Dobri dien!
Die vergangenen zwei Tage waren erstens nicht so gedacht wie sie im Endefeckt aussahen und zweitens eine mittelschwere Katastrophe. Das ich von achtundvierzig möglichen Stunden, sechsundzwanzig auf Arbeit verbrachte sei dahingestellt, denn wie ich bereits schilderte ist das Motto “Schuld Eigene” und damit kein näherer Bestandteil meiner Kritik. Auch lasse ich den heutigen Tag außen vor denn dieser verlief weitläufig ruhig und bedurfte keiner größeren Aufregung meiner seits. Er war erträglich. Das Einzige was heute nennenswerter Natur gewesen ist, war mein Abstecher ins Toys`r us. Ein Laden wie er grade richtig für mich geschaffen ist, herlich bunt und kitschig… ein Traum! Ich sollte etwas für einen Freund abholen. Es wurde zurückgelegt auf seinen Namen und mit diesem Ziel ging ich schnur straks zur Info des heiligen Tempel der Kinderwünsche. Früher als Kind durfte ich nie dorthin, oder besser gesagt war ich nie dort, ob ich es hätte gedurft weiß ich ehrlich gesagt garnicht. Heute bin ich groß und kann auf eigene Faust das Mekka der Fantasien erkunden und was soll ich sagen!? Irgendwie kommt es mir so vor als wären die Spielsachen von früher schöner gewesen als die heutigen. Wie gut das ich kein Kind mehr bin. Ich stand also an der Info und verlangte nach dem zurückgelegten Ding, von dem ich nicht wusste wie es heißt, was es ist und ob es für ein Mädchen oder einen Jungen ist entzog sich ebenfalls meiner Kenntniss. Ihr glaubt gar nicht wie eigenartig man angeschaut wird, wenn man gefragt wird um was es sich handelt und man antworten muss: Um ein Spielzeug. Ich erinnere daran das wir im Toys`r us sind. Ich werde also meine persönlichen Informationen noch etwas verbessern und am Donnerstag einen weiteren Angriff starten. Dann klappt es bestimmt mit dem was auch immer!
Der eigendliche Grund für den misslungenen Start in die Woche, war der gestrige Tag, welcher wie jeder andere Montag auch, ruhig und verschlafen anfing. Man machte sich auf einen angenehm dahinschwebenden Arbeitstag gefasst und was uns ereilte war die slawische Hölle! Meine Knochen waren noch zerdeppert vom Samstagsstress und mein Geist hatte keine Nerven für verbale Verständigungsprobleme. Wenn am gestrigen Tage dreißig Prozent der Kundschaft deutschsprachig und damit einheimisch war, wäre das viel gewesen. Zweifellos bringen die Tschechen ein haufen Geld mit ins Land und schauen nicht so frustriert auf eben dieses wie der gemeine Deutsche. Aber die müssen doch nicht busweise kommen und das Land für ein paar Stunden einnehmen. Was mich am meisten ankotzt, ist die Tatsache, das man sich nicht einmal darüber beschweren kann oder aufregen dürfte. Denn wir waren früher auch mal so! Das ist die Rache!
Mein einprägenstes Erlebniss war wie folgt. Der ein oder andere kennt vielleicht jene Kunden, welche anderssprachig sind und sich mit einem netten und antastenden “Hello! How are you?” vergewissern ob man der englischen Sprache mächtig ist und auf diese Weise komunizieren kann. Ein wenig Englischkenntniss ist heut zu tage keine Seltenheit und keine schwierige Sache. Im Regelfall antwortet man in dieser Situation mit einem erwiedernden und grünes Licht gebenden “I´m fine, thanks. How are you?” oder bei nicht beherschen der Sprache mit einem klassischen “Hä?”. Gestern stand ein junger Mann vor mir und begrüßte mich mit einem erwartungsvollem “Dobri Dien!”. Was bitte soll man da erwiedern? Das es guten Tag heißt, dessen bin ich mir bewusst. Ich fühlte mich gleich an meine früheren Besuche in der Slowakei erinnert. Damals haben wir dort mit den Eltern Wanderurlaube gemacht und ich und mein Bruder waren eifrig damit beschäftigt die Leute, welche uns begegneten, mit einem aufgeschlossenen “Dobrinchen” zu begrüßen. Dobri Dien ist zwar russisch, aber ich denke man kommt mit dieser Begrüßungsformel in allen slawischen Ländern ein Stück weit voran. Der Rest dieser Sprache ist und bleibt mir aber ein Rätsel. Wie dem auch sei, haben uns unsere tschechischen Nachbarn mal wieder ordentlich die Türe eingerant, so wie wir es früher bei ihnen pflegten zu tun. Sicher wird es nicht das letzte Mal gewesen sein und wie sich im Laufe des Tages herausstellte hatte es sogar einen Grund. Gestern war der siebzehnte November und dieser Tag wird bei den tschechen als “Kampftag für Freiheit und Demokratie” gefeiert und wie es auch in Deutschland an staatlichen Feiertagen üblich ist, wird so ein Tag als Ruhetag und mit freien Stunden besiegelt. Morgen ist für uns Sachsen und zwar nur für uns Sachsen ein Feiertag angerichtet. Die christlichen Glaubensanhänger werden diesen Tag mit Buße tun und beeten verbringen so wie er es vom Namen her verlangt. Der restliche teil der Bevölkerung, mir liegt der Begriff Heiden auf der Zunge, kann diesen Tag zum ausgiebigen Shoppen im restlichen Land nutzen und auch grenzüberschreitende Ausflüge sind durchaus im Bereich des Möglichen.
am 19. November 2008 um 00:24 Uhr.
Ach Thomas… Du hast den falschen Job.
Wenn jemand was von mir auf fremdländisch will, verweise ich dezent mit einem “Hä?” auf § 19 SGB X -> Amtsprache ist deutsch.
Bloß gut, dass ich recht gut englisch und auch ein paar Brocken russisch kann. Gelegentlich will ich ja auch mal was.
am 19. November 2008 um 16:42 Uhr.
Das ist ja der Grund meines Ärgers. Wenn ich etwas will, muss ich auch etwas dafür tun und sei es nur mich zu bemühen einem Verkäufer verbal etwas entgegen zu kommen. Derart schwarze Schafe gibt es natürlich in jeder Nation. Selbst jene, die der deutschen Sprache von Geburt an mächtig sind können unter Umständen zum Problem werden.
Mit Paragraphen habe ich nicht besonders viel am Hut, ich bin nur froh keinen eigenen zu haben;O), aber bist du wirklich der Überzeugung das die deutsche Amtsprache tadellos ist?
am 19. November 2008 um 20:55 Uhr.
Die Amtssprache ist etwas sehr klares und korrektes. Eingeweihte, können sich so sehr präzise ausdrücken. Allerdings darf man nie vergessen, dass die meisten Menschen keine Amtssprache sprechen…