“Der Regentropfen”

Verdrossenheit bedeckt den Himmel,

im Schatten liegt die Welt,

Trauer trägt ein kleiner Tropfen,

der schwer vom Himmel fällt.

Seine Träume schüttelte er ab,

sie schweben wie leichter Nebel…

und nichts was ihn hält,

er ungebremst fällt,

dieser kleine

wässrige Kegel.

Seine Reise findet ein jähes Ende,

gestoppt durch harten Asphalt,

ein letzter Blick hinauf zum Himmel…

sein Start ins Leben ist kalt.

Angstvolle Blicke lässt er schweifen,

wo war er nur gelandet?

Wie viele andere Tropfen auch,

im Schiksaalsfluss

gestrandet.

Seine Träume und Wünsche sinken hernieder,

wie welke Blätter im Herbst,

mit dem Aufprall ging auch der letzte verloren,

es bleibt ein feuchtkaltes Herz.

Langsam kommt das Herz ins rollen,

atmet…

und bewegt sich wieder,

nimmt Schmutz und ein paar Träume auf,

singt von Schmerz

und Freud erfüllte Lieder.

Im Rinnstein wird es mitgerissen,

des Tröpfchens Herz beginnt zu klopfen,

es findet Freunde

und schaft sich auch Feinde,

doch es wächst erneut

zu einem Tropfen.

Schroff und steinig ist sein Weg,

meistert Druck und Qualen auf seine Weise,

denn in der Ferne sieht er Licht

und macht es zum Ziel seiner Reise.

Ein letzter Sturz in den stillen Weiher,

dann gleitet er schwebend dahin,

badend in Sonne

zwischen farbigen Blättern,

bekam sein Leben endlich seinen Sinn.

Und so wie der letzte Regen gefallen

und die letzte Wolke verzogen,

streckt Sonne ihre warmen Hände nach ihm

und hebt ihn in den Himmel nach oben.

thomas kleinstück, 02,11,2009

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