Ein kleines Stück Vergangenheit…
Da saß ich mal wieder. Kreiselnd und suchend um Worte die mir wie Feuer auf der Seele brannten und es immer noch tun, doch deren Äußerung und Kundgebung mich schlichtweg sprachlos machten. Dabei wollte er mich doch sehen. Dabei hat er doch den Wunsch geäußert. Den Ruf dem ich folgte, auch wenn die Uhr schon längst zur Schlafenszeit rief.
Gemeinsam allein sein, so war die Devise. Den Moment genießen und das Drumherum vergessen… für den Moment leben… klingt eigentlich gut. Doch schweigen umhüllte meinen gedankenversunkenen Blick und hin und wieder traten mir Tränen in die Augen. Denn ich wusste, jedes Wort welches ich nun sagen würde, würde zu Boden fallen und im Keime erstickt werden. Gemeinsam allein sein, ok, aber gemeinsam schweigen… so sollte der Abend… die Nacht… die gemeinsamen Stunden nicht aussehen.
Ich wusste dass ich der Begegnung nicht unvoreingenommen entgegen eilte und ich wusste dass ich meine Zweifel und meine Angefressenheit weder verbergen noch überspielen könnte. Ich war wissend um die Tatsache dass meine Innere Unzufriedenheit nicht unentdeckt bleiben würde und doch ging ich, wie ein Hund der voller Vorfreude ein Leckerli erwartet, seinem Wunsch nach die Nacht mit ihm zu verbringen. Denn ohne Grund hätte er ihn doch nicht geäußert.
Froh war ich darüber und erleichtert. Denn in letzter Zeit trieb es ihn weniger in meine Arme als mich in seine. Vielmehr noch trieb es ihn weg von allem… den Menschen… der Stadt… die Tage und Stunden, welche wir gemeinsam verbrachten konnte man an einer Hand abzählen, wobei Pass- und Zeit-Punkt meist von ihm ausgingen und ich… ich rannte. Wartend auf ein Zeichen von ihm, lüsternd nach einem Quäntchen Sehnsucht… eine Äußerung die mir das Gefühl geben könnte nicht fehl am Platz zu sein. Meiner Rolle in seinem Leben war ich mir nicht mehr bewusst und dabei hatte ich mir doch alle Mühe gegeben mit den von uns beschlossenen Rahmenbedingungen klar zu kommen. So ließ ich kostbare Zeit verstreichen. Zeit in der ich wartete und vor mir hindöste, den Kopf nicht frei bekam und zu guter letzt vernachlässigte und vergaß was mich einst so ausgeglichen und zuweilen sehr zufrieden machte.
Wohl wissend dass der Zenit mal wieder überschritten ist und der Moment gekommen war den persönlichen Schlussstrich zu ziehen… ich gebe zu, zwei Bier im Blut vereitelten meine Flucht… verbrachte ich dennoch diese eine Nacht noch an seiner Seite, mit dem Gedanken im Kopf dass ich mich am nächsten Morgen das letzte mal von ihm verabschieden werde und hier stehe ich nun…
… mit einer geballten Ladung Erinnerungen auf dem Rücken und einer Menge Zeit die bunt angestrichen sein möchte vor meiner Nase…
… denn die Welt wird sich weiter drehen und dass sie es tut zeigt der Einzug der Deutschen Nationalmannschaft ins Achtelfinale, worüber sich erschreckender Weise Menschen freuen, welche sonst nur Argwohn und Kritik ihrem Heimatland entgegen bringen… liebe Leute lasst euch sagen, wenn ihr immer und zu jeder Stunde soviel Patriotismus und Euphorie an den Tag legen würdet wie gestern nach dem Spiel, dann könnte es Deutschland soviel besser gehen!
Doch nicht nur der Fußball bringt den emotionalen Aufschwung ins Land, nein, auch Lena Meyer-Landrut schafft etwas, was dass letzte mal vor 23 Jahren Nicole nur mit ein bisschen Liebe fertig brachte und seit dem, der von Ralf Siegel aufgestellten Muppet Show, einfach nicht mehr gelingen wollte. Sie gewinnt mit ihrem Song “Satellite” den 55. Eurovision Song Contest und brachte damit die Welle des Ehrgefühls so richtig ins Rollen und ins Land zurück, was den kleinen Menschen mit Glück und Freude erfüllt. Mir persönlich ist das Wurscht…
… das Ende hat jetzt zwar irgendwie nichts mehr mit dem Anfang zu tun, aber das hier soll auch kein kollektives Wundenkratzen werden, sondern vielmehr ein kleiner Schritt aus der Vergangenheit in die Zukunft hinein, denn dort streben wir hin, mit oder ohne Fußball und ich mache es gleich… allein oder nicht allein… das ist hier die Frage.