Bei Rot musst du stehen, bei Grün darfst du gehen!

Ich frage mich wozu ich mir dieses Jahr die Grippeschutzimpfung geholt habe. Ich fühle mich fast jeden Tag anders komisch und ich frage mich zunehmend ob nicht doch irgend ein kleiner Teufel von mir Besitz ergriffen hat und wenn doch, wann breche ich ihn heraus? Denn in der Tat kommt es ungefähr im Takt von dreißig Minuten vor, das ich das Gefühl habe mich übergeben zu müssen. Es bleibt aber aus. Seit Tagen trällern Kopfschmerzen in meinem Schädel herum, wellche mein Gesicht Tagsüber mit einem Ausdruck von Übellaunigkeit zieren und mich Nachts um jeglichen Schlaf bringen, der mir doch eigendlich gut täte. Es ist wie verhext und obendrein suchen mich permanent Schwindelanfälle heim, die mich zwar nicht umhauen aber mich hier und da aus der Bahn werfen. Wenn euch also mal ein schleichendes, schlurfendes, vor Schmerzen keuchendes, böse guckendes und von links nach rechts schwankendes Wesen entgegen kommt, keine Angst, das ist kein Zombi, das bin bloß ich! Meine Mutter hat gesagt, das es mit der bitterbösen Grippe gar nichts zu tun haben muss, dass es derzeit noch eine Menge anderer gruseliger Ereger gäbe, welche das Imunsystem zusätzlich belasten. Es ist ja auch nicht so das ich mich direckt krank fühlen würde, ok, der Gang in die Stadt heute hat mich schon etwas angestrengt, aber in Höchstform bin ich auf jeden Fall nicht. Mutti sagt tu dir was gutes nimm ein Bad und ruh dich aus. Ich trinke Erkältungstee und der schmeckt schäußlich! Der hilft aber das weis ich. Den habe ich mir schon letztes Jahr in der Apotheke geholt und der schmeckt wie Mülleimer. Der riecht sogar so. Als ich ihn mir das erste mal aufbrühte, brachte ich erst einmal den Mülleimer runter und als ich merkte das der muffige Geruch noch nicht weg war, ging ich erst mal duschen und als er dann immernoch nicht weg war wurde ich zwar skeptisch, aber ich trank das Zeug, welches so schmeckte wie es roch. Ich musste verrückt sein! Doch der Trunk wirkte Wunder und das haben ja die meisten Dinge so an sich. Was gut tut, muss nicht immer gut sein. Na dann Prost!

So ein Besuch in der Stadt, also damit meine ich nicht einen kulturell wertvollen, sondern einen von der Sorte wo man guckt ob es was zum kaufen gibt, ist natürlich nicht nur in Hinsicht auf die Geschäfte und deren Angebote interessant, sondern bietet eine Menge soziale Eindrücke, zum mit nach hause nehmen, weitererzählen, daraus lernen und im Zweifelsfall sofort wieder zu verwerfen. Eine Szene welche ich den ganzen Tag beobachten könnte ist jene auf der riesengroßen Verkehrsinsel vor dem Haus des Buches. Ein herzhafter, bunter Eintopf aus potentiellen Kleinkriminellen. Fußgängerampeln erfüllen einen Zweck. Bei rot musst du stehen und bei grün darfst du gehen. Diesen Reim kann man zwar nach belieben umstellen aber es gibt nur die eine Wahrheit und ich bin ein Gegner von Rotgängern. Ja, auch wenn ich eine halbe Stunde stehe, ich möchte mich daran halten. Da gibt es Omas welche bei rot über die Straße schleichen, Frauen im besten Alter… natürlich auch Männer… die es doch irgendwie besser wissen müssten und ganze Familien welche genüßlich über die Straße rollen und so tun als wüssten sie von nichts. Ich gebe zu das grade die besonders langsamen Omas und Opas es vielleicht in der Kürze einer Grünfase nicht schafen und daher ein wenig an die Vernunft und Rücksichtnahme der motorisierten Verkehrsteilnehmer apellieren, aber eines sei gesagt, ich glaube nicht das eine Straßenbahn so unheimlich viel Schaden nimmt. Jüngst beobachtete ich eine Szene, welche an elterlicher Fürsorge und pädagogischem Wert nur so strotzte. Ich muss schon sagen, da taten Eltern ganze Arbeit. Ein junges Paar, höchstens dreißig, Mann und Frau und in der Mitte das Kind. Ein Junge oder ein Mädchen, ich habe keine Ahnung denn es befand sich in einem Alter wo die eh alle gleich aussehen. Das tut auch nichts zur Sache, denn dieses kleine Familienidyll überquerte die Straße um das Lieblingsausflugsziel eines Samstagnachmittages aufzusuchen, das Einkaufszentrum. Die Ampel zeigte ein deutliches Rot und das war diesen Personen bewusst, denn Mama und Papa erklärten dem Kind, während sie mit ihm über die Straße gingen, dass man das eigendlich nicht täte. Gut gerettet! Ein Musterbeispiel an Erziehungskunst! Ich persönlich finde ja, das man beim überqueren einer roten Ampel sein eigenes Gewissen übertölpelt. Man tut etwas, was nicht erlaubt ist und das ist strafbar. Somit macht man den ersten, wenn auch einen kleinen, Schritt zur Kriminalität. Von dort an ist es ein leichtes sich an immer größere Sachen ranzutrauen. Diebstahl, Steuerhinterziehung, jene die sich wie wilde an der Börse verspekulieren, weil sie nie genug bekommen können, jene die eine Bank nach der anderen in den Ruin treiben… sie waren sicher alle mal klein und sie wurden höchstwahrscheinlich, von ihren Eltern bei Rot über die Straße geführt und ihnen wurde sicher einmal gesagt, eigendlich tut man das nicht. Und nicht eigendlich?

2 Kommentare zu “Bei Rot musst du stehen, bei Grün darfst du gehen!”

  1. Danny

    Klingt eher, als ob Du schwanger wärst… ;-)

  2. Heffa

    Ja die Vermutung hatte ich auch schon, aber wovon? Zudem bleibt das morgendliche Übergeben aus und der Heißhunger auf eigenartige, kulinarische Ausschweifungen ebenso.

    Mal ganz davon abgesehen bin ich es wirklich, jawohl, es wird ein Elefantenbaby. Der Rüssel guckt schon raus;O)

    Nee nee, das ist irgendein gemeiner kleiner grüner Virus der treibt sein Unwesen und mich in den Wahnsinn… ich glaub es geht schon wieder los!

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