Ich wünsche mir Schnee
Ich wünsch mir das Lachen, spielender Kinder, vergnügt vor blassblauem Grund. Ich wünsche mir leuchtende, mollige Bäckchen, vor Kälte gerötet, belebend, gesund.
Ich wünsch mir mein Bildnis in Pastell auf dem See, leblos und starr wie ein Stein. Wohin ich auch laufe und wo immer ich steh, meine Spuren sollen sichtbar sein.
Ich wünsch mir den Kling Klang sich streifender Ruten, das Klim Bim reifummantelter Zweige, wie ein Engel gekleidet und mit dem Teiche verschmelzend, so wünsch ich mir das Antlitz der Weide.
Ich wünsche mir schneidende, beißende Winde. Ich möcht meinen Atem am Tage schon sehen. Ich wünsch mir die Weite einer arktischen Wüste, mit knietiefen, glitzernden Wehen.
Ich wünsche mir morgens einen zartrosa Himmel, einen Hauch von Polar um die Nase. Ich möcht einen Strauß von Blumen aus Eis und mein Fenster soll sein seine Vase.
Ich wünsche mir eine riesige Decke zum erholen von ermüdendem Fleiß. Sie soll das entkräftete Jahr ganz bedecken und alles bekleiden mit jungfräulichem Weiß.
Ich wünsch mir den lautlosen Fall kleiner Sterne, dumpf soll es sein, betäubt und still. Schützend soll`s schneien auf Knospen hernieder, Schnee… der ist`s den ich will!
thomas kleinstück, 20.11.2008