Der Eine genießt es, der Andere nimmt es hin.

Auch wenn diese Woche nicht viel passiert ist, da ich die meiste Zeit an ein und dem selben Ort verbrachte, war es keineswegs eine schlechte Woche. Über die viele Arbeit, oder die langen Arbeitszeiten werde ich mich nicht beklagen denn ich habe es so gewollt. Man kommt nicht auf dumme Gedanken, man geht nicht sinnlos einkaufen, man spart ungemein. Kurz gesagt: Er ist jung und braucht das Geld.

Mein Höhepunkt diese Woche war der Besuch im Kleinen Haus zu dem ich einen Freund einlud der kurzfristig absagen musste, leider. Wir überlegten kurz nach einer Lösung und kamen darauf seine Mutter zu fragen ob sie Ambitionen hätte. Keine Frage ist diese Frau eine sehr umgängliche Person, mit der man sich einfach nur gut verstehen muss, aber das hätte mich zu sehr an die Sendung “Date my Mom” erinnert und ich beschloss mal sachte bei meinem Mitbewohner an zu fragen. Er hat mich schließlich auch mit zu Dr. Hans-Georg Häusel genommen und damit konnte ich mich erkenntlich zeigen. Er sagte zu, ich ahnte es bereits. Er sollte sich eine Broschüre durchlesen damit er wusste um was es sich handelt und dann sollte er mir bescheid geben ob er mit kommt. Denn sonst hätte ich sicher noch andere Leute dafür begeistern können. Wie gesagt, er kam mit, aber außer dem Titel des Stückes hatte er keine Ahnung worauf er sich einließ. Das war ihm aber egal wie ich merkte. Er nahm die kurze Lektüre nur in die Hand um sie von seinem Laptop zu nehmen um weiter WoW zu spielen. Ehrlich gesagt waren meine Gründe mich für das Stück zu interessieren ebenso banal. Ich laufe jeden Tag am Kleinen Haus vorbei und die Fotos vom Stück und der Titel haben mich vom ersten Tag an faszeniert. Also erkundigte ich mich worum es so ungefähr geht und schließlich stand mein Entschluss fest. Aber mein Interesse dafür war nicht ab zu streiten. Ich wurde von Anfang an in den Bann gezogen und Gänsehaut und die ein oder andere Träne im Auge waren Zeugen davon. Gelacht habe ich selten, dafür fand ich das Thema zu ernst. Als das Stück vorbei war konnte mein Mitbewohner es kaum erwarten nach hause zu gehen, er fand es aber toll, sagte er später. Während wir hinter dem etwas langsameren älteren Publikum herschlichen bemerkte er dass das Theater nicht einmal bis dreiundzwanzig Uhr ging. Ich fragte mich ober er die ganze Zeit nur daran dachte? Mir war danach noch etwas spatzieren zu gehen und das ganze noch etwas wirken zu lassen, aber er nahm den kürzesten Weg nach hause. Was dort wartete war klar. WoW! Mir fiel also auf das es anscheinend Menschen gibt, welche sich ein Bühnenstück anschauten um sich hinein zu versetzen und sich mitreißen zu lassen und es gab jene, welche sich ins Theater begeben um hinterher sagen zu können:”Ich war gestern im Theater”.

Ich hätte es lieber gehabt, wenn jemand mit gewesen wäre, der sich ernsthaft dafür begeistern lässt. Jemanden mit dem man anschließend noch eine Runde Spatzieren geht oder sich bei einem Glas Rotwein über das Puppenhaus der Nora unterhalten kann. Aber hinterher ist man immer schlauer. Das kann ich mir für das nächste Mal merken. Das Stück hätte soviel Gesprächsstoff geboten, da es so viel Raum für Interpretation gelassen hat. Ein wunderbares Werk!

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