Primel = Venus
Nun ja. Ich weis zwar nicht warum ich grade jetzt darauf komme, aber am Montag war ja, wie wir alle wissen, Frauentag. So weit so gut. Arbeitsbedingt umgebe ich mich täglich mit einer nicht zu unterschätzenden Riege dieser unverwechselbaren Spezies, wobei ich erwähnen sollte, dass dieser Umstand nicht ausschlaggebend für meine männerliebende Lebensweise ist und ich niemanden die Schuld für meine feminine Art gebe. Ich kann auch nicht sagen, warum grade ich am Montag einen freien Tag eingeräumt bekommen habe… vielleicht meine gebrochenen Handgelenke… wohlmöglich meine althergebrachte hausfräuliche Art… ich weis es nicht und nahm diesen willkommenen zusätzlichen Sonntag mit einem Augenzwinkern entgegen und sah einfach über diesen dezenten Wink mit dem Zaunpfahl hinweg.
Natürlich kam ich nicht umher an jenen besagten Montag meiner Mädels zu bedenken… denn ich möchte sie mir ja bei Laune halten und ein kleiner Thomas stellt sich nicht gegen eine Herrscharr von Amazonen… das wäre zuviel Kino und ein Kampf der ins nichts führen würde. Darüber hinaus habe ich sie in den vergangenen Jahren immer mit einer Frauentagsüberraschung beglückt und welch frevelhaftes Verhalten wäre es, wenn ich es dieses Jahr einfach unter den Tisch gekehrt hätte. So saß ich also da und lies mir im Kopfe meine Weibis, eins nach dem anderen, sich mit Namen vorstellen. Gar keine so leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass einige den selben Namen tragen. Da stellt sich eine vor und ich überlege: Dich hatte ich doch schon. Und in der Tat ist es so, wenn ich einen bestimmten Namen rufe, dreht sich die halbe Belegschaft zu mir um und rufe ich einen weiteren, schaut auch der Rest. Eigendlich praktisch, aber nur wenn sie vor mir stehen. In Gedanken kommt es eher einem Picasso aus Augen, Nasen und Brüsten gleich.
Letztendlich hatte ich sie alle beisammen und lasst euch sagen, dass es so viele sind, damit hätte ich nicht gerechnet: Achtzehn! Mit so einem großen Haufen erwachsenen und selbstbewussten Frauen umzugehen, macht mich doch im Grunde genommen zu einem gestandenen Mann. Ich empfinde Stolz. Die erste Hürde wäre geschafft und nun bleibt nur noch zu überlegen mit welcher Kleinigkeit ich ihnen eine Freude bereiten könnte, ohne dabei das letzte Hemd zu geben. In den Vorjahren gab es immer die obligatorische Primel… wie einfallslos, denn jeder schenkt zum Frauentag eine Primel. Ja man könnte fast sagen die Primel ist zu einem Symbol für den Frauentag avanciert. Die sind aber auch hübsch… genau wie die holde Weiblichkeit… sie sind zierlich… genau wie Frauen… man kann sie behalten und gut umsorgen, an einem lauschigen, sonnigen Plätzchen einpflanzen und wenn man sie gut hütet, dann kommen sie immer wieder… genau wie… naja lassen wir das. Kurzum man könnte sagen Primel ist gleich Venus.
Dieses Jahr habe ich es aber anders gemacht. Denn ich hätte mit einer ganzen Baumschule anrücken müssen! Um das ganze einigermaßen im Rahmen zu halten habe ich mich für ein paar Schachteln Ferrero Garden entschieden, da war für jede was dabei und alle konnten zugreifen und sicherlich, wenn denn am nächsten Tag noch eines oder zwei übrig gewesen wären, hätte ich auch meine Freude daran gehabt… ich Fuchs! Gefreut haben sie sich alle mal darüber und das war mir das wichtigste. Ich selbst habe mir zum Frauentag auch was schönes gegönnt, aber darüber habe ich ja schon berichtet, von den Pralinen war jedenfalls nichts mehr übrig… meine Erwartungen wurden im höchsten Maße erfüllt: 1+!