Vom Suchen und Finden der Liebe

Als ich vor ein paar Tagen noch behauptet habe, dass die zarte Liebe zwischen dem Hundemann und der Katzenfrau eine hoffnungslose Zeitverschwendung ist, da sich ihr Alltag vermutlich weniger harmonisch anfühlen würde wie die rosarote Schwärmerei für jemanden, so nehme ich diese wage Behauptung zurück und mach dass sie nie meinen Mund verließ. Obgleich man mit dem Hundemann keine so guten Gespräche mehr führen kann wie es einst mal der Fall war, da er nur noch den Blick und die Worte für das eine findet oder besser gesagt für die eine, umnebelt ihn eine bezaubernde, fluffige Aura die ihn zweifelsohne schön macht und zu einem angenehmen Gesellen. Selbige Worte habe ich für die Katzenfrau übrig, die mit diesem Mann eine Veränderung zulässt welche sie eigendlich nie wieder wollte. Sie stehen mittlerweile beide fest hinter ihrer Beziehung, welche sie anfangs noch krampfhaft zu verbergen versuchten und so freut sich jeder mit ihnen. Dabei kommt es mir vor als wäre es gestern gewesen dass sie sagte:”In meiner Waschmaschine werden nie wieder die Schlüpfer eines Mannes gewaschen!” … da ihr gemeinsames Leben schon weit über das waschen von Schlüpfern hinaus geht kann man wohl wieder mal mit Fug und Recht behaupten: Sag niemals nie!

Gleichermaßen kann ich es für mich einräumen, denn wenn ich mit meinen Zweifeln auch nicht alleine dastand, so trug ich sie dennoch und damit tut man nicht recht. Hege ich Zweifel an der jungen frischen und neuen Liebe zweier Menschen weil ich selbst mich nicht richtig in der Lage dazu fühle eine Beziehung soweit zu führen, dass sie Früchte hervor bringt die nicht gleich in der ersten Sommersonne braune Flecken bekommen und anschließend verfaulen? Ist mein zweifelhaftes Denken über die Beständigkeit der Beiden, als ein Gemeinsames, ein Ausdruck meiner Missgunst ihnen gegenüber, da ich mich selber nicht richtig glücklich sehe? Befürchte ich das sie ihre Geflogenheiten, Gewohnheiten und Macken welche sich im Laufe des Allein seins eingeschlichen und festgesetzt haben, nicht ablegen kann, eindämmen kann oder zumindest versucht sie einzuschränken um den anderen ein wenig Platz an ihrer Seite zu bieten? Platz den er dringend benötigt um sich zu entfalten. Entfaltung ist eine wichtige Sache um das Gelingen einer Lebensgemeinschaft zu garantieren. Das gemeinsame Schaffen von Platz für neues, für gewohntes, für altes, für gemeinsames und nicht zuletzt für eigenes. Freiräume sind genauso wichtig wie Gemeinsamkeiten. Gegensätze sind nicht zwangsläufig etwas schlechtes aber zwischen all den Unterschieden muss auch eine Verbundenheit sein, zwei Hände die nacheinander greifen und sich nur im seltensten Fall von einander lösen. Doch wer greift nach einer Hand um sich führen zu lassen und wer greift danach um mit zu ziehen? Die Frage nach der Stellung kann mit der Frage nach dem was wir wollen beantwortet werden und ist damit nahezu unlösbar. Denn wie so oft ist das was wir wollen von uns selber nur wage definiert und im seltensten Fall in einer einzigen Person zu finden. So heißt es Abstriche machen, Kompromisse eingehen und das für und wider abwiegen bis zum geht nicht mehr, so das eine Waagschale schließlich in der Luft hängt und eine am Boden liegt und dieses Hin und Her und Wechselbad der Gefühle, bei einer Sache, wo wir uns doch eigendlich sicher sein sollten und uns klar sein sollte was wir für Bedürfnisse haben. Wir stehen in sachen Liebe schließlich nicht vor einem Supermarktregal und können bei Notstand der Wahre auch mal warten bis was neues kommt. Wir können uns auch nicht mit einem minderwertigen Produkt zufrieden geben in der Hoffnung das eine bessere und ausgereiftere Variante bald in Serie geht. Und wäre das der Fall so würde unsere Sprunghaftigkeit uns einen Strich durch die Rechnung machen, da wir etwas immer weniger begehren was wir haben. Auf einmal muss es etwas anderes sein und sollte der Wunsch in Erfüllung gehen, so wird er wieder zur Gewohnheit, bald langweilig und bald schon abgestellt und ersetzt.

So würde ich sagen das eine einstweilige Beobachtung der Beiden ein wenig Licht ins Dunkel bringen wird, da sich die Fragen über das Suchen und Finden der Liebe bei längerem darüber nachdenken zu einem unüberwindbaren Haufen türmen würden und den Rahmen für einen Blogeintrag sprengen würden. So beschließe ich das Thema hin und wieder auf zu greifen und meine Eindrücke in einer neuen Kategorie festzuhalten. Da ich davon ausgehe, dass es sich beim Suchen und Finden der Liebe um eine Lebensaufgabe handeln wird, werde ich den beiden für den Moment alles Gute und viel Glück wünschen, denn das was sie jetzt haben ist das was zählt. So taufe ich meine neue Kategorie “Vom Suchen und Finden der Liebe” und wünsche mir viel Spaß damit. Denn sicherlich hat in diesem Bereich unsere schöne Stadt Dresden und das Leben in ihr, sei es Hetero oder Homo, genug zu bieten und sicherlich auch den ein oder anderen Abgrund…

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