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	<title>Kleines Stück Dresden und die Welt drumherum</title>
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		<title>&#8220;Ich habe sie geliebt&#8221; &#8211; Anna Gavalda</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 16:31:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Kleinstück</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher, Filme und Theater]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Welch Unglück ist mir widerfahren? Welch Unglück, dass ich mich so sehr nach der letzten Nacht verzehre und zu ihr zurück sehne und doch, ich bin nicht unglücklich. Denn mir ist schönes zu Teil geworden und das habe ich mir doch gewünscht. Sicherlich, ich tat nicht gut daran es der Art zu verschlingen und obgleich mir der Schlaf heute sicherlich besser zu Gesicht gestanden hätte, habe ich es dennoch getan.</p>
<p>Ich vollbrachte was ich mir vorgenommen habe und bin auf schnellsten Wege in die Buchhandlung geeilt. Mein Objekt der Begierde stand fest und gestern sollte es endlich soweit sein. Es sollte über die Theke hinweg in meine Hände wandern und den Titel &#8220;Mein Eigen&#8221; tragen und mit Vorfreude im Sinn, trug ich es nach hause, wo ich mich darin verlor. Ich weis nicht so recht woher mein Fimmel für französische Autoren und deren literarische Werke kommen mag, aber irgendwie scheinen sie das Geheimrezept zu kennen. Das Rezept für:&#8221; Wie verzaubere ich einen Thomas und ziehe ihn in meinen Bann?&#8221;</p>
<p>Drei Stunden für Einhundertfünfundsechzig Seiten&#8230; ok, ich gebe zu ich bin kein besonders schneller Leser&#8230; aber das einzige Buch welches ich bisher geschafft habe an einem Tag zu lesen, war der kleine Prinz und haben wir es ja wieder&#8230; die Franzosen! Chloé wurde von ihrem Gatten wegen einer anderen sitzen gelassen und wird von ihrem Schwiegervater, der in seiner Gefühlskälte und Emotionslosigkeit als Kotzbrocken in die Geschichte der Familie eingehen wird, in ein Landhaus eingeladen, wo sie mit ihren Kindern ein paar ruhige Tage, jenseits des &#8220;Sitzen gelassen werdens&#8221; verbringen soll. Aber was sollte sie wohl von dem Gedanken abbringen? In einem Haus, in dem die Erinnerungen tief verwurzelt sind und dann noch mit ihrem unnahbaren Schwiegervater Pierre, der als unantastbare Autorität auf dem Thron der Familie sitzt&#8230; ja sogar mehr auf alle herabschaut als mit ihnen zu sein. Ungesprächig gibt sie sich zunächst und lässt mehr ihre eigene Tragödie revue  passieren als dass sie irgend etwas anderes wollte. Doch der in die Tage gekommene Mann gibt sich mühe und erwischt sie schließlich in einem einsamen Moment um ihr ein Gespräch förmlich aufzuzwingen. Er redete einfach und ihr blieb fast nichts anderes übrig als zu lauschen und je mehr er erzählte, um so lieber tat sie es und sie wünschte sich, dass er nicht aufhören würde zu reden. Der Abend, die Nacht und das kleine Landhaus wurden zu einer Art Beichtstuhl und sie hörte eine Geschichte, welche ihrer gar nicht mal so unähnlich war. Eine Geschichte, die einem Leben entsprungen ist, über welches sie bis zu diesem Moment noch nichts wusste und bis zu diesem Tage auch gar nichts erfahren hätte wollen. Doch auch er stand einmal kurz davor seiner Familie den Rücken zu kehren, das Beständige und Sichere aufzugeben und sich in ein Leben zu stürzen, welches der Lebendigkeit näher kam und an welches er schon längst aufgehört hatte zu glauben und dass nur wegen einer anderen Frau. Denn ja, er hatte sie geliebt.</p>
