Frühlingserwachen…

Hartnäckig und stur hält sich der Winter auf den Straßen und in den verborgenen Winkeln der Stadt und findet in schattigen Ecken immer wieder Nährboden um sein Überleben zu sichern und seinen unvermeidlichen Rückzug noch ein paar Tage hinaus zu zögern. Schwer fällt es ihm wahrlich nicht vor der vernichtenden Sonne zu flüchten, denn schwere, undurchdringliche, zunehmend aufs Gemüt der Menschen schlagende Wolken lassen nur selten einen Funken der Hoffnung die Erde erreichen und senden statt dessen immer wieder, wenn auch weniger werdend, ein paar stille Zeugen der kalten Zeit, welche langsam aber sicher auch das wärmste und lebenslustigste Herz in einen eisigen Dämmerschlaf versetzen und schon längst an den noch wenigen Reserven der Zuversicht zerren.

Doch es wird schon bald überstanden sein. Nach so langer Zeit den Kopf und die Hoffnung zu verlieren würde eine Niederlage bedeuten und die ersten Anzeichen, welche uns zeigen, dass das lange warten bald ein Ende hat, sind schon seit einiger Zeit anzutreffen. Das klanghafte Klirren winziger Glöckchen spielt auf den Wegen und in den Gassen die Melodie des Erwachens und lässt den Gedanken erblühen, dass schon bald die dickste Schneedecke einem grünen seidenen Teppich weichen muss. Kohlmeisen und hier und da auch ein Grünfink, verirren sich in die Schluchten der Hinterhäuser und waschen ihr Gefieder, vom Schmutz des Winters ermattet, in kleinen Seen von Schmelzwasser rein und benetzen die Luft mit tausend Perlen, während sie in den ersten Boten der Frühlingszeit ausgelassen ihre Tänze aufführen. Noch ist jener Spaß nicht von Beständigkeit. Denn immer wiederkehrende, flüchtige Winde von alles durchdringender Kälte, lassen die kleinen Tümpel erstarren und ein paar Nächte noch ein einem gläsernen Sarg von Schmetterlingen, Blütenpracht und warmen Lüften träumen. Doch das Ende ist nahe. Die winzigen, plüschigen, schlohweißen Wesen, welche verträumt an den Spitzen, der zum Himmel strebenden Weidenruten, aus ihren schützenden, blickdichten Hülsen brechen und sich gähnend und streckend nach der Sonne sehnen, haben es mir geflüstert…

3 Kommentare zu “Frühlingserwachen…”

  1. summertimeDD

    wie mir das aus der seele spricht, ich sehne den sommer herbei!

  2. Thomas Kleinstück

    Und der wird auch kommen… und schön wird er auch! Aber noch ist Februar und noch, so finde ich, darf der Winter sich ruhig noch ein wenig austoben. Mit allem was dazu gehört, den kribbelnden Fingerspitzen, den durchbluteten Wangen, den belustigenden schlenkerich wenn man die Glätte unter seinen Füßen nicht vermutet hat, den blassen Atem aus dem Munde und den schimmernden Feenstaub in der Luft, von dem es dieses Jahr nur wenig gab…

  3. summertimeDD

    ach die romantik der visionen ist schlagend und ich habe eine ahnung davon, dass der winter auch noch nicht vorbei ist, wenngleich er gerade eine kliene pause eingelegt hat. und wie kann man sich auf den sommer besser freuen, als den winter zu erleben mit all den facetten und ereignisse. in diesem sinne freuen wir uns also gemeinsam auf den sommer!

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