Detlef D! Soosts tanz in der Küche

Es war am Donnerstag der letzten Woche. Ich war grade damit beschäftigt meinem Bauch zu einem strafferen Äußeren zu verhelfen, als Detlef D! Soost sich verzweifelt damit beschäfftigte eine neue Zucht von Rohdiamanten zu kleinen Popsternchen zu trillen. Ja ganz recht, seit geraumer Zeit sucht D! mal wieder nach geeigneten Äffchen für seine Popstarsaliens, damit diese dann versuchen können allein gelassen und völlig Talentfrei die Weltherrschaft an sich zu reißen. Das die Wege der Kandidaten nach diesem Format nicht immer im goldenen Lichte verlaufen beweisen immerhin zwei drittel der Erzeugnisse, die die Popstarsschmiede mit erfolgreichem Bestehen der Prüfung verlassen haben und in jedem Jahr, wie ich finde, übertreffen sich die verzogenen, disziplinlosen Bälger aufs neue. Da wird gezickt, da wird geweint, da hat man keine lust zum tanzen, da möchte man lieber schlafen gehen als zu proben… da die Nacht ja schließlich zum schlafen da ist…, da möchte man das Lied nicht singen… weil es von Britney Spears ist und man sich auf ihr Niveau nicht herab lassen möchte…, da vergisst man den Text in der Entscheidungsschow und an statt souverän weiter zu summen, fängt man beinahe an zu heulen und dann gibt es zu allem Überfluss auch noch Kandidatinnen die lediglich bei Popstars mit machten um einmal nach Las Vegas zu kommen… ja ja… die Jugend von heute hat es Faust dick hinter den Ohren und Dreistigkeiten à la Annemarie Eilfeld stehen heute, wie selbst verständlich, auf der Tagesordnung. Selbst Elif, die im Casting mit ihrer Gitarre fast wie eine kleine studierte Großstadtalternative daher kam entpuppt sich im Nachhinein auch noch als Oberzippe. Um diese anmaßenede Bruht zu bändigen hat sich D! eigens für die laufende Staffel neue, inovative Regeln ausgedacht, welche mir alle samt zu hoch waren und ich keine einzige davon verstanden habe. Oder kann mir noch einmal jemand das Prinzip mit dem Goldenen Mikrofon erklären?

Naja, hauptsache der Detlef steigt durch, denn dass er nicht immer über den Dingen steht bewies er eindrucksvoll gestern. Als sich eine muntere vierköpfige Riege von B-Promis wiedermal zum Sonntag Abend beim Perfekten Promi Dinner das Messer in die Hand gaben. Alle Abende waren nahezu Perfekt und von ausgelassener Stimmung… da konnte nicht einmal der abstrakte Schweinebraten von Sandra Steffl ein Wässerchen trüben… bis der Heer Soost an der Reihe war und mit stolz geschwollener Brust den Kampf mit Ente und Mascarpone aufnahm. Während die eine nicht so recht gar werden wollte und durch die Verzögerung seiner wiederspenstigen Entenbrust die Beilagen nahezu völlig erkalteten, tanzte die andere dem D! auf der Nase herum und das Eis in der Schüssel eine ausgelassene Polka. Der Schweiß stand ihm Liter Weise auf der Stirn und hätte er nicht ohnehin schon so gut wie keine Haare, so wären diese nicht nur grau sondern weiß geworden. Sein Nervenkostüm hing in Fetzen an ihm herunter und wenn er gekonnt hätte, so hätte er sich am liebsten in die nächste Ecke gesetzt und bittere Krokodilstränen geweint. Die eigene Küche als Schlachtfeld und als Haus hoch überlegener Sieger, das hinterlässt tiefe Spuren im Ego unseres Lieblingschoreographen und beantwortet die Frage, wie er denn zu seinem momentanen schlanken Äußeren gelangt sei. Denn kochen kann er offentsichtlich nicht. Schuster bleib bei deinen Leisten und Detlef bleib bei deinen Tanzschritten! Die Konkurenz ist nämlich alles andere als Träge und so ist der Herr Bohlen mal wieder eifrig dabei aus singenden, furzenden und Hüftgold schwingenden Rampensäuen das ultimative Supertalent herrauszupicken und reiht sich damit erneut in die Liga der aussergewöhnlich würdelosen Fernsehformate ein. Aber anders als bei Detlefs Popsternchen habe ich beim Supertalent wenigsten schon einmal eine Gänsehaut bekommen.

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