<p>Auch wenn das Buch so abrupt und offen endet, wie man in diese Geschichte hineingeworfen wird und man es daher nicht als vollendete Geschichte ansehen kann&#8230; vielmehr als einen Teil einer Geschichte&#8230; so hatte es dennoch einen gewissen Zauber auf mich. Ich habe gelacht und ich hatte Tränen in den Augen und ich hatte das Gefühl ein stiller Zuhörer dieses Abends zwischen den Beiden zu sein. Ich hing an den Zeilen und den Worten, wie auch Chloé an den Lippen ihres Erzählers hing und lauschte heimlich einer Geschichte, welche sicherlich nicht einzigartig auf der Welt ist und wie sie immer wieder passieren würde, aber genau das ist es doch was unser Interesse erweckt. Die Geschichten anderer, seien sie auch noch so banal, immer mit einem gewissen philosophischen Beigeschmack. Diese Geschichten sind nicht wegweisend und helfen einem auch nicht aus den verzwickten Situationen, welche das eigene Leben schreibt, aber sie können etwas, was nicht alltäglich ist. Sie spenden Trost.</p>
<p>Dieses Buch liest sich wie ein von Hand geschriebener Brief und jede Seite klingt wie ein Gedicht. Es war genau die Art von Unterhaltung die ich gesucht habe und die Anna Gavalda wie kaum ein anderer Mensch versteht mir zu bieten. So findet sie nicht nur einen besonderen Platz in meinem Bücherregal, sondern räumt sich sogar einen Platz in meinem Herzen ein und wenn ich auf die vergangene Nacht zurückschaue und wehmütig auf das zugeschlagene Buch blicke, dann weis ich was ich in diesen drei Stunden Unterhaltung fühlte und tat. Ich habe sie geliebt&#8230;</p>
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		<title>Zwischen Broccoli und Nougat</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 17:07:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Kleinstück</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kleine Geschichten]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war schon spät. Die Sonne hatte sich schon längst verabschiedet und ihren Platz müde dem alten Mond überlassen und seinen kleinen funkelnden Begleitern. Er war in Eile, das war er fast immer und so sputete er sich den kleinen Weg nach Feierabend hinter sich zu bringen. Schnell noch ein paar Klamotten eingepackt und im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war schon spät. Die Sonne hatte sich schon längst verabschiedet und ihren Platz müde dem alten Mond überlassen und seinen kleinen funkelnden Begleitern. Er war in Eile, das war er fast immer und so sputete er sich den kleinen Weg nach Feierabend hinter sich zu bringen. Schnell noch ein paar Klamotten eingepackt und im Kopfe die Gedanken geordnet, was er denn eigentlich noch besorgen wollte. Er ließ das Auto stehen und machte sich flinken Fußes auf den Weg. Ein kleiner abendlicher Spaziergang würde ihm sicher gut tun und dabei helfen den Arbeitstag hinter sich zu lassen, etwas runter zu kommen, abzuschalten und mit Vorfreude behaftet zu einem Abend in trauter Zweisamkeit überzugehen. Er hatte keine Ahnung in welcher Stunde er lebte. Er schritt zur Arbeit in Finsternis und finster war es, als er diese wieder verließ. Ein Blick auf die Uhr am Handgelenk wäre wenig hilfreich gewesen, denn eine Armbanduhr besaß er nicht. Nur jenen die Zeit im Nacken saß, die sie stehts zu kontrollieren versuchten und nur jener die Zeit auf seiner Seite hatte und stets genug davon, der die künstliche Zeit verschmähte.</p>
<p>Nur das Loch in seinem Bauch verriet ihm das es unlängst an der Zeit war, ein Abendessen zu sich zu nehmen und so führte sein winterlicher Spaziergang ihn unter den Pappeln hinweg, durch Schneematsch und Eisesglätte und über die große vielbefahrene Straße, welche ihn von seinem Ziel trennte. Der Lebensmittelladen um die Ecke, war geeignet genug um auf schnellsten Wege noch ein paar Zutaten einzuholen und ein paar Leckereien, die den Abend noch etwas versüßen sollten. Er wusste dass man ihn erwartete und er wusste auch dass man von ihm erwartete nicht mit leeren Taschen nach hause zu kommen. So sehr er versuchte den Kopf auch frei zu bekommen, gelang es ihm nur selten. Denn Arbeit, Wohnung und Partnerschaft stets unter einen harmonischen Hut zu bekommen war gar keine so leichte Aufgabe. Doch es war ein wunderbares Stück Alltag und er tat es gern, auch wenn es für ihn bedeutete von früh bis spät auf den Beinen zu sein. Doch wer rastet der rostet, so dachte er stets und verdrängte voller Elan und Tatendrang die Müdigkeit. Zum ausruhen hatte er Sonntags Zeit genug.</p>
