabei frage ich mich warum er sich dieses Recht rausnimmt. Es fällt mir schwer zu glauben das er seine Umgebung optimal erfasst, denn wenn man sich mit ihm unterhält guckt das eine Auge rechts an mir vorbei und das andere Auge links und das macht es schwierig die Fassung zu behalten und ernst zu bleiben. Auch wenn er für die Fehlstellung seiner Augen nichts kann, so kann er aber wohl etwas für die Fehlorganisation seines Mundwerks.
Apropos Fehlorganisation. Ich habe beschlossen die Kategorien dieses Blogs ein wenig umzunennen und ein wenig zu reduzieren und damit ein bisschen Licht in das Chaos dieser Seite zu bringen. Ich hoffe es gelingt mir und ich hoffe es wird angenommen. Da sich mein Laptop als sehr unkooperativ erweist, an diesem Sonntag Nachmittag, werde ich das Projekt Umstrukturierung zu einem anderen Zeitpunkt fortsetzen. Im Moment fehlt mir die Geduld.