Archiv der Kategorie 'Gedichte'

“Die schwarze Mandarine”

Dienstag, den 30. November 2010

Einst im sonnigen Andalusien, zwischen den Gipfeln der Sierra Nevada, in einem penibel gepflegten Garten, am Baume Citrus Reticulata. Gedeihten am selben Aste, von gleichem Stamme… aus einem Samen, drei so verschiedene Mandarinen, dass es kaum einer konnte erahnen! Die erste war weniger schüchtern, als vielmehr beständig und bedacht. Sie schlief, bis die Sonne sie [...]

Goldener Oktober

Donnerstag, den 21. Oktober 2010

Die Blätter werden in den Schlaf geküsst, um dem Rufe des Winters zu folgen, der Herbstwind streift mir schroff durch das Haar, erntet Bilder, von der Sonne gemalt, die sich ungehindert durch die Äste aalt, bastelt farbenfrohe Collagen vom Jahr und lässt schimmern den Oktober, so golden! Thomas Kleinstück, 21.10.2010

“Der Sternenzähler”

Freitag, den 8. Oktober 2010

Um ihn herum standen Bäume, doch über ihm war ein Schein, er saß auf der Lichtung Glückseeligkeit… Jahr für Jahr… allein… Er zählte die Blätter der Margeriten, die dort blühten wie Sterne so weiß, auf einem Kissen aus Moos zwischen kniehohen Gräsern… ein schweigsamer, goldener Kreis. Sonne lag ihm warm im Nacken und sein Haar [...]

Behüter der Momente…

Freitag, den 23. Juli 2010

Regen, Regen falle sanft, lösch ab die erhitzten Gemüter und forme in unseren Träumen aus Glas, einen Engel, einen stummen Behüter. Wiese nähr dich, Leben zehr dich, leg ab der Tage Pein… wasch die Gedanken die in der Wüste versanken, von Trübsal und Missmut rein. Falle, falle reiner Regen, schwemm fort die Melancholie, auch wenn [...]

Der Dresdner Juli

Montag, den 12. Juli 2010

Auf den Straßen vorm Haus wälzen Blechlawinen,wie ein Lavastrom heiß und flimmernd. Menschen gefangen in der Klimahölle, entnervt, verschwitzt und wimmernd. Zu warm, um in den Schatten zu hechten, zu lahm, um sich auf Arbeit zu knechten, zu brennend um sich in die Sonne zu legen, eine Zeitlupenwelt, bloß nicht bewegen. Doch im bläulichen Schatten [...]