<p>Die Hauptzutaten, welche das Abendbrot formen sollten standen fest und nun war es an ihm etwas hinzu zu fügen, was das ganze abrundet und erst zu einem vollwertigem Gericht zauberte. Ein paar Beilagen, so wurde es gewünscht und natürlich etwas zu trinken. Ein Dessert durfte es natürlich auch sein, darauf würde man sich freuen. Er betrat den Laden und das helle Licht blendete ihn und richtete sich wie ein Spot auf seine unscheinbare Gestalt. Schlank und groß war er, von oben bis unten in schwarz gekleidet. Ein Dreitagebart legte sein schmales Gesicht in sanfte Schatten, denn zum rasieren hatte er noch keine Zeit gefunden. Er war wie er von Arbeit kam und er fühlte sich matt und war sich sicher, genau jenen Zustand mit seinem Äußeren zum Ausdruck zu bringen und der Stadt zu präsentieren. Er nahm sich einen der Körbe und begann mit seinem Streifzug durch die Regale. Da er sich auskannte waren seine Bewegungen präzise und strukturiert. Er wusste genau wo er hin musste. Zunächst das Dessert, denn es begegnete ihm als erstes, gleich neben den Weinregalen. Ein Joghurt erschien ihm gesund, doch die winterlichen Geschmacksverirrungen der Hersteller sagten ihm alles andere als zu.</p>
<p>Bratapfel und Zimtgeschmack, Backpflaume und Punsch&#8230; alles Dinge die er selbst zur Weihnachtszeit nicht sehr wertschätzen würde und Weihnachten war auch schon vorbei. Die althergebrachten Sorten waren ihm am liebsten&#8230; Vanille oder Pfirsich-Maracuja&#8230; das waren Sorten die ihm persönlich das Herz höher schlagen ließen und doch, so wusste er, hätte er mit der Wahl der saisonbedingten Produkte zu hause ein paar strahlende Augen erzeugt. Zu hause, was war das schon? Er nannte es so, da er sich bei ihm wohl fühlte. Doch offiziell wohnten sie getrennt von einander.</p>
<p>Er entschied sich für etwas, das garantiert auf Zustimmung treffen würde, obgleich er selbst kein großer Freund von roter Grütze mit Vanillesoße war, aber er, so ging es ihm durch den Kopf, würde es lieben und schließlich geht es ja nicht immer nur um das eigene Wohlbefinden. Kompromissbereit griff er zu jener Variante die aus Kirschen gemacht wurde, denn Kirschen können nicht schlecht sein und mit genug Vanillesoße würde es wohl für beide ein hinreichend leckeres Dessert werden und somit war es besiegelt.</p>
<p>Nun noch an der Fleischtheke vorbei, denn das Rahmgeschnetzelte als Hauptkomponente wartete bereits zu hause. Etwas Reis in den Korb, der würde schnell gehen und belastet nicht im Nachhinein&#8230; und als Gemüse? Broccoli finden beide lecker. Ein typisches Modegemüse. Vor ein paar Jahren hätte niemand darüber gesprochen und nun ist Broccoli überall dran und in aller Munde, genau wie Bärlauch. Er scheint bis vor ein paar Monaten nur im Garten der ehemaligen Schrägnachbarn existiert zu haben und dann entwickelte der Knoblauchersatz, welcher aussah wie Maiglöckchen ohne Blühte, ein Eigenleben und war plötzlich in jedem erdenklichen Lebensmittel zu finden. Es war nur noch ein kurzer Schritt bis die erste Marmelade mit Bärlauch auf den Markt kam, da war er sich sicher. Er wählte also den Broccoli, die tiefgefrohrene Variante, denn zum putzen von frischen Gemüse hatte er weder die Lust noch räumte er sich die Zeit ein. Er konnte das Gewese um Frostgemüse eh nie verstehen. Kurz blanchiertes und dann schockgefrostetes Grünzeug besaß seiner Ansicht nach noch ebenso viel an Vitaminen, wie ein frischer, in kleine Rößchen geteilter Broccolie, der zwanzig bis dreißig Minuten am Siedepunkt seiner Existenz vor sich hin köchelte.</p>
