Die Wüste der Nacht

Die Leute laufen in gebückter Haltung durch die Straßen, so schwer liegt der Himmel heute über der Stadt. Man sieht ihre Gesichter nicht, keine Anzeichen von Emotionen. Was möchte der Himmel verbergen? Was möchte er vertuschen? Hielt er doch letzte Nacht keinen Mond, keine Sterne und keinen Traum für mich bereit. Doch das wusste Ich. Zu anstrengend waren die Tage zuvor und zu kurz die vorangegangenen Nächte, als das ich bewusst träumen würde, oder mich an diese noch erinnern könnte. Zu schnell war auch dieser Morgen da und zu schnell die Ruhe vorbei. ich wollte auch gar nicht träumen. Zu eigenartig sind die Geschehnisse der letzten Nächte gewesen, als das ich sie jede Nacht begrüßen würde. Ich möchte nicht schon am frühen Morgen mit einem Kopf erwachen, der zum zerbersten voll ist. Mein innerstes arbeitet auf etwas hin, Entscheidungen, welche es zu treffen gilt. In meinen Nächten sage und tue ich Dinge, welche genau das Gegenteil sind von dem, was ich so sehr zu tun wünsche. Ich sehe klare Bilder und höre klare Worte. Nicht nur der Kopf, nein, die Brust drückt ebenfalls. Angst.

Zweiundsiebzig Stunden werden noch im Lande und im Nirgendwo verstreichen, ehe sich der Tag an dem der Regen fiel jähren wird.

Ich werde mir nicht erlauben ein Urteil über den heutigen Tag zu fällen, ehe nicht die letzte seiner Minuten geschlagen hat. Denn wie schon beim letzten mal habe ich mich geirrt, im Verlauf, im Gefühl, in allem. Nie, habe ich gesagt. Nie träume ich von Angelegenheiten des Herzens und tat ich es doch, so wachte ich aufgewühlt auf und das Gefühl der Freude verblasste im laufe des Tages und entschwand schließlich in Vergessenheit. So war es immer. Da konnte ich mir sicher sein. Ein Achtung!, ein Warnsignal von innen. Eine Mauer, die ihren Zweck sehr gut erfüllte, mich schützte, mich wärmte und immer ein paar Türen bereit hielt. Türen zu denen ich den Schlüssel stets schon in der Tasche hatte. Doch das hier fühlt sich anders an. Keine Mauer, keine Rebellion, keine Tür und erst recht keine Schlüssel. Schutzlos in der Wüste auf der Suche nach der einzigen Blume. Es gibt sie, ich sah sie, doch ich lief vorbei und nun finde ich nicht mehr zurück.

Verirrt!

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