Pimp my Face
Ich bin ein oberflächlicher, von Eitelkeit getriebener Mensch… ist das so?
Persönlich sehe ich es natürlich weniger verbissen, denn die Optik ist in fast 100% aller Fälle der erste ausschlaggebende Eindruck, auf alles. Sei es ein Individuum als Mensch oder Tier, sei es eine Blume oder ein Haus, oder sei es einfach nur das Billy Regal aus unserem schwedischen Liblingseinrichtungstempel. Wenn das äußere nicht irgendetwas mit sich bringt treten wir meist lieber einen Schritt zurück anstelle von näher heran. Ein gepflegtes Äußeres verkauft sich leichter und problemloser, so hat es die Vergangenheit gezeigt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man mit einem gesunden Perlweislächeln und einem zum dahinschmelzen schönen Augenaufschlag sehrwohl ein gesundes Maß an Doofheit retuschieren kann… Jawohl!
Nun gibt es für alle jene, die sich ab und zu mal im Spiegel betrachten und beim überfliegen ihres Erscheinungsbildes… in erster Linie dem des Gesichtes… es nicht unterdrücken können, für einige Stellen ein von Abneigung zeugendes “Ihgitt” herauszuwürgen, eine wunderbare Sache, die sich Schönheitssalon schimpft und sich in meinem Falle nur ein Steinwurf entfernt von der Haustür befindet. Da ich weder sehr schwungvoll Steine werfen kann, noch im schulsportlichen Kugelstoßen eine Eins wert war, könnt ihr euch sicher vorstellen dass ich quasi nur einmal auf die stürze schnauzen muss um dort hin zu gelangen.
Was mir persönlich als Störfaktor vorkam und mich letztendlich in den Salon trieb sind meine Milien… igitt, die sich zu einer lustigen Grießkornparty in meinem Gesicht versammelten und zu meinem Leidwesen eine ausgelassene Polka tanzten. Wer schön sein will muss leiden, so sagt man doch und so legte ich vertrauensvoll meinen Kopf unter die sanften Hände, einer sanftmütigen Frau und ließ sie mir ausstechen. Zu meinem erstaunen empfand ich die Prozedur als unwahrscheinlich angenehm und entspannend und darüber hinaus ließ ich mir noch ein wenig Honig um den Mund schmieren, als sie zärtlich über meine Wimpern strich und deren länge in den Himmel lobte. Es fühlte sich an wie der Flügelschlag eines Schmetterlings. Wenn ich aber einmal schon dort lag ließ ich es mir nicht nehmen meinem ganzen Gesicht eine kleine Kur zu gönnen und so willigte ich ein mir noch die Augenbrauen zupfen zu lassen… natürlich nur den Feinstaub, das Unkraut… quasi den Wucher der zur Unförmigkeit führt. Denn eigentlich bin ich mit meinen Brauen mehr als zufrieden. Doch damit hörte der Spass dann schon fast auf. Denn Augenbrauen zupfen… lasst es euch sagen… tut einfach nur weh und ist alles andere als angenehm! Hut ab ihr Frauen, die ihr es doch so oft praktiziert!
Nun ja, wie dem auch sei. Im Zeitalter der Emanzipation ist es alles andere als peinlich für einen Mann, in einen Schönheitssalon zu gehen und sich etwas aufwerten zu lassen… natürlich alles im humanen, natürlichen Bereich… denn als Clown lebt der Alltag sich auch nicht leichter. Ich unterstütze also den Aufruf zu “Pimp my Face” und so hetzte ich heute von Arbeit aus zu meinem zeitlich etwas knapp angesetzten Termin und kam völlig gestresst dort an. Doch spätestens bei der zwanzig minütigen Gurkenmaske, welche so frisch wie eine saftige Melone im Sommer roch, war die eine Stunde Rundumerneuerung zu einer Stunde Urlaub geworden. Ohne Mist! Fast wäre ich eingeschlafen und ein paar zerfetzte Traumsequenzen flogen vor meinem geistigen Augen vorbei. Es ist eine sehr empfehlenswerte Sache und ich lege euch dazu meinen Salon des Vertrauens ans Herz, denn im “Schönheitsstudio Ilonca” ist das Gesicht und der Körper mit samt seinem Geist, bestens aufgehoben. Eine wunderbare Erfahrung!
am 8. Februar 2010 um 22:50 Uhr.
Hihi! Das liest sich wie bezahlte Werbung! Gurkenmaske ist aber was feines!
am 9. Februar 2010 um 17:48 Uhr.
Für diese kleine Schleichwerbung, sei dir sicher, habe ich nichts bekommen. Ob Gurkenmaske auch so gut schmeckt wie sie duftet? Und warum, dass fragten wir uns bereits im Salon, riecht Gurkenmaske wie Melone? Gehört die Gurke zur selben Gattung von Gewächsen wie die Melonen?