<p>So hatte er schließlich genug der benötigten Dinge zusammen und er, als Optimist, sah seinen Korb in seiner Hand halb voll. Das sollte genügen. Noch schnell etwas zu trinken geholt und dann nichts wie weg. Hochprozentig durfte es sein, denn wer weis was der Abend noch so bringt und so trugen ihn seine schweren Beine zu den Spirituosen, gleich neben den Regalen mit den Süßigkeiten. Welch Ironie, so dachte er und griff den Martini, den milden roten, der Kindheit und Erwachsen sein vereinte.</p>
<p>Da war ein Geräusch, hervorgerufen von zu Boden fallenden Schachteln und es zog seine Blicke und seine Aufmerksamkeit magisch an. Nicht weit von ihm, nicht mal zwei Meter, war ein junger Mann damit beschäftigt, das Chaos welches er angerichtet hat, wieder zu richten. Ein schmaler Mann, von guter Größe und guter Statur, gehüllt in einen Mantel, entnahm eine der Pralinenschachteln und riss ein paar andere ungewollt mit sich. Kaum ein anderer Mensch war im Laden zu sehen und nicht einer hätte diese tapsige Situation registriert.</p>
<p>Doch er mit seinem Korb in der einen und dem Martini in der anderen Hand beobachtete es und stellte sich vor, wie sehr er es auch selbst hätte sein können, der da ungewollt die Aufmerksamkeit anderer auf sich zog und wie sehr er sich in solch einer Lage ein Loch im Erdboden herbeigewünscht hätte, in welches er sich verkriechen konnte. Doch nicht ihm passierte es, sondern einem anderen und er fühlte sich weniger allein mit dieser sympatischen Gabe. Doch genug gesehen und genug getrödelt, die Kassen warteten, gleich zwei geöffnet und kein Mensch vor ihm, genauso mochte er es. Noch schnell bezahlen und dann in die Kälte, der Abend wartet&#8230; ein Mann der wartet&#8230; ein hungriger dazu. Bald würde er zur Ruhe kommen und alles fallen lassen, einschließlich sich selbst. Er stand allein an der Kasse. Es war niemand hinter ihm. Nur die Kasse gegenüber war geöffnet, doch das beachtete er nicht. Er sah der Verkäuferin lächelnd zu und versuchte ihr so gut es ging ein netter freundlicher Kunde zu sein. Er bezahlte, verstaute seine Einkäufe und verabschiedete sich höflich in den Feierabend.</p>
<p>Er war in Eile. Es galt einer Einladung am Abend nachzugehen, doch mit leeren Händen wollte er nicht erscheinen. Gleich um die Ecke war noch der Laden. Dort würde er sicher etwas finden. Vielleicht etwas süßes oder ein Wein? Er griff nach der Schachtel mit der Zusammenstellung von Trüffel und Nougat, denn mit Nougat lag man selten falsch&#8230; süß und klebrig&#8230; das mögen Menschen, die zu geselligen Abenden einluden. Wie peinlich, jetzt riss er ein Drittel des Regalinhaltes mit, doch zum Glück hat es wohl keiner gesehen. Er beseitigte noch schnell die Unordnung und schritt zu den Kassen. Gleich zwei waren geöffnet und er entschied sich für jene, an welcher noch niemand stand&#8230; schnell musste es gehen, das war alles was zählte. Die Verkäuferin zog die Schachtel über das Band, doch was sie sagte erreichte nur schemenhaft sein Ohr. Sein Blick war gefesselt. Denn gleich an der Kasse gegenüber stand er, mit dem Martini und der roten Grütze. Er musterte ihn von oben bis unten. Die weichen Stoppeln im schmalen Gesicht, die den schmalen Mund umschmeichelten. Lang und schlank, knabenhafte Statur und völlig in schwarz gekleidet. Eine verschlissene Hose unterstrich den Gesamteindruck und so verwegen er auch wirkte, so tat er das nicht ohne Stil. Er beobachtete ihn und wie er seine Einkäufe verstaute und wie er sich mit einem Lächeln verabschiedete und wie er plötzlich verschwunden war. Etwas ließ ihn in Gedanken mit ihm verschwinden, während er seine Pralinen bezahlte&#8230; etwas an diesem Jungen zog seine Aufmerksamkeit magisch an&#8230; etwas an diesem Jungen erinnerte ihn an seinen Freund&#8230;</p>
<p>Er verabschiedete sich, nahm seine Pralinen und ging seiner Einladung nach.</p>
