Disneys “Eine Weihnachtsgeschichte”

Wie ich vor kurzem schon angedeutet habe, war ich ja im Kino. Natürlich nicht in irgend einem, sondern in einem 3D Kino. Wir erinnern uns, dabei handelt es sich um eines jener auf dem Vormasch befindlichen Lichtspielhäuser, wo man nicht nur vom Ton her zur Überzeugung gelangt, dass der Zug direkt durch den Besuchersaal fährt, sondern durch optische Spielereien und Neuentwicklungen das Ding einem regelrecht durch die Haare fährt. Das spürt man zwar nicht und es tut auch nicht weh, aber unsere abgestumpften und verwöhnten Sehnerven lassen es uns glauben. Heut zu Tage werden eine Vielzahl von Produktionen nach dem “Mittendrin statt nur dabei” Prinzip zusammen geschustert und die Tendenz ist steigend. Was aber nicht dazu verpflichtet jeden Film in 3D als absolutes Muss zu deklarieren. Denn “Ice Age 3″ konnte man auch problemlos in einem herkömmlichen Lichtspieltempel anschauen, oder auch gar nicht… in beiden Fällen hat man nichts oder nicht viel verpasst.

Nun ja. Charles Dickens Weihnachtsgeschichte hat mich nicht wegen dem 3D Effekt ins Kino gelockt, sondern wegen der wunderbaren Geschichte ansich und weil es wiedermal eine reizvolle Produktion aus dem Hause Disney ist. Die Story an sich sollte längst bekannt sein, denn sie hat schon Platz und eine tragende Rolle in vielen Filmen gefunden. Doch für alle die sie noch nicht kennen, werde ich sie gerne noch einmal zusammenfassen. Es geht um einen alten, verknöcherten Geschäftsmann und Geizkragen… ihr seht, zeitlose Aspekte in einer alten Geschichte… der völlig vereinsamt auf den Namen Ebenezer Scrooge (Äbenieser Skrutsch… Lautschrift, für alle die es nicht aussprechen können)  hört… sollte ihn denn irgendjemand rufen, sollte… denn Freunde hat der alte, mürrische Sack so gut wie keine und seine Familie hat sich, wie es das Schicksal so möchte, auch schon längst von ihm abgewendet. Der Heilige Abend steht in den Startlöchern und von Nächstenliebe ist in jener finsteren Seele nicht die Spur verloren gegangen… Humbug… hätte Scrooge dazu gesagt… nichts als Humbug. Es begibt sich also zu jener Nacht, welcher der Weihnachtstag anhängt und mit dem Schlagen der zwölften Stunde erscheint einer von drei Geistern, welcher seiner Seits entsendet wurde um dem alten Stiesel mal so richtig den Kopf zu waschen. So geben sich der Geist der vergangenen, der gegenwärtigen und der zukünftigen Weihnacht im Stundentakt die Klinke in die Hand, um Ebenizer Scrooge auf den rechten Pfad des Herzen zu bringen und ihm die Wärme und den Sinn des Festes näher zu legen. Das wäre natürlich alles Humbug und weniger Filmreif, wenn das Unternehmen nicht gelingen würde und so wird aus dem griesgrämigen Alten ein lächelnder, lebensfroher, gutherziger Alter… quasi ein Happyend, wenn man so will und damit genau das Richtige Märchen für mich.

Ich ging natürlich mit einigen Erwartungen in den Film hinein, denn Disney hat das Dickens Geschichtchen schon einmal aufgegriffen und im wahrsten Sinne des Wortes die Puppen tanzen lassen… denn in jener vergangenen Verfilmung waren es die Muppets, die dem ganzen ein recht sympathisches Äußeres verliehen und mein kleines Herzchen für diese Erzählung entflammen ließen. Im großen und ganzen ist zu sagen, dass die Stadt und die Optik des Films in beiden Produktionen gleich waren, nur das die neuste mit Jim Carry in der Hauptrolle Computeranimiert präsentiert wird und mit allerhand guten Kamerafahrten gespickt wurde, um den 3D und damit Aha Effekt hervorragend zur Geltung zu bringen und das Aufsetzen einer vom Stylefaktor unvorteilhaften Brille zu rechtfertigen… aber im Kino ist es ja Gott sei Dank dunkel und man ist dazu angehalten nach vorne zu schauen und nicht nach hinten. Im Großen und Ganzen eine Neuauflage des Puppentheaters, aber ohne Kermit und Miss Piggy und ohne den ganzen Singsang… den ich im übrigen sehr mochte…, denn selbst die Geister sind nahezu identisch und an der Handlung kommt Disney ja nicht vorbei.

Als mir dann aber zum Ende des Films die Freudentränen in die Augen schossen und zwischendurch mein ganzer Körper von einer wohltuenden Gänsehaut überzogen wurde, wusste ich dass die Investition eine Gute war und meine Erwartungen zu genüge erfüllt wurden. Der Geist der Weihnacht hat auch mich erfasst und ich weis schon mit welchem Film ich mir die verbleibende Zeit bis zum Fest versüßen werde… denn die Muppets habe ich fürs Heimkino und die Geschichte ist ja wie gesagt identisch.

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