Herbstzeitdepri

Der Herbst zeigt sich der Tage von seiner unangenehmen Seite und Herbstdepressionen machen sich breit… warum auch nicht? Ohne die wäre es ja langweilig. Sei es nun das fallen der Blätter, welches uns symbolisch den eigenen Verfall vor Augen hällt oder sei es ein Jahr das sich dem Ende neigt und uns zwingt noch einmal einen flüchtigen Blick darauf zu werfen, wir gehen jedenfalls, mehr noch als im restlichen Jahr, in uns und sind, mehr noch als in den warmen Monaten, prädestiniert dazu nach zu denken. Über uns, unsere Umwelt und den Menschen die sich darin befinden, über all das was wir geschafft haben und über jene Dinge die wir versäumten. Nun ja, meinen eigenen Verfall versuche ich nach wie vor mit etwas sportlicher Ertüchtigung entgegenzuwirken und dies gelingt mir momentan noch ganz gut… eine gewisse Regelmäßigkeit zeichnet sich ab. Auf das Jahr schaue ich erst dann zurück wenn es tatsächlich zu ende ist und wenn mir nicht gefällt was ich dort sehe, dann drehe ich mich einfach wieder um und schaue was das nächste wohl so bringen mag. Aber… und jetzt kommts…

… meine Schildkröte macht mir Kopfzerbrechen. Meine Katze ist schmusebedürftiger als je zu vor und ihre regelmäßigen Einheiten dies bezüglich bekommt sie auch. Wohlgenährt und schlafend auf meinem Schoß zeigt sie sich dankbar und das macht mich zufrieden. Mit meiner Schildkröte verhällt es sich aber anders. So ein Tier ist nun nicht grade in der Lage durch schnurren und anschmiegen zu zeigen ob sie mich mag und ebensowenig weist sie mich darauf hin was ihr gefällt. Sie lässt es mich selbst herrausfinden was sie gerne möchte, das liegt in der Natur meiner Schildkröte. Sie signalisiert mir ebenso was sie nicht mag, in dem sie ihren Panzer schützend um sich wirft und sich mit diesem ganz bedeckt. Bisher hat sie immer gefressen was ich ihr vorgelegt habe, aber gestern genoss sie es nicht so wie sonst. Sie legte eine Art Gleichgültigkeit an den Tag und nun habe ich Angst dass es ihr nicht mehr schmeckt. Ich habe Angst das es nicht genug sein könnte was ich tue, für sie, für uns. Am allermeisten graut es mir aber davor, dass irgendwann einmal der Tag kommen könnte, an dem ihr jemand etwas besseres zum essen gibt und es ihr schmeckt. Dass sie aufeinmal nicht genug davon bekommen könnte und sich nach einem anderen zu hause sehnt. Es fällt mir schwer die Anzeichen richtig zu deuten, denn ich möchte schon gerne alles dafür tun damit sie sich wohlfühlt. Ich mag sie schließlich sehr, auch wenn es mir oft nicht so leicht fällt es ihr zu zeigen, oder mir einfach nicht einfallen möchte wie ich es zeigen könnte.

Wenn es mir schon schwer fällt es einer Schildkröte recht zu machen, wie soll ich dann bitte einen Mann in meinem Leben halten?

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