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		<title>&#8220;Ich wünsche mir, daß irgendwo jemand auf mich wartet&#8221; &#8211; Anna Gavalda</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 10:49:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Kleinstück</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher, Filme und Theater]]></category>

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		<description><![CDATA[Was waren die Erwartungen hoch angesetzt bei mir! Ihr könnt es euch gar nicht vorstellen. Ich erhoffte mir eine Menge, doch was genau, dass kann ich nicht in Worte fassen. Schon einmal zog sie mich in ihren Bann. Ihr könnt euch vielleicht erinnern. &#8220;Zusammen ist man weniger allein&#8221;, was war das für ein süchtig machendes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was waren die Erwartungen hoch angesetzt bei mir! Ihr könnt es euch gar nicht vorstellen. Ich erhoffte mir eine Menge, doch was genau, dass kann ich nicht in Worte fassen. Schon einmal zog sie mich in ihren Bann. Ihr könnt euch vielleicht erinnern. &#8220;Zusammen ist man weniger allein&#8221;, was war das für ein süchtig machendes Buch! Sinnliche Worte haben mich entführt, große Bilder sind in meinem Kopf entstanden und immer wenn ich es weg legte, freute ich mich schon riesig darauf es wieder aufnehmen zu können. Doch das hier war irgendwie anders und dabei erhoffte ich mir so viel.</p>
<p>Es ist das Debüt der Autorin und so sagte ich mir, wenn eines ihrer Nachfolgebücher schon so unbeschreibliches in mir hervorrief, was würde erst ihr Debüt für ein großes Kino für mich werden. Denn die Erfahrung hat gezeigt, das Autoren mit den Büchern zum nachlassen neigen. Bestes Beispiel Dan Brown. Nicht dass er nicht gut schreiben würde, so ist es nicht. Aber bei ihm kann man sagen, kennst du einen, kennst du alle.</p>
<p>Aber zurück zu Anna Gavalda. Die ersten paar Seiten gestalteten sich schon schwierig, nicht so wie erhofft. Doch wie bei jedem Buch muss man sich erst einmal hinein lesen, doch da fehlte was. Etwas gravierendes. Der Zusammenhang! Bis ich dahinter gestiegen bin, dass es sich um eine Zusammenstellung von Kurzgeschichten handelte, musste schon einige Zeit vergehen und auf einmal wusste ich, dass es nicht so werden würde wie das andere Buch von ihr. Vielleicht war ich etwas enttäuscht, aber dazu gab es keinen Grund, denn ich wusste solch kleine Geschichten, schön appetitlich angerichtete Brocken, zu schätzen. Das hat mir Roald Dahl beigebracht und an eben jenen Schriftsteller erinnerte mich jenes Werk, dass ich nun in meinen Händen hielt.</p>
<p>Wunderbar leicht geschriebene Situationen, die von Liebe erzählten, nach Liebe suchten und das Leben beschreiben. Mal schreibt sie sinnlich und einfühlsam und im nächsten Moment wirkt sie schroff, kalt und so direkt, dass es einem die Schamesröte ins Gesicht trieb, oder man einfach nur erschüttert da saß, denn nicht nur Liebe ist es, von der sie erzählt. Man erfuhr Ablehnung, unerfüllte Hoffnungen, den unerwarteten Tod, das Gefühl von Hass, ja man könnte sagen, in dieses Buch hat sie so ziemlich alles gepackt, was das Leben hergeben kann. Lauthals lachend und eingeschüchtert schluchzend, so habe ich mich erlebt, als ich es gelesen habe.</p>
<p>Wortlos habe ich den Kopf geschüttelt, als in&#8221; Catgut&#8221; eine Tierärztin einer Vergewaltigung zum Opfer viel und sie sich anschließend auf skurrile Art und Weise an ihren Peinigern rächte. Mein Herz schlug wie wilde zum Takte der Hoffnung in der Kurzgeschichte &#8220;Jahrelang&#8221;. Wird sie? oder Wird sie nicht?&#8230; eine alte, längst verloren gegangene, aber nie vergessene Liebe, alles Glück und Beständigkeit dieser Welt an nur einem Tag vernichten, oder wird sie das gebaute Haus und das Stückchen Heimat im Leben des Mannes in neue Bahnen leiten und noch stärker machen. Ich wünschte mir beides. Von &#8220;Die Meldung des Tages&#8221; ganz zu schweigen. Ein verheerender Autounfall, viele Tote, ein Mann, ein kleiner Fehler der Unachtsamkeit und das Schicksal spielt wilde Sau und vernichtet eine ganze Existenz. Unvorhergesehen und erschütternd bis in die Knochen!  