Eckart von Hirschhausen “Die Leber wächst an ihren Aufgaben”
Ach war das eine schwere Geburt, doch ich habe es tatsächlich zu Ende gebracht! Was sich Anfangs als zäher, dahinsiechenender Brei offenbarte, entpuppte sich mit abnehmender Seitenzahl als ausgelassene und zu Weilen sehr aufmunternde Gutenachtlekrüre! Denn in der Tat hatte ich zu Beginn meine Startschwierigkeiten und es fiel mir schwer dem gelesenen etwas gutes ab zu gewinnen, aber wie der Titel besagt, wächst die Leber an ihren Aufgaben und dieses Buch, so wie ich finde, mit jeder Seite über sich hinaus.
Die ersten paar Geschichten konnten mir nur schwer, wenn überhaupt, ein Lächeln abgewinnen, doch genau aus diesem Grunde habe ich mich doch für den Eckart von Hirschhausen entschieden?! Ich wollte lachen aus Leibeskräften und Menschen, welche es vor mir schon gelesen haben, versicherten mir dass genau das eintreten würde. Mein erster Gedanke, als ich das Buch mit seinem Layout sah, war folgender: Schon wieder der Nuhr? Und ich muss gestehen, als ich es aufschlug und die Aufmachung sah und die ersten paar Seiten erfolgreich überstanden habe, schlug ich es abermals zu, um mich zu vergewissern dass es sich wirklich nicht um Dieter Nuhr handle. Verblüffende Ähnlichkeit im Gesamtkonstrukt, wenn ihr mich fragt, denn nicht nur im Bücherregal der Bücherei unseres Vertrauens sehen die Werke der beiden Autoren und ihrer Seits Komödianten sich zum verwechseln ähnlich, nein, auch beim durchblättern und lesen stellt man sich unweigerlich die Frage: Wer hat da eigentlich bei wem gespickt?
Natürlich kann ich rekapitulierend nicht darüber hinweg schauen, dass sich beide Werke in ein paar Punkten schon etwas unterscheiden. So betrachten und erörtern beide Autoren ihre Erlebnisse und Beobachtungen zwar stets von einer wissenschaftlichen Seite, aber anders als der Herr Nuhr betrachtet der Dr. med. von Hirschhausen natürlich alles aus der medizinischen Sicht und lässt uns das Thema Arzt aus einer sehr lustigen Perspektive daher kommen. Alles in einem könnte man sagen, wenn einer von beiden sich entscheiden würde nicht mehr zu schreiben, so wäre es kein Verlust. Denn früher oder später würden sich die Bücher vom Inhalt her überschneiden und wären dann überhaupt nicht mehr zu unterscheiden. Aber wie ich schon sagte, bin ich grade bei den letzten Kapiteln aus dem Lachen nicht mehr heraus gekommen und die Idee das Microsoft und die dazugehörige Hard- und Soft-Ware eine religiöse Verschwörung sein könnten hat mein Zwerchfell derart belastet, dass aus medizinischer Sicht eine Beanspruchung meiner Bauchmuskulatur, sich doch als positiver Nebeneffekt ereignete und wenn ihr schon immer mal wissen wolltet was die Bahn mit dem Buddhismus gemeinsam hat, dann sei euch dieses Werk wärmstens empfohlen.
Es bleibt mir nur noch zu sagen, dass es sich sowohl bei Dieter Nuhr, als auch bei Eckart von Hirschhausen um zwei augenscheinlich sehr intelligente Autoren handelt. Meines Erachtens nach zu klug für mich, als dass ich mit allem was dort geschrieben wurde etwas anfangen konnte. Doch das ein oder andere habe ich mir vielleicht doch behalten und dümmer bin ich garantiert nicht geworden. Ich würde auf jeden Fall immer wieder zu einem dieser Bücher greifen, auch wenn ich fälschlicher Weise dabei das Werk des jeweils anderen erwischen würde und ich diese Verwechslung noch nicht einmal beim lesen bemerken würde. So lange es mich zum lachen bringt ist es definitiv eine gute Sache und sein Geld wert.