Die Gedanken sind frei…
Momentan könnte es mir und meinem Gefühlsleben nicht besser gehen. So frühlingshaft sonnig sich der November heute zeigt so kunterbunt ist mein Gemüt. Das ist schön und ich werde es genießen. Wer weis wie lange es anhalten wird. Denn oft unterliegen derartige Zustände den unmöglichsten und sprunghaftesten Schwankungen, wie sich in der Vergangenheit schon all zu oft belegen ließ. Meine Gedanken sind frei von tiefgründigen Gefühlen, frei von streben und frei von mir. Im Ernst, ich bin mir heute unheimlich mit mir selbst im grünen. Ich habe in den letzten Tagen so wunderbar viel positive Resonanz auf meine Person erfahren das es fast beängstigend ist. Aber dennoch werde ich diesen Zustand genießen so lange er anhalten mag und mich ein wenig in diesem Lichte suhlen, denn es ist eine wohlig warme, flauschige Decke. Ich schaue in den Spiegel und was ich dort sehe gefällt mir recht gut, auch das ist nicht immer so. Es ist auch nicht an dem, das mir in letzter Zeit unkontrolliert oft der Hof gemacht wird, ganz im Gegenteil, das will ich auch gar nicht. Aber ich habe das Gefühl mit einer Art positiver Aura auf andere zu wirken und bestätigt wird es auch. Das sehe ich in den Gesichtern, in den Reaktionen der Menschen. So etwas gefällt mir. Traurige Lieder erreichen mich der Tage nicht und ich habe arge Lust dazu etwas verrücktes zu tun.
Gestern war ich beim Haare schneiden und es ist für die Jahreszeit eine recht sommerliche Frisur geworden. Das macht aber nichts, es sieht gut aus. Zu hause angekommen habe ich mich meiner, ohnehin schon wenig vorhandenen, Gesichtsbehaarung entledigt und nun schaue ich in den Spiegel und sehe das Gesicht eines dreizehn jährigen Jungen, mit einem Pickel auf der Wange. Dadurch das mein Gesamtbild recht schlanker Natur ist sehe ich jetzt aus wie ein Kriegsknecht. Aber das stört mich wenig denn ich stehe momentan, wie schon gesagt, über den Dingen. Oder vielleicht doch nicht? Hochmut kommt vor dem Fall, so sagt man doch!? Und so wie ich mir die Gedanken über die gesunde Welt um mich herum mache, kann ich wohl kaum davon reden das meine Gedanken frei sind, frei von sehnsucht, frei von Gefühlen, frei von streben und frei von mir. Würden sie nicht ständig irgendwo anecken, wären sie nicht so allgegenwärtig und sie wären eher fern von mir.
Frei von allem zu sein bedeutet einfach mal ab zu schalten, einfach mal nicht daran zu denken was man grade tut, einfach mal zu vergessen was gestern war und einfach mal nicht zu überlegen wie es morgen weitergehen wird. Das eigene Ich und alles was damit in Verbindung steht einfach mal auszublenden. Die Egomanie in die Abstellkammer stellen. Aber ist dieser Zustand wünschenswert? Ist das gut?
Ich habe eines meiner Lieblingslieder zum Lied des Tages gewählt, es läd zum mitsingen ein. “Norah Jones – Sunrise” Ich liebe dieses Lied!