Im allgemeinen kann man sagen, dass fast jede Geschichte dieses Buches meilenweit an zärtlichen Berührungen der Sinne vorbeischrammt und sie zu bestürzend direkt ist, als dass man von Schnulzen und herkömmlichen Liebesgeschichten reden kann, denn der Tod spielt in diesem Buch mehrmals eine Rolle und damit meine ich nicht den ruhigen sanften am Ende eines gelebten Lebens. Ein herrlich melodisches Chanson, mit vielen Höhen und Tiefen und es klang in meinen Ohren wieder&#8230; Seite für Seite&#8230;</p>
<p>Doch Leben ist ein schönes Wort, denn genau davon erzählt Anna Gavalda und genau damit hat sie wieder einmal etwas geschaft, was ich erst nicht für möglich gehalten hätte. Denn auch wenn ich mich nicht bauchkribbelnd darauf freute weiter zu stöbern, so griff ich dennoch jede freie Minute zu diesem Buch, denn ich wollte unbedingt erfahren, wovon sie als nächstes Berichtet und ehe ich mich versah, war es ausgelesen&#8230; zu schnell&#8230; wehmütig erinnere ich mich zurück und ich weiß schon was ich tun werde. Ich werde in die Buchhandlung meines Vertrauens gehen und mir wünschen daß dort etwas auf mich wartet&#8230; ein weiteres Buch von ihr, würde mich noch ein Stück glücklicher machen.</p>
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		<title>Ich bin mein Haus</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 08:50:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Kleinstück</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mit auf den Weg...]]></category>

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		<title>Wir die Querulanten?</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 08:29:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Kleinstück</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ravel und Tamala: Geschichten aus Kapo]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; Ravel schloss seine Hände zusammen und ließ sie locker zwischen seinen angewinkelten Beinen herunterbaumeln. Er starrte nun ebenfalls in Richtung der Straße und bemühte sich, zum eben gesagten, ein paar Worte zu finden. Mit ausgeglichener, ruhiger Stimme fing er schließlich an zu Tamala zu sprechen:&#8221; Es stimmt&#8230; dass mit Kapo etwas nicht stimmt&#8230;&#8221;. Tamala [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; Ravel schloss seine Hände zusammen und ließ sie locker zwischen seinen angewinkelten Beinen herunterbaumeln. Er starrte nun ebenfalls in Richtung der Straße und bemühte sich, zum eben gesagten, ein paar Worte zu finden. Mit ausgeglichener, ruhiger Stimme fing er schließlich an zu Tamala zu sprechen:&#8221; Es stimmt&#8230; dass mit Kapo etwas nicht stimmt&#8230;&#8221;. Tamala verpasste ihm lächelnd einen spielerischen Klaps auf den Hinterkopf. Er senkte diesen sogleich und musste selbst ein wenig über seine Worte Schmunzeln, während er sich die Stelle kratzte welche Tamala berührte und ihr einen schelmischen Blick von der Seite zu warf. Ravel räusperte sich und fand schnell zum nötigen Ernst zurück. Bedächtig fuhr er fort:&#8221; Siehst du diese kleine Ansammlung von Menschen dort? Da drüben auf dem Friedhof. Sie stehen noch immer. Das taten sie schon als wir hier eintrafen und wer weiß wie lange schon vorher. Oder das adrette Paar dort drüben&#8230;&#8221;, mit einem Kopfnicken verwies er auf den Mann und die Frau, welche schon Tamala aufgefallen sind. Als die Straßenbahn sich träge und schnaufend wieder in Bewegung setzte, standen sie erneut vor dem Schaufenster des kleinen Ladens und beäugten die offerierten Produkte,&#8221;&#8230; das machen sie schon die ganze Zeit. Stupide stolzieren sie den Straßenzug auf und ab und bleiben immer wieder vor diesem Schaufenster stehen&#8230; sie reden nicht&#8230; fast scheinen sie einander fremd und doch&#8230; sie halten sich an der Hand.&#8221;</p>
<p>&#8221; Weist du. Solche Kleinigkeiten und seien sie auch noch so banal, beobachte ich Tag für Tag und immer wieder regen sie mich zum Nachdenken an. Es ist auch nicht erst seit gestern und auch nicht seit einer Woche. Ich stelle mir immer wieder Fragen. Manchmal verwerfe ich sie und manchmal lassen sie mich einfach nicht mehr los.&#8221; Ravel senkte seinen Blick vor seine Füße und seufzte. &#8221; Du Tamala. Du bist meine einzige Freundin. Ich meine jemanden mit dem man durch dick und dünn gehen kann und das schon&#8230; ach, ich weis nicht mehr wie lange schon&#8230; ewig eben! Aber in einer so großen Stadt, mit so vielen Menschen und so vielen Kindern, sollten wir zwei doch nicht die einzigen sein, die sich gefunden haben. Mit niemanden kann man wirklich reden in Kapo. Die sind doch alle irgendwie verrückt!&#8221; &#8221; Was macht dich so sicher, dass nicht wir die Verrückten hier sind?&#8221;, warf Tamala zwischendurch ein. Sie hatte ihren Kopf auf ihre Hände abgestützt und beobachtete nun mit einem zufriedenen Lächeln Ravel und lauschte seinen Worten. Die Straße ließ sie Straße sein und hatte sie völlig verdrängt. Sie konzentrierte sich nur auf die Person, welche neben ihr saß. &#8221; Wahrscheinlich hast du recht. Statistisch gesehen sind wir hier die Querulanten, aber Statistiken sind doof! Wenn ich einen Stein auf eine Fensterscheibe werfe und ich werfe einmal einen Meter links daran vorbei und werfe ein zweites mal einen Meter rechts daran vorbei, dann wäre die Scheibe statistisch gesehen kaputt&#8230; &#8220;, rechtfertigte er seine Aussage.</p>
<p>&#8220;&#8230; schau dich doch um. Kapo ist eine Stadt voller Gegensätze. Riesig in ihren Ausmaßen&#8230; unüberschaubar&#8230; anonym&#8230; und doch hat sie etwas beschauliches. Sie ist alt und ihre weit verwinkelten Gassen und Wege sind sich eine der anderen so ähnlich dass man ständig Gefahr laufen würde sich zu verirren und doch ist diese alte Stadt von oben bis unten mit allerneuster Technologie vollgestopft. Telefone und Computer in jedem Haushalt und die Litfaßsäulen wurden schon längst von großen Plasmabildschirmen vertrieben, welche nun die Fassaden der Häuser verunstalten. Zeppeline mit Leuchtreklamen hängen träge am Himmel, wie Luftballons&#8230; nur ohne Leine, die sie vor dem davonfliegen bewahrt. Das Leben hier ist einfach und klar, alles wirkt so vorausbestimmt&#8230; wir könnten diesem Strom folgen, aber damit möchte ich mich nicht abfinden. Etwas am Bild der Stadt ist nicht richtig und ich habe mir fest vorgenommen herauszufinden was das ist. Wir können doch nicht die einzigen zwei sein, die noch nicht erwachsen genug sind um das alles zu begreifen! Kannst du dich noch an die Worte von Großmutter Merle erinnern?&#8221; Tamala schloss kurz die Augen und drehte ihren Kopf wieder ab von Ravel. Sie schaute wieder zur Straße, wo grade die nächste Straßenbahn hielt. &#8221; Denkt weiter als Kapo&#8230; ist es das was du meinst?&#8221; &#8221; Genau! Kapo kann doch nicht alles sein! Darüber hinaus muss es doch noch irgend etwas geben&#8230; ich meine, diese Stadt muss doch irgendwo einen Ursprung haben und ebenso muss sie irgendwo enden und eine Antwort&#8230;. &#8220;, schloss er selbstsicher ab, &#8220;&#8230; eine Antwort auf unsere Fragen, werden wir hier wohl nicht erhalten!&#8221; Ravel klang selbstbewusst und voller Elan. Es schien seine volle Überzeugung zu sein und Tamala ließ sich vom Tatendrang des Jungen anstecken. Sie schaute ihn mit großen strahlenden Augen an und war sich sicherer denn je, dass ihre Situation tatsächlich etwas sehr abenteuerliches an sich hatte und mit Ravel, so dachte sie sich, würde sie jedes Abenteuer bestehen. Denn schließlich, standen sie doch grade erst am Anfang&#8230;.</p>
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