Absturz als Höhepunkt…
Wie ich schon beschrieb, gipfelte die letzte Woche mit einer Feierlichkeit bei meinen Großeltern, welches gleichermaßen mein Elternhaus ist, denn diese bewohnen gemeinsam ein niedliches Häuschen mit niedlichen Garten fern ab der Stadt, im Auenland quasi. Ich genieße die Zeit im Kreise der Familie, denn sie ist unwahrscheinlich wertvoll für mich. Mutter fragte mich, ob ich Abends noch das Stadtfest besuchen wolle, denn das Bestehen von Dresden jährte sich an diesem Wochenende zum 802. mal. Ich sagte nein. Wohlwissend das ich jene Art der Volksbelustigung verabscheue. Vor zwei Wochen musste ich aus beruflichen Gründen dem Radeberger Stadtfest beiwohnen. Wir erinnern uns an Radeberg? Es ist jene Stadt, welche eine Weltberühmte Bierbrauerei beherbergt, welche laut der Werbung verblüffende Ähnlichkeit mit der Dresdner Semperoper aufweist. Spaß beiseite. Eine Veranstaltung die sich “Bierstadtfest” nennt, beschreibt schon mit ihrem Namen ein Drittel des Zwecks und zwei Drittel des Klientel und das ist der springende Punkt.
Mutter, ich habe gelogen. Am Abend erreichte mich eine Nachricht der treibenden Kraft und eh man sich versah stand man Weinschorle trinkend und Oh und Ah rufend auf der Augustusbrücke und bewunderte das Abschlussfeuerwerk, welches gross und lang war (halt so wie wir es mögen) aber musikalisch völlig falsch unterlegt. Wenig später, wir trafen ein paar Freunde, genossen wir unterhalb der Augustusbrücke das rhythmische Feingefühl eines uns unbekannten DJ`s und nebenbei ging eine Flut von Havannaclub Cola einher, welches den Spaßfacktor deutlich ansteigen lies. Wir beschlossen der Location den Rücken zu kehren und uns ein oder zwei Stunden auf der anderen Seite der Elbe in der Stadtoase niederzulassen. Die Stadtoase ist ein künstlich erzeugtes Strandarea, welches in den Sommermonaten mit Liegestühlen, Beachvolleyballfeld und Cocktailbar zum gemeinschaftlichem chillout an der Elbe einladen soll. Da es nahe der Albertbrücke liegt und nicht so überlaufen ist, wie Citybeach oder Purobeach, erfüllt es zum entspannen genau seinen Zweck. Wir tranken also Havannaclub Erdbeer (man bemerke die neue Rumvariation) und ließen unser Gehör von Red Hot Chili Peppers und ein oder zwei nicht jugendfreien Witzen der sympathischen Bardame verwöhnen bevor wir uns aufmachten eine der schwulen Szenelokalitäten der Stadt auf zu suchen, nämlich der Bar “Boys”. Wo wir den Anschluss zum angeheiterten Rest der Gruppe wiederfanden und lachend, kreischend und rumschwuchtelnd Havannaclub Kirsch (und Variation nummer drei) zu unserem neuen Lieblingsgetränk ernannten. Es strichen noch ein paar Stunden ins Land und ein paar alkoholische Getränke unsere Kehlen hinunter ehe wir uns entschlossen haben, mit einer Mütze voll Schlaf der Woche ein jähes Ende zu setzen und einem ausgewachsenem Karter entgegen zu schnarchen.
Nachdem ich den nicht all zu anstrengenden Arbeitstag hinter mich gebracht habe, so gut es nach einem gepflegten Absturz eben möglich war, wurde ich zu einer sogenannten Sneak Preview entführt. Einer Vorpremiere von Filmen, welche demnächst in die Kinos kommen und man erst erfährt um was es sich handelt, wenn man die Tickets gekauft und seinen Platz im Kino eingenommen hat. Es kann vorkommen das man die Flucht ergreift, da man bei diesem Prinzip gehörig tief in die Kacke greifen kann. In diesem Fall war es ein voller Erfolg und wir blieben sitzen. So begann die neue, frische Woche genauso überraschend, wie sich das Ende der vorangegangen gestaltete…