Alles ist gut…

Meine letzten zwei Monate waren voll… voll von Gedanken… voll von Erlebnissen… voll von Emotionen… voll von Menschen, Menschen die mir zweifelsohne ans Herz gewachsen sind und welche ich in meinem engeren Kreis nicht missen möchte. Leute die in ihrem Tun, in ihrem Werdegang und ihrem eigenen Leben und der Art dieses zu meistern nicht unterschiedlicher sein könnten und mitten drin… stehe ich und kreise wie ein Teil des ganzen durch den Alltag eines jeden einzelnen von ihnen und werde zu einem Teil ihres lebens gemacht… zumindest des Gegenwärtigen. Veränderungen gehen vor sich und nicht zuletzt geschehen diese in meinem eigenen Bewusstsein und stellen mein Leben auf den Kopf.

Ich vernachlässige das Schreiben… etwas dass mir gut tut und was ich gerne mache. In den letzten Wochen bin ich zum nachdenken nicht gekommen… warum auch?… erscheint mir doch mein eigenes kleines Leben strukturierter und angenehmer als jene Lebensweisen, die mich umgeben. Ich rede mit vielen Leuten und scheue keine Gespräche. Ich gehe offener auf Menschen zu, als ich es vor ein paar Monaten noch getan hätte und auf diese Weise befreie ich mich von meinem Überdruss an Gedanken… ich rede mich frei… ich schreibe mich frei… ich wählte das erste. Ein Umstand den ich zu schätzen weis und den ich genieße. Da mich der Umgang mit Menschen weiter bringt als der Gedanke daran wie es sein könnte und würde und dennoch entdecke ich negative Seiten an meiner Situation. Schon früher ist mir aufgefallen, das Menschen mit vielen sozialen Kontakten… auch vielen wechselnden sozialen Kontakten… ein großes Problem damit haben erlebtes und getanes richtig zuzuordnen. Was ich meine ist, dass ich mich selber dabei ertappe nicht mehr zu wissen welcher Wochentag grade ist… ein Gefühl für Zeit fehlt vollkommen… ich am Abend nicht mehr weis was ich am Morgen tat und ich nur schwer auseinander halten kann mit wem ich was getan habe und über was ich mit wem geredet habe. All diese Dinge störten mich zu tiefst bei anderen, denn wo bleibt denn das besondere? Nehme ich den Moment noch richtig und vorallem intensiv wahr? Koste ich den Tag und die Minute richtig aus oder schramme ich einfach nur mal eben so daran vorbei ohne zu registrieren wie schön alles ist?

Es ist wie mit der Technik und der Wissenschaft. Sobalt etwas neues entstanden ist… sei es auch noch so unausgereift… wird es auf den Markt geworfen und hintendran, drängelt sich schon die neuste Erungenschaft, welche das vorhergehende um Längen in den Schatten stellt. Was für die einen nach Monaten noch neu und unglaublich erscheint ist für viele andere schon wieder hofnungslos veraltet… hinterher zu kommen fällt schwer und von beständigkeit ist nichts. Sollten wir nicht für einen Moment mal inne halten und das neue auskosten, genießen und nutzen bis es wirklich uninteressant ist und einer Generalüberholung bedarf? Würden wir uns damit nicht selber manchmal einen Gefallen tun? Würden wir damit nicht viel weniger Fehler begehen? Warum rennen wir so? Wir haben doch Zeit!

Wie schon gesagt steht alles irgendwie im Wandel… im Moment… und das ich so wenig schreibe finde ich nicht sonderlich schlimm, mich plagt nur das schlechte Gewissen gegenüber meiner Leser, welche sich die Mühe machen und täglich mal reinschauen. Im Moment geht es mir sehr gut und neulich bei meinen Eltern… ich war grade damit beschäftigt zu rechtfertigen warum ich so wenig schreibe… sagte mein Vater zu mir, dass ich mir keinen Kopf machen sollte, denn sie wüssten schon wann ich schreibe und wann nicht. Das Warum ist ihnen nicht entgangen und das wiederum lässt mich wissen wohin ich gehöre und wo ich verstanden werde… ein schönes Gefühl. Darüber hinaus bin ich überzeugt, das eines Tages wieder der Moment da sein wird an dem ich zur Ruhe und zum nachdenken komme, aus welchen Gründen auch immer. Doch ich sehne ihn nicht herbei. Ich versuche das Beste aus der jetzigen Situation zu machen und sollte mir bewusst sein welchen Schritt ich als nächstes tue, sowohl im Privaten als auch im Beruflichen. Kein Schritt zu viel aber auch ja keinen zu wenig. Ein ausgewogenes Verhältniss zu schaffen ist mein Vorsatz und sollte sich dennoch ein ausgewachsener Sommersturm zusammenbrauen, so bin ich überzeugt dass er eh schon in der Ferne wütete. Bleibt nur abzuwarten wer zum Schluss noch steht und als Sieger hervorgehen wird und ob es überhaupt einen Gewinner geben wird…

3 Kommentare zu “Alles ist gut…”

  1. Danny

    Ich weiß, dass Du mit Religion nicht viel anfangen kannst, aber Gott hat uns den 7. Tag nicht umsonst frei gegeben. Frei, um mal durchzuatmen, inne zu halten und auch einfach mal nicht zu tun, außer seinen Gedanken nachzuhängen….

  2. spontiv

    Mach dir keinen Kopf. Lebe einfach. Zwischendurch mal kurz innehalten und durchatmen schliesst das ja nicht aus.

  3. summertimeDD

    Nun ist es also passiert. Meine Angst vor mir selbst, die Unentschlossenheit und der fehlende Mut ist kurzzeitig umgeschlagen in Ungestümtheit und ein Vorpreschen, das vielleicht dazu beitragen könnte, alles wieder zu verändern und die schöne Zeit für immer zu beenden, nur weil ich mit dem Status Quo nicht zufrieden sein will, weil ich immer glaube, gierig nach dem ganzen Leben greifen zu wollen und den Weg auch nicht alleine gehen möchte. Ich flehe zu mir und zu den sowieso nicht vorhandenen Göttern unseres Lebens, das alles noch im Rahmen bleibt und mir mein vorschnelles Reden verziehen wird und die schöne Zeit weiter geht, denn auch ich will leben und das am Besten mit allen angenehmen Seiten, die dieses Leben bieten kann. :)

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