Dieter Nuhr fragt…
Gibt es intelligentes Leben? Eine Frage welche sich bestimmt schon einmal jedem von uns in den Gedankenalltag gedrängelt hat und eine von den Fragen, welche sicherlich für jeden von uns unbeantwortet bleibt oder nur teilweise beantwortet wird. Der Ansatz und der Ursprung einer sollchen Frage liegt schon von Mensch zu Mensch an völlig unterschiedlichen Punkten. Der Eine stellt sie sich wenn er die neuesten Gerüchte und Bekanntgaben der Politiker erfährt. Der Andere stellt sich diese Frage wenn wiedermal irgendwo auf der Welt ein Schüler Amok läuft. Wieder Andere fragen sich auf dem Weg zum Arbeitsamt, beim gang in die Kirche oder wenn sie ihr eigenes Ich morgens im Spiegel erblicken ob es tatsächlich intelligents Leben gibt. Warum sollte man also mit der Suche nach intelligenten Leben ausgerechnet bei der Spezies Mensch beginnen?
Dieter Nuhr hat sich ebenfalls diese Frage gestellt und seine Erfahrungen und Beobachtungen, zu diesem Thema, welche er rund um den Globus gesammelt hat in einem handlichen, einhundertneunundsiebzig Seiten starken Buch zusammengefasst und lässt dieses unter dem selbigen Namen auf die Öffentlichkeit los: “Gibt es intelligents Leben?”. Das die Comedians auf unseren Bühnen nicht nur dazu da sind uns zum lachen zu bringen, sondern des Öffteren dazu auffordern nach-und mit-zudenken, ist sicher kein Geheinmiss und das die Köpfe hinter oft mals kitschigen und auf den ersten Blick völlig dämlichen Lachnummern studierte und hochintelligente Personen sein können ist seid Helge Schneider ebenso eine historisch belegte Tatsache. Das die Comedians Geschmackssache sind lasse ich außen vor. Dieter Nuhr gehört für mich zu einen der neutralsten Comedians dieser Tage und grade deswegen auch zu den Besten. Er versteht es wie kaum ein anderer sich auf die Bühne zu stellen und fast schon ohne Mimik, ohne Gestik und ohne einen Hampelmann (man rufe sich Michael Mittermeier ins Gedächtniss),sondern nur durch die Kraft seiner Worte die Menschen zum lachen zu bringen. Ebenso viel Wirkung hat dem zu folge auch ein geschriebenes Wort seiner Seits. So war mir beim Lesen des Titels und der ersten Seite schon bewusst das ich am Ende dieses Buches keineswegs eine Antwort auf die Frage nach dem intelligenten Leben erhalten würde und in der Tat macht er auch schon auf der ersten Seite klar, dass dem nicht so ist. Vielmehr stand bei mir, während dem lesen dieses Buches, die Unterhaltung im Vordergrund und dem wurde es durchaus gerecht. Ich habe oft gelacht, ich habe das ein oder andere mal gestaunt, ich wahr manchmal schockiert und ab und zu teilte ich auch nicht die gleiche Meinung wie der Herr Nuhr. Hier und da kam ich mir dumm vor, das tu ich aber öfters und es war auch zu erwarten. Es lag sicherlich auch an der Tatsache das die Abhandllung mit unheimlich viel Fachwissen aus verschiedenen Bereichen und den dazu gehörigen Fremdwörtern gespickt ist und daher oftmals ein paar Fragezeichen hinterließ wo eigendlich hätte eine Antwort stehen müssen. Man sollte sich überlegen als zusätzlichen Punkt in einem Buch ein Fremdwörterverzeichniss ein zu richten, denn der übermäßige Gebrauch von hochgradig intelligent klingenden Begriffen kann für Laien abschreckend wirken und ist auch sonst nicht von Vorteil wenn man sein eigenes Wissen einer möglichst breiten Masse zugänglich machen möchte und dann noch erwartet und erhofft dass das Geschriebene auch verstanden wird. Mit diesem Problem steht Dieter Nuhr aber nicht alleine da, damit tummelt er sich genüsslich in einem Sud der aus, man könnte schon fast sagen, allen Schriftstellern besteht. Das könnte man aber auch als persönliche Abwehrreaktion interpretieren. Der Schriftsteller verschlüsselt seine Sprache und sein Wissen mit gezielt intelligent wirkenden und klingenden Wörtern und Wortgruppen um sein Werk für eine kleinere Masse kritikfähig zu machen und sich damit aus der Menge von vermeindlich intelligenten Menschen als Individuum hervorzuheben und seine eigene Meinung unnahbar zu machen. Niemand kann etwas bemängeln was er gar nicht versteht. Ein ähnliches Verhalten ist häufig auch bei Politikern zu beobachten.
Ich möchte das Buch aber nicht negativ bewerten, denn ich habe es schnell gelesen, ich habe mich darauf gefreut weiterlesen zu können und ich habe es gerne gelesen, es hat mir Spaß gemacht und das macht im wesentlichen für mich aus, ob ein Buch gut ist oder nicht. Die Art wie er schreibt ist für Dieter Nuhr unverwechselbar und man fühlt sich ständig an seine Auftritte im TV und auf Bühnen erinnert. Er hat die ganze Welt bereist um der Frage, welche anfangs mal gestellt wurde, auf den Grund zu gehen und dementsprechend voll gepackt mit Anekdoten und Alltagssituationen ist diese kurze Abhandlung über das Leben und über das Sein und über die Welt wie sie uns heute begegnet. Auch wenn die Annahme über das Existieren intelligenten Lebens unbegründet und die Frage danach unbeantwortet bleibt, so bleibt sie aber nicht ungehört und dümmer wird man beim lesen dieser Lecktüre auf gar keinen Fall.