Guten Morgen Welt!
Seit zwei Stunden bin ich nun auf den Beinen und langsam aber sicher krallt sich die Sonne am Horizont fest und versucht sich mit aller Kraft über die Mauer der Dunkelheit zu ziehen um sie strahlend und trällernd hinter sich zu lassen. Sie legt dabei eben die gleiche Schwerfälligkeit an den Tag, mit welcher ich mich heute Morgen aus den wärmenden Falten und Windungen meines Bettes bewegte, nur das sie, die Sonne, bei ihrem morgendlichen wach werden eine weitaus bessere Figur macht und wesentlich atracktiver wirkt als ich das tu. Vom Kopf her haben wir aber eine Menge Gemeinsam. Wir haben beide nicht grade die ansehnlichste Laune zum frühen Morgen. Zumindest merke ich wie die Gutste mit aller Macht das Termometer noch ein paar Grad in die Nassen drückt anstatt es ein Wenig in den positiven Bereich zu katapultieren. Da ich in aller Gemächlichkeit meine Fingerspitzen wieder spühre habe ich beschlossen meine frühe Munterkeit mit einer großen Tasse Kaffee zu feiern und die Welt dabei zu beobachten, wie sie mit Helligkeit geflutet und mit eisigem Atem wachgeküsst wird. Die Minusgrade erinnern an den Winter und das zwitschern einiger Vogelarten schon ein wenig an den Frühling. Die Bushaltestellen der Stadt werden von fleißigen verkäufern der “Bild am Sonntag” und der “Morgenpost” belagert und wieder meiner Erwartungen sind sie nicht die einzigen, welche hier und da das erste Leben auf die Straßen der Stadt bringen. Denn hin und wieder kann man beobachten wie die letzten Atemzüge der vorangegangen Nacht und des damit verbundenen Tages in den Häuseraufgängen verschwinden. Wie Schatten bewegen sie sich mit der Nacht und gehen eine sinnliche Symbiose mit ihr ein. Sie suchen einen Platz zum ruhen und fliehen mit der Dunkelheit vor der stärker werdenden Kraft des Tages. Denn auch wenn die ersten Anläufe der Sonne etwas klein und weniger specktakulär wirken, so gibt sie nicht auf und schafft stets jenes was sie sich vorgenommen hat. Guten